Ausgabe: 12 / 2000
Seite: 107

Ein minimalistisches Meisterwerk für Vaduz

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Privatstiftung finanziert Museum

Endlich einmal kommt das Fürstentum Liechtenstein nicht wegen dubioser Finanzgeschäfte in die Schlagzeilen, sondern wegen eines neuen Museums. Am 12. November eröffnete das Kunstmuseum Liechtenstein im Hauptstädtchen Vaduz.

Für rund 30 Millionen Franken hat die private "Stiftung zur Errichtung eines Kunstmuseums" das neue Haus bauen lassen und es anschließend dem Land als Millenniumsgeschenk übergeben. Der 60 Meter lange, 25 Meter breite und 12 Meter hohe Quader der jungen Schweizer Architekten Morger, Degelo und Kerez ist mit seiner Außenhaut aus schwarz eingefärbtem und geschliffenem Beton nicht nur ein Lichblick im tristen Stadtzentrum. Er bietet mit 1750 Quadratmetern Ausstellungsfläche auch ein vielfältiges Raumprogramm, das auf zwei Geschossen zu einem freien Rundgang verbunden ist.

In dem Schmuckstück minimalistischer Museumsarchitektur werden Teile der berühmten fürstlichen sowie der staatlichen Sammlung Liechtensteins gezeigt. Die erste Wechselausstellung aus eigenem Bestand gilt unter anderem der Schule von Barbizon. Museumsdirektor Friedemann Malsch will "rationale Tendenzen des 20. Jahrhunderts", Surrealismus und Werke der Arte Povera zu den Schwerpunkten der staatlichen Sammlung machen.

Bildunterschrift: Minimalistisch: Kunstmuseum Liechtenstein /