Ausgabe: 04 / 2001
Seite: 136
Die Chemie stimmte
Von
Bodo von Dewitz, Karin Schuller-Procopovici (Hrsg.): Hill & Adamson - von den Anfängen der künstlerischen Fotografie im 19. Jahrhundert. Steidl Verlag, Göttingen. 270 S. 246 Abbildungen, davon 176 in Duotone und Farbe. 58 Mark
Der schottische Landschaftsmaler David Octavius Hill (1802 bis 1870) beschloss im Jahr 1843, die 474-köpfigen Generalversammlung der "Free Church of Scotland" monumental zu porträtieren. Zur Vorbereitung bediente sich der Künstler jedoch nicht, wie damals üblich, Einzelskizzen, sondern Kalotypien. So wurde Hill zum Fotografen - und seine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit mit dem jungen Fotografen Robert Adamson (1821 bis 1848) begann. In knapp fünf Jahren entstanden über 3000 Kalotypien, meist stimmungsvolle Einzel- und Gruppenbildnisse, die heute zu Klassikern der Fototgeschichte zählen.
Insgesamt 176 ganzseitige Reproduktionen enthält dieses Katalogbuch, das zur Schau des Kölner Museum Ludwig im vergangenen Jahr erschien. Damit wird eine Lücke geschlossen - die letzte deutschsprachige Publikation zu Hill und Adamson ist knapp 40 Jahre alt. Die Aufsätze arbeiten die Rezeptionsgeschichte in Deutschland auf; zur Einführung eignet sich der Essay des Fotohistorikers Larry J. Schaaf. Allerdings sind die Abbildungen nicht durchgängig von guter Qualität; die berühmten Werkgruppen mit Kinderporträts und jungen Frauen sind unterrepräsentiert. An "An Early Victorian Album" (1976), das englischsprachige Standardwerk zum Thema, reicht dieses Buch leider nicht heran.
