Ausgabe: 12 / 2000
Seite: 135
Potpourri aus Kunst und teurem Trödel
Von Axel Hecht
Estelle Ellis, Caroline Seebohm, Christoper S. Sykes: Leben mit Kunst - Kunstliebhaber und ihre Sammlungen. Gerstenberg Verlag, Hildesheim. 248 Seiten, 235 farbige Abbildungen. 128 Mark
Die erfolgreichste Sendung im ehemaligen Fernsehen der DDR hieß "Ein Kessel Buntes". Der Titel hätte auch gut als Motto zum vorliegenden Buch gepasst. In raschem, zuweilen sogar hektisch wirkendem Rhythmus fädelt das Autorentrio Wohnreportagen meist amerikanischer Sammler aneinander. Auf qualitätvolle Kollektionen folgen belanglose Ansammlungen gepflegten Trödels, unkritische Texte, die auch vor distanzloser Lobhudelei nicht zurückschrecken, machen den Wortbrei zu ermüdender Lektüre.
Dabei hätte der Blick hinter die Fassaden privater Sammler durchaus vergnüglichen Stoff für anspruchsvolle Voyeure abgeben können: Natürlich will der einschlägig interessierte Leser wissen, mit welcher Kunst sich Agnes Gund, einflussreiche Präsidentin des New Yorker Museums of Modern Art (MoMA), in den eigenen Wänden umgibt. Und ebenso natürlich ist unsere Neugier, nach welchen Kriterien Dorothy und Herbert Vogel - sie Bibliothekarin, er Postangestellter - mit schmalem Budget was gesammelt haben. Wer findig ist und sich von Werkzeuge sammelnden Baumarktbesitzern oder anderen Neureichen nicht abschrecken lässt, der kommt zuweilen bei den wirklichen Kunst-Aficionados schon auf seine Kosten. Hätten die drei Autoren doch nur strengere Kriterien angewandt, auf so manche gelackte Homestory verzichtet und wohlfeile Tipps zum Bilder-Rahmen und -Beleuchten unter den Tisch fallen lassen - dann wäre aus dem Wälzer ein recht spannendes und amüsantes Sammlerbuch geworden.
Bildunterschrift: Vom Rietveld-Stuhl bis zur afrikanischen Plastik: Agnes Gund, Präsidentin des New Yorker Museums of Modern Art, ist auch zu Hause eine Sammlerin /
