Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 112
Wer trägt die Verantwortung für das Millionenminus?
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Finanzen: Haushaltsloch im Mannheimer Reiss-Museum
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Ein Zwischenbericht für den Gemeinderat macht vielmehr Fehleinschätzungen bei den Kosten für Sonderausstellungen und bei den Katalogauflagen verantwortlich. Genannt werden "Mängel in der Haushaltsführung", wie zum Beispiel "nicht korrekt zugeordnete Verbuchungen", sowie die Vermischung der Ausgabenbereiche, "so daß Überschreitungen nicht rechtzeitig entdeckt werden konnten". Größere Etatlöcher entstanden auch, weil bereits eingeplante Anschlußstationen der Sonderpräsentationen ausfielen.
Karin von Welck, bis Oktober Direktorin des Mannheimer Reiss-Museums und jetzt in Berlin Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, sieht den Grund für die Finanzmisere vor allem in der mangelhaften Risikoabsicherung des Museums bei Großprojekten. Die Gemeinnützige Förderungsgesellschaft mbH, die bei großen Sonderausstellungen Ausfallbürgschaften übernehmen sollte, verfügt zur Zeit nur über Mittel in Höhe von 250000 Mark. Mit Geldern von Sponsoren und Mäzenen hat die ehemalige Direktorin inzwischen die 1,8 Millionen Mark Mehrausgaben begleichen können. Die Stadt Mannheim übernimmt 1,5 Millionen Mark, "so daß wir", sagt Direktor Alfried Wieczorