Ausgabe: 12 / 2000
Seite: 54-57

"Ich hoffe, wir werden Widerspruch erfahren"

Von Silke Mller

INTERVIEW / Noch 19 Monate bis zur Eröffnung der Documenta 11 in Kassel: Welche Visionen verfolgt der künstlerische Leiter Okwui Enwezor - und wie geht er seine Aufgabe an, die bekannteste und erfolgreichste Kunstausstellung der Welt zu organisieren?

Mitte Oktober stellte Okwui Enwezor sein Team in Kassel vor und kündigte an, die Documenta 11 mit einer Reihe von so genannten Plattformen zu eröffnen. Unter dem Titel "Democracy Unrealized" ("Demokratie als unvollendeter Prozess") beginnt das Unternehmen Documenta 11 im März 2001 in Wien. ART-Redakteurin Silke Müller sprach mit Okwui Enwezor.

ART: Am 12. Oktober haben Sie Ihr Kuratorenteam der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie lange arbeiten Sie bereits zusammen?

Enwezor: Wir arbeiten seit Februar 1999 miteinander.

ART: Die Documenta nimmt also bereits Gestalt an?

Enwezor: Absolut.

ART: Wie muss man sich Ihre Zusammenarbeit vorstellen?

Enwezor: Die Kuratoren bringen ein unglaubliches Spektrum an Erfahrungen und Haltungen zur zeitgenössischen Kunst in die Gruppe. Allein schon deswegen verteilen wir keine spezifischen Aufgaben an einzelne Personen. Ich bin überzeugt davon, dass es ein großer Vorteil ist, die unterschiedlichen intellektuellen und ästhetischen Interessen aller Kuratoren zu kennen und das ganze Spektrum an Leidenschaften an einen Tisch zu bringen. Es ist fast wie eine Reihe von Seminaren, die wir miteinander abhalten. Präsentationen und Diskussionen - so arbeiten wir.

ART: Wie oft treffen Sie sich - und wo?

Enwezor: An verschiedenen Orten und in unterschiedlicher Zusammensetzung - und bisher bereits mindestens zehn Mal. Wir sprechen unentwegt miteinander.

ART: Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Mitarbeiter ausgewählt?

Enwezor: Mir ging es ganz besonders darum, keine Leute einzuladen, die ausschließlich als Kuratoren betrachtet werden. Ich möchte mit Menschen zusammenarbeiten, an deren intellektueller Arbeit ich mich reiben kann und die mit ihrer bisherigen Arbeit Haltungen und Positionen vertreten, die ich respektieren kann. Leute, die den Diskurs erweitern, die die Fähigkeit mitbringen, eine komplexe intellektuelle Diskussion entstehen zu lassen. Und die in der Lage sind, die Fragen aufzuwerfen, die wir in den unterschiedlichen Facetten der Documenta 11 ansprechen wollen.

ART: Haben Sie bereits früher mit einigen der Kuratoren zusammengearbeitet?

Enwezor: Ja. Besonders mit Octavio Zaya habe ich auf verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet. Wir haben einige Ausstellungen zusammen konzipiert.

ART: Welche?

Enwezor: "In/sight" am Guggenheim Museum in New York und die zweite Biennale in Johannesburg. Natürlich ist Octavio auch der Chefredakteur eines wichtigen spanischen Kulturmagazins, "Atlantica". Wie auch immer - wir versuchen, eine gewisse Offenheit innerhalb der Gruppe herzustellen, Raum für weitreichende Kritik unserer Haltungen zu schaffen, und um schließlich die Essenz dessen herauszufiltern, was wir wirklich entwickeln wollen.

ART: Sie haben ein sehr internationales Team zusammengestellt. Es gibt Kuratoren mit lateinamerikanischer und afrikanischer Herkunft. Das weckt Hoffnungen, auf der Documenta 11 mehr Kunst aus diesen Ländern kennenzulernen. Werden Sie mich enttäuschen?

Enwezor: Das hoffe ich aufrichtig! Was zählt, ist die intellektuelle Biografie meiner Kollegen - und nicht unbedingt die Orte, an denen sie geboren sind. Das heißt nicht, dass dies ohne Bedeutung ist. Aber nur, weil ein Kurator aus den USA stammt, wird es nicht besonders viele Künstler aus den USA auf der Documenta geben - nein! Also, diese Leute repräsentieren nicht mehr und nicht weniger als die Ideen, die sie an unseren Tisch bringen.

ART: Sprechen wir doch einmal über Länder, die nicht zur akzeptierten westlichen Kunstwelt zählen - wie zum Beispiel der Iran: Ich habe den Eindruck, auf dem Gebiet der Literatur, des Films und der Musik geschehen dort sehr viel spannendere Dinge als im Bereich der bildenden Kunst. Greifen Sie solche Entwicklungen auf?

Enwezor: Natürlich liegt es auf der Hand, dass wir recherchieren, was an solchen Orten existiert. Aber wir sollten wirklich nicht so ohne weiteres behaupten, bildende Kunst spiele in diesen Gesellschaften eine geringere Rolle als im Westen. Es wäre falsch, per se von einer solchen Vermutung auszugehen. Wir müssen wirklich sehr sorgfältig arbeiten, damit wir nicht jene Praktiken übersehen, die uns in ihrem besonderen Kontext vielleicht nebensächlich erscheinen, die aber möglicherweise etwas sehr Grundsätzliches zu einem Projekt wie der Documenta 11 beitragen können.

ART: So ein Unternehmen wie die Documenta schürt ja unterschiedliche Hoffnungen, Erwartungen und Ansprüche. Für manche ist es einfach nur ein weiteres großes Event wie zum Beispiel die Expo, Open-Air-Festivals oder ein Musical. Für die anderen ist es eine abgehobene Veranstaltung für die eingeweihten Kreise der Kunstszene. Was wird Ihre Documenta sein?

Enwezor: Zunächst einmal ist die Documenta einfach nur die Documenta - und mit nichts anderem vergleichbar. Wir folgen weder der Logik einer Expo noch einer Philosophie der Exklusivität. Doch ich sehe diese beiden Punkte nicht notwendigerweise als Gegensätze. Ich glaube, historisch gesehen ist die Documenta ein sehr wichtiger Ort gewesen, um zum Teil sehr schwierige und komplexe Ideen aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst in Umlauf zu bringen. Mit der Zeit hat sich dann eine breite Öffentlichkeit kritisch mit diesen Ideen auseinandergesetzt. Ich sehe also kein Problem darin, gleich am Anfang des Unternehmens Documenta 11 nicht verstanden zu werden. Manche sagen, Catherine David sei für ihre Documenta sehr hart kritisiert worden. Aber nach einer gewissen Zeit beginnen wir, die komplexe Materie zu schätzen, mit der sie umzugehen versuchte - und die Art, wie sie bestimmte Diskurse wieder miteinander verkoppeln wollte.

Was ich mir wünschen würde, ist, dass die Documenta 11 ganz präzise und kritisch die Vorstellungen, die man im Allgemeinen mit der Institution Documenta verbindet, konstruktiv aufgreift, kommentiert und weiterentwickelt. Es geht darum, Öffentlichkeit herzustellen. Das heißt, man schafft Orte und Räume des Engagements und ermöglicht eine Kultur der öffentlichen Debatte. Das wäre meine Hoffnung.

ART: Sie bauen also auf einen Prozess der Bewusstseinsbildung auf Seiten der Besucher. Sie erwarten, dass diese sich die Zeit nehmen, mit den Themen und Angeboten der Documenta zu arbeiten?

Enwezor: Genau. Wir wollen diese zeitlich und räumlich begrenzte Struktur greifbar machen und besetzen. Ob dieser Ansatz funktioniert, müssen wir noch herausfinden. Aber für die Documenta 11 ist es wichtig, dass alle diese unterschiedlichen Plattformen in einem mikrokulturellen und mikrokontextuellen Sinn arbeiten - und nicht auf der Ebene einer Metastruktur, die wir ja bei der Ausstellung selbst haben. Wir haben es also wirklich mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Beziehungen innerhalb der Kulturen zu tun - und müssen in der Lage sein, unterschiedliche Positionen in einer kritischen und produktiven Art zu diskutieren.

