Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 111

Ein Museumsplatz auf Dauer lockt die Sammler

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Schenkungen: Zuwachs für ostdeutsche Museen

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Nicht nur das Weimarer Institut ist erfolgreich, auch andere ostdeutsche Museumsdirektoren entdecken die Sammler - und etliche Kunst-Besitzer den Osten. Weil zu DDR-Zeiten keine West-Kunst in die Museen kam und die durch die Aktion "Entartete Kunst" dezimierten Bestände nicht wieder aufgefüllt wurden, haben viele Häuser große Sammlungslücken. Das macht sie für Stifter interessant; die haben gute Chancen, ihre Gaben dauerhaft zu präsentieren.

Die bislang spektakulärsten Beispiele waren die Eröffnung des Neuen Museums in Weimar mit der Sammlung des ehemaligen Kölner Galeristen Paul Maenz (ART 1/1999), die Übertragung der Sammlung des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI an die Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst (ART 5/1998) und die Überführung der von Rückgabeansprüchen der Erben bedrohten Sammlung Maximilian Speck von Sternburg (ART 7/1998) in eine Stiftung für das Leipziger Museum der bildenden Künste.

Reines Mäzenatentum ist zwar selten, kommt aber vor: Der in Sao Paulo lebende gebürtige Dresdner Gerard Arnold hat mit dem Gemälde "Angelica und Medoro" des Rokoko-Malers Louis de Silvestre ( 1675 bis 1760) bereits das vierte Bild für die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister ersteigert. Es war bei einer Auktion als Werk eines unbekannten Malers angeboten worden. Die Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz erhielten mit der Stiftung Mittelsten Scheid und der Leihgabe der Sammlung Lühl umfangreiche Konvolute internationaler zeitgenössischer Kunst.

Oft jedoch sind komplizierte Finanzierungsmodelle nötig, um an private Sammlungen zu gelangen. Damit das Staatliche Museum Schwerin die 5,1 Millionen Mark für 69 Werke von Marcel Duchamp aus der Sammlung Ronny van de Velde (ART 9/1996) aufbringen konnte, mußten Gelder von Bund, Land, Nord LB und der Provinzial Brandkasse zusammengetragen werden. Die 400 Mappen mit Druckgrafiken der zwanziger Jahre aus der Samm-Jung Alfred Hoh für das Lindenau-Museum Altenburg bezahlten das Land Thüringen, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Dresdner Bank gemeinsam.

Für die junge Kunst schuf die Ostdeutsche Sparkassenstiftung einen interessanten Präzedenzfall: Sie überließ sächsischen Museen jene Kunstwerke als Leihgabe, die sich vorher die Museumsdirektoren aus der Schau "Vitale Module. Gegenwartskunst aus Sachsen" (ART I/1998) ausgesucht hatten - einer von der Stiftung finanzierten Ausstellung. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig bekam Werke von Adam Page/Eva Hertzsch und Olaf Nicolai, ein Gemälde von Neo Rauch ging an die Gemäldegalerie Neue Meister in Dresden und eine Installation von Till Exit an das Städtische Museum Zwickau. Dort werben sie jetzt dauerhaft für den Sponsor der längst vergangenen Schau. Tim Sommer