Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 138

Nachgefragt

Von

Christoph Rütimann, 47, zählt zu den vielseitigsten Künstlern der Schweiz. Aufsehen erregte er 1999 mit der "Besitzung" der Berner Kunsthalle. Während seiner Performance "Hängen am Museum - hab ich schon immer ge Dach t" umkreiste er an Stahlseilen hängend das Kultur- und Kongresszentrum Luzern.

art: Herr Rütimann, bestätigt Ihre Performance nicht das Vorurteil, dass Künstler nur herumhängen?

Rütimann: Eigentlich geht es eher darum, dass Künstler im Museum hängen wollen. Meine Performance nimmt das Hängen wörtlich.

Sie hingen aber nicht im Museum, sondern am Dach.

Ich war dort an den Schultern aufgehängt - wie eine Marionette. Und wurde von einer Konstruktion mit Schiene und Wagen um das ganze Haus gefahren.

Haben Sie dafür trainiert?

Nein. Ich versuche aber, mich auf die Dinge einzustellen. Dies ist meine Möglichkeit, mit dem Körper etwas zu sagen. Was ist eine Person im Verhältnis zum Gebäude?

Welches Gebäude reizt Sie noch?

Ich würde gern einmal an der Guggenheimspirale hängen. Aber es muss nicht nur das Hängen sein. Auch das Besitzen der Berner Kunsthalle war schön.

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