ART: Sie haben angekündigt, die eben erwähnten Plattformen rund um die Welt zu installieren. Können Sie uns bitte erklären, was es damit auf sich hat?

Enwezor: Die Plattformen sind zunächst einmal ein Weg, nicht nur die intellektuelle Biografie der Ausstellung aufzubauen, sondern auch die Konstruktion und das Umfeld, in dem eine solche Konstruktion entsteht, sichtbar zu machen. Wir erfinden weder die Idee der Plattform neu, noch könnten wir die Plattformen realisieren, ohne spezifische Partner zu finden, die zum Teil schon seit vielen Jahren an den Themen arbeiten, auf die wir uns konzentrieren wollen. Die erste Plattform in Wien im nächsten März ist eine Gelegenheit, in diesen öffentlichen Dialog einzusteigen, bevor er überhaupt seine eigene Form gefunden hat.

Der zweite Aspekt daran ist, zu verstehen, dass es bestimmte Diskurse gibt, die für die zeitgenössische Kunst von großer Bedeutung sind, die aber nicht als Objekte in eine Ausstellung integriert werden können. Die Idee ist also, ein Netzwerk von Beziehungen zwischen der Documenta und anderen bestehenden institutionellen Strukturen zu knüpfen. Ohne die Ausstellung mit einem Anspruch belasten zu wollen, so denke ich doch, sie sollte in der Lage sein, in ein und derselben Sprache und im Rahmen eines spezifischen Diskurses jederzeit möglichst viele verschiedene Leute anzusprechen. Und ich würde mir wünschen, dass sie in der Lage ist, ein anderes Wahrnehmungsumfeld herzustellen.

ART: Die Documenta 11 beginnt also tatsächlich schon im kommenden März?

Enwezor: Die Plattform im Frühjahr nächsten Jahres ist nicht einfach nur ein Projekt, es ist der Beginn der Documenta 11. Wir werden fünf Plattformen haben: Die erste besteht aus drei Teilen - Wien, London, Berlin. Plattform zwei: Neu Delhi. Plattform drei: irgendwo in den Amerikas. Plattform vier: irgendwo in Afrika. Plattform fünf: Kassel. Sie sind das, was die Documenta ausmacht. Sie sind keine Vorbereitungen für das Ereignis. Sie sind das Ereignis.

ART: In einer Pressekonferenz haben Sie gesagt, die Documenta 11 werde nicht nur den Augen, Ohren und dem Kopf etwas bieten, sondern auch dem Herzen. Zudem heißt es, an jedem der 100 Tage von Kassel sei ein Ereignis geplant. Das klingt nach Abwechslung und Unterhaltung.

Enwezor: Ich glaube nicht, dass jeder Tag aufregend sein muss. Das macht es nicht notwendigerweise unterhaltsam. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass die Ausstellung definitiv 100 Tage dauern wird. Und was Entertainment und Kunst betrifft, so liegt das in der Hand des Betrachters. Aber was völlig klar ist - und was im Sinne der Geschichte der Documenta immer schon klar war: Die Seriosität der Documenta steht nicht zur Debatte. Und die Besucher unterschiedlichster Herkunft, die eine Documenta besucht haben, sind durch die Erfahrung, sich mit Kunst beschäftigt zu haben, verwandelt nach Hause gegangen. Und nicht nur das: Sie haben auch ihre Kategorien, in denen sie über Kunst denken, verändert und erweitert. Wenn wir auf dieser Ebene erfolgreich sind, bin ich glücklich.

ART: Sie glauben also, wenn Sie es fertigbringen, die Herzen der Menschen zu erreichen, werden diese sich verstärkt mit zeitgenössischer Kunst beschäftigen?

Enwezor: Wenn das jetzt zu einem Schlagwort wird, die "Documenta der Herzen", warum nicht. Aber warum kann es nicht auch die "Documenta der Seele" werden? Es gibt noch viel mehr spirituelle Möglichkeiten, das zu betrachten. Ich glaube, wir können den Weg nicht vorschreiben, auf dem die Menschen Ideen mitnehmen, oder die Art, wie diese Ideen genutzt werden. Was zählt, ist die Mitarbeit an einem interpretativen und diskursiven Prozess. Bislang reagiert die Öffentlichkeit darauf sehr freundlich. Ich hoffe, wir werden ein paar ernste Widersprüche erfahren, und dass es eine produktive Kritik an den Plattformen der gesamten Documenta 11 geben wird. Ich glaube, das ist sehr wichtig für die Documenta. Wenn wir eine Documenta machen, die nur die Augen, Ohren und Herzen anspricht, dann wäre es uns nicht gelungen, den Besucher und sein innerstes Interesse zu bewegen.

