Ausgabe: 04 / 2001
Seite: 126

Brühl wird Max-Ernst-Zentrum

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Nachlass: Max-Ernst-Witwe Dorothea Tanning verkaufte Skulpturen ihres Mannes an die Kreissparkasse Köln

Die Plastik entsteht in einer Umarmung, mit beiden Händen, wie die Liebe", beschrieb Max Ernst (1891 bis 1976) beinahe zärtlich das Verhältnis zu seinen Skulpturen. Teile seines bildhauerischen Werks sollen künftig in dem geplanten Max-Ernst-Museum in seiner Geburtsstadt Brühl zu sehen sein (art 11/2000).

Nach langen Verhandlungen hat die Kölner Kreissparkasse für einen zweistelligen Millionenbetrag insgesamt 57 Skulpturen aus dem Besitz von Dorothea Tanning, der Witwe des Künstlers, erworben - eine Auswahl aus allen Werkphasen zwischen 1929 und dem Todesjahr 1976. Bereits im vergangenen Herbst hatte die Kreissparkasse für 3,5 Millionen Mark die Grafiksammlung des Kölner Arztes Peter Schneppenheim angekauft, darunter 200 Einzelblätter, Mappenwerke und illustrierte Bücher von Ernst.

Die beiden Werkkomplexe bilden als Schenkung bzw. Dauerleihgabe der Sparkasse den Grundstock für das Museum. Der rechtliche Status des Hauses wurde bereits festgelegt: Der Landschaftsverband Rheinland, die Kreissparkasse Köln und die Stadt Brühl gründeten die "Stiftung Max Ernst". Der Landschaftsverband beteiligt sich mit drei Millionen Mark. Die Stadt Brühl übergibt der Stiftung das so genannte Max-Ernst-Kabinett, die stadteigene Sammlung im Wert von zehn Millionen Mark.

Auch ein Ort steht bereits fest: Das St. Benedictus-Heim, ein klassizistisches Palais in der Nähe von Schloss Augustusburg, soll bis Anfang 2004 zum Museum umgebaut werden.

Bildunterschrift: Max Ernst und Dorothea Tanning 1948 mit der Skulptur "Capricorn" (1948) in Sedona im US-Staat Arizona / Max Ernst: "Zwei und zwei macht eins", 1956 /