Ausgabe: 04 / 2001
Seite: 126

Verfolgte Kunst bekommt ein Museum

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Heimkehr: Mit seiner Sammlung kehrt das jüdische Ehepaar Bar-Gera nach Israel zurück

Es gibt auf der Welt etwa 48 000 Museen, zwei davon für Stecknadeln", hat der Kölner Kunstsammler Jacob Bar-Gera herausgefunden. "Nur für verfolgte Kunst gibt es keins." Er und seine Ehefrau Kenda wollen dies nun ändern: Sie beschlossen die Gründung eines Museums für verfolgte Kunst - "bevor unsere Sammlung in den Depots überfüllter Museen verstaubt und nur alle paar Jahre gezeigt wird". Die Eröffnung ist für Ende 2003 geplant.

Die Kollektion des jüdischen Ehepaares soll den Kernbestand des Museums bilden. Sie enthält über 600 Arbeiten von mehr als 60 russischen Nonkonformisten aus den Jahren 1955 bis 1988. Weiterhin gehören Werke dazu, die im Dritten Reich als "Entartete Kunst" galten, darunter solche von Carl Buchheister (1890 bis 1964) und Otto Nebel (1892 bis 1973). Einen dritten Schwerpunkt bildet regimekritische Kunst aus dem Spanien der Franco-Diktatur.

Die Bar-Geras sind selbst Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Ihre Flucht vor dem Hitler-Regime endete Mitte der vierziger Jahre in Palästina. Erst 1963 kehrte Kenda Bar-Gera mit ihrem Mann nach Deutschland zu- rück und war von 1964 bis 1980 Mitinhaberin der Kölner Galerie Gmurzynska-Bar Gera, die heute als Galerie Gmurzynska überwiegend mit russischem Konstruktivismus handelt.

Standort des geplanten Museums soll Raanana in der Nähe von Tel Aviv werden. Die Kommune stellt ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung und übernimmt ein Viertel der auf 25 Millionen Mark veranschlagten Baukosten. Von Deutschland aus bemüht sich der Kölner Förderverein "Internationales Museum für Verfolgte Kunst - Israel e.V." um Sponsoren.