Ausgabe: 11 / 2000
Seite: 145

Rückkehr an den Geburtsort

Von

Chillida baut Museum für seine eigenen Werke

Der baskische Bildhauer Eduardo Chillida hat sich einen Traum verwirklicht. Ohne öffentliche Mittel schuf er sein eigenes Museum, das im September eröffnete "Chillida-leku" bei San Sebastian. An diesem Ort - in der baskischen Sprache "leku" - zeigt er seine Werke aus den vergangenen Jahrzehnten. Dort wartete auch die sechs Meter hohe und 50 Tonnen schwere Skulptur "Berlin" auf ihre Reise zum Bestimmungsort vor dem Kanzleramt in Berlin.

1981, als Chillidas Pariser Galerist Aime Maeght starb, begann der Bildhauer, ein Haus zu suchen, und wurde ein Jahr darauf fündig: ein Areal von zwölf Hektar zwischen San Sebastian an der Atlantikküste, wo der Künstler 1924 geboren wurde, und Hernani, wo er begonnen hatte, Eisen und Stahl zu schmieden. Das Gebäude, dessen Konstruktion aus Naturstein und Holzbalken bei der Renovierung respektiert wurde, nimmt über hundert Werke aus Granit sowie aus dem ab 1965 von Chillida verwendeten Alabaster und im oberen Geschoss früheste Arbeiten aus Gips und Eisen auf. Zeichnungen, Collagen und dreidimensionale Papierarbeiten sind in einem kleinen Kabinett zu sehen. Nach den aufwendigen Renovierungsarbeiten konnte das Museum nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zu ihm gehören auch ein Vortragssaal, eine Bibliothek und ein Chillida-Forschungsarchiv, das die acht Töchter und Söhne Chillidas betreuen.

Internet: www.eduardo-chillida.com

Bildunterschrift: Kunst im Landhaus: Innenansicht des neuen Chillida-Museums /