Ausgabe: 06 / 2002
Seite: 92

Die Ostsee verbindet

Von Burcu Dogramaci

HAMBURG: "ARTGENDA 2002" / Junge Künstler aus den Ostseeanrainer-Staaten treffen sich zum vierten Mal auf der Biennale

W ährend des Kalten Krieges war daran nicht zu denken, doch vielleicht ist die Utopie schon bald endgültig Realität: Ehemalige Ostblockstaaten wollen der Europäischen Union beitreten. Künstlerisch ist die Integration von Polen oder Litauen längst vollzogen. Seit 1996 stellen junge Künstler aus dem gesamten Ostseeraum auf der "artgenda" ihre Projekte aus.

Alles begann 1996 in der damaligen Kulturhauptstadt Kopenhagen, als ambitionierten Künstlern aus Ostseeanrainern von Norwegen bis Russland eine gemeinsame Plattform geboten wurde - zirka 29000 Besucher verhalfen der ersten "artgenda" zu einem Achtungserfolg. Nun findet die Biennale zum vierten Mal statt.

Diesmal ist die Stadt Hamburg Gastgeber, und es wird wieder ein multinationales Spektakel werden: Etwa 240 Künstler aus zehn Ländern - erstmals auch aus Kaliningrad, dem ehemals ostpreußischen Königsberg - werden die Stadt in eine riesige Ausstellungsfläche verwandeln. Die Teilnehmer bespielen nicht nur Institute wie das Kunsthaus, die Schilleroper, das "artgenda"-Center (Steindamm 63), den "88 - Verein für Kunst & Kultur" (Clemens-Schulz-Straße 88), sondern auch ungewöhnliche Orte wie die "Ponton Galerie", eine mobile Plattform in einem Hafenkanal, oder den "Golden Pudel Club" (Fischmarkt 27).

Viele Künstler sprengen mit ihren Arbeiten, die Musik, Theater, Architektur und Design einbeziehen, die Gattungsgrenzen. Auf der "artgenda 2002" gibt es keinen Kurator, statt dessen trafen die Künstler selbst die Auswahl.

Termin: 7. bis 23. Juni. Unterstützt von der Hamburgischen Kulturstiftung und der Zeit-Stiftung. Internet: www.artgenda.com