ART: Bleiben wir doch in Kassel: Was halten Sie von den Gebäuden und Einrichtungen der Documenta? Es heißt, Sie hätten bereits mit allen Direktoren der Kasseler Museen gesprochen. Sie scheinen also eine klare Vorstellung von der örtlichen Situation zu haben.

Enwezor: Ich bin immer wieder fasziniert von der Fülle an Möglichkeiten und dem Reichtum an institutionellen Strukturen, die in einer kleinen Stadt wie Kassel existieren. Ich nehme an, das trifft auf viele andere deutsche Städte ebenfalls zu. Doch ich kann nur eines sagen: Die Documenta hat zwei Gebäude, das Fridericianum und die Documenta-Halle - der Rest muss sich zeigen.

Natürlich wäre es wundervoll, mit anderen Institutionen in der Stadt zusammenzuarbeiten, aber ich glaube nicht, dass wir das endlos ausweiten können. Wir müssen ein Umfeld finden, das für künstlerische Projekte taugt - und es auf ein Ausmaß beschränken, das für das Publikum zu bewältigen ist.

ART: Werden Sie Aufträge an Künstler vergeben?

Enwezor: Nein, Aufträge an Künstler vergeben wir nicht, wir antworten auf Vorschläge.

ART: Dann ist dies also eine Einladung an alle Künstler der Welt, Ihnen einen Vorschlag zu schicken?

Enwezor: Absolut nicht. Wir erbitten Vorschläge. Wenn Sie nichts von uns hören, schicken Sie uns bloß keinen Vorschlag!

ART: Vor einiger Zeit haben Sie gesagt, sie werden weniger Künstler einladen als Ihre Vorgänger. Aber die Leute erwarten ein spektakuläres Ereignis und einen Riesenerfolg an der Kasse. Wie gehen Sie damit um?

Enwezor: Ich hoffe, sie werden mich nicht auf Zahlen festlegen - wie viele Künstler es sein werden oder nicht. Ich glaube, man beginnt immer mit der Vorstellung, die Ausstellung verdichten zu wollen, und dass es nicht immer eine so große Anzahl von Arbeiten gibt, die um ein bestimmtes Feld herum produziert werden. Aber wir müssen einfach abwarten, wie es ausgeht. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ab, dass wir eine ganze Reihe anderer Positionen vorstellen werden, die jenseits dessen liegen, was wir für gewöhnlich unter Kunst verstehen. Aber zählen kann ich sie nicht, stellen Sie sich doch einmal vor, die Grundlage unserer Arbeit wären Überlegungen wie: "Documenta 9 hatte 170 Künstler, also muss ich 169 haben" - das ergibt wirklich keinen Sinn!

ART: Zu diesem Zeitpunkt der Documenta-Vorbereitung müssten Sie doch schon eine Vorstellung von den zentralen Arbeiten der Ausstellung haben. Erzählen Sie doch mal!

Enwezor: Nun, das will ich wohl hoffen, dass wir eine Anzahl von Künstlern haben, mit denen wir arbeiten. Es sind bereits 18 Monate vergangen! Aber im Ernst: Zahlen erzählen wirklich nicht die Geschichte der Ausstellung. Es geht vor allem darum, das stärkste Zusammentreffen von interessanten und herausfordernden Ideen zu haben, die der Öffentlichkeit zauberhaft präsentiert werden.

ART: Lassen Sie uns über Politik und Kunst reden: Der Friedensprozess im Nahen Osten hat sich in einen nicht erklärten Krieg verwandelt. Glauben Sie, Kunst-Ereignisse wie die Documenta sollten aktuelle politische Probleme ignorieren, oder fühlen Sie eine gewisse intellektuelle Verantwortung?

