Ausgabe: 04 / 2001
Seite: 127
Hoffnungsträger
Von
KOMMENTAR
Der Mann ist mehr als ein : Udo Kittelmann, 42, gerade zum Nachfolger von Jean-Christophe Ammann am Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main berufen, hat sich auf der Szene zeitgenössischer Kunst in den letzten Jahren wie kaum ein anderer seiner Generation profiliert. Vom freien Ausstellungskurator schaffte er 1994 den Sprung zum Kölnischen Kunstverein, der unter seiner Leitung ein Austragungsort ebenso spannender wie solider Auseinandersetzung mit aktueller Kunst wurde. In diesem Jahr ist Kittelmann darüber hinaus auch noch Kommissar des deutschen Beitrages für die Biennale in Venedig. Ein Amt, das internationale Aufmerksamkeit mit sich bringt. Und nun die Berufung nach Frankfurt. Kittelmann ist nach Kasper König, der jüngst die Leitung des Museum Ludwig in Köln übernahm, der zweite Direktor an einem renommierten Haus, dem der Stallgeruch fehlt. Auch er hat nicht Kunstgeschichte studiert, sondern eine Optiker-Lehre abgeschlossen. Dies schreckte weder seinen Vorgänger Ammann, dessen Favorit Kittelmann ganz offensichtlich war, noch den Frankfurter Kulturdezernenten Hans-Bernhard Nordhoff ab. Wofür beide uneingeschränkt zu loben sind. Frankfurt, von einem Spitzenplatz in den achtziger Jahren inzwischen zum Schlusslicht der Kunstszene abgestiegen, wird mit der Berufung Kittelmanns jetzt wieder interessant. Mit ein wenig Glück verbinden sich Kittelmann und die beiden anderen Zugänge Max Hollein (Schirn Kunsthalle) und Daniel Birnbaum (Städelschule) zum vitalen Triumvirat. Und dann müsste sich keiner mehr Sorgen machen um die Kunst in der Goethestadt.
Bildunterschrift: Udo Kittelmann /
