Ausgabe: 12 / 2000
Seite: 109
Stürmischer Beginn am Vierwaldstätter See
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Kunstmuseum Luzern: Mitarbeiter ziehen davon
Das Kunstmuseum Luzern residiert erst seit fünf Monaten in Jean Nouvels Palast am Vierwaldstätter See, da schlagen die Wogen bereits hoch. Daniel Kurjakovic, Assistent des Direktors Ulrich Loock, hat ebenso gekündigt wie die langjährige Verwaltungschefin Gabriela Walther, dazu eine Mitarbeiterin des Sekretariats. Ulrich Loock verstehe das Haus und seine Mitarbeiter nicht zu führen, heißt es in der Luzerner Kunstszene. Statt zu motivieren, polarisiere und verärgere er die Mitarbeiter durch einen rüden Umgangston. Prompt musste Loock vor dem Vorstand der Kunstgesellschaft Luzern "das schlechte Betriebsklima" rechtfertigen.
Als er jedoch seine Eröffnungsbilanz vorlegte, verstummten die Kritiker. Die Eröffnungsausstellung "Mixing Memory and Desire" sahen 15000 Besucher, es gab über 60 Führungen. Die 2300 Mitglieder der Kunstgesellschaft konnten 500 neue begrüßen, und 200 Lehrerinnen und Lehrer interessierten sich für das neue pädagogische Programm. "Natürlich ist es für uns schwierig, wenn drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Schlag gehen", kommentiert Loock den personellen Aderlass. Dafür scheinen jedoch auch persönliche Gründe verantwortlich zu sein. Die Verwaltungschefin will Museologie studieren, Kurjakovic wollte von vornherein nur den Aufbau des Hauses begleiten und ein Performance-Projekt betreuen. "Ich habe mit Ulrich Loock sehr gut zusammengearbeitet und will jetzt eines der Stellenangebote in Europa wahrnehmen, die sich mir bieten", begründet er seinen Abschied.
Wieso dann der Sturm im Wasserglas? "Ich bin eine Dampfwalze, und die Eröffnungsausstellung ist ein Ufo, für das der Landeplatz hier nicht groß genug ist", mutmaßt Direktor Ulrich Loock.
Bildunterschrift: Brachte Kritiker mit einer Erfolgsbilanz zum Schweigen: Ulrich Loock /