Enwezor: Nein, ich fühle mich nicht im geringsten verantwortlich. Wenn dieses Thema in der Arbeit eines Künstlers zur Sprache kommt und ihn interessiert - warum nicht? Er oder sie darf das natürlich tun. Aber heißt das, nur weil er es tut, muss es unbedingt in der Ausstellung vorkommen? Nein! Die Documenta hat natürlich die Möglichkeit, über einige dieser Fragen zu sprechen, aber das muss nicht immer in Form einer Ausstellung illustriert werden. Persönlich bin ich natürlich sehr an den Nachrichten aus verschiedenen Teilen der Welt interessiert; würde ich die eine oder die andere bevorzugen? Nein! Die künstlerischen Arbeiten müssen mehr leisten, als einfach nur einengende Visionen zu präsentieren.

ART: Glauben Sie, Kunst kann einen Weg zwischen Globalisierung und Verwestlichung auf der einen und der manchmal repressiven lokalen oder nationalen Ästhetik einiger nicht westlicher Kulturen ebnen?

Enwezor: Für mich geht es eigentlich immer damit los, den Begriff des Westens an sich zu hinterfragen: Ist der so genannte Westen nicht vielleicht eine Erfindung? Selbst wenn es nicht so sein sollte, so ist es doch ein sehr amorphes Gebilde. Ich glaube, wir müssen wirklich aufpassen, dass wir nicht in diesen Diskurs hineingeraten, der immer nur simple Gegensätze reproduziert. Ich zögere wirklich, auf der Ebene der Opposition von westlich und nicht westlich zu arbeiten.

ART: Denken Sie an den Eröffnungstag der Documenta in Kassel: Was ist Ihr größter Wunsch?

Enwezor: Dass die Strom-Industrie nicht in Streik tritt und die Lampen angehen.

"Die Kuratoren bringen ein unglaubliches Spektrum an Erfahrungen und Haltungen zur zeitgenössischen Kunst in die Gruppe" - OKWUI ENWEZOR

ZUR PERSON

Okwui Enwezor

Der 1963 in Nigeria geborene Ausstellungsmacher kam 1982 in die USA und studierte in New York Literatur- und Politikwissenschaft. 1993 gründete er das auf afrikanische Kunst spezialisierte Magazin "Nka: Journal of Contemporary Art". Bekannt wurde er mit der Ausstellung "In/sight - Afrikanische Fotografen von 1940 bis zur Gegenwart" (1996, Guggenheim Museum, New York), 1997 organisierte er die Biennale von Johannesburg, 1988 wurde er zum Leiter der Documenta 11 berufen. Bis 14. Januar 2001 läuft in Turin die von Enwezor kuratierte Schau "Mirror's Edge" (ART 11/2000; anschließend Glasgow). Zudem organisierte er die Ausstellung "Das kurze Jahrhundert", 15. Februar bis 22. April, Villa Stuck, München (danach Berlin, Chicago, New York).

Bildunterschrift: Okwui Enwezor im Gespräch mit ART-Redakteurin Silke Müller / Okwui Enwezor stellte in Kassel sein Kuratoren-Team für die Documenta 11 vor, die vom 8. Juni bis 15. September 2002 stattfinden wird / Das Team der Documenta 11 - UTE META BAUER, geboren in Deutschland, Kuratorin und Professorin am Institut für Gegenwartskunst der Akademie der bildenden Künste, Wien. MARK NASH aus London, Filmproduzent und Professor für Filmgeschichte und -theorie an der School of Art and Theory, London. CARLOS BASUALDO, geboren in Argentinien, Chefkurator am Wexner Center for the Arts, Columbus, Ohio. SARAT MAHARAJ aus Südafrika, Professor für Kunstgeschichte und -theorie am Goldsmiths' College, London, und erster Rudolf Arnheim-Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität, Berlin. OKWUI ENWEZOR. SUSANNE GHEZ, USA, Direktorin und Chefkuratorin der Renaissance Society an der Universität von Chicago. OCTAVIO ZAYA, geboren in Spanien, Kurator und Mitherausgeber der Kulturzeitschrift "Atlantica" (von links nach rechts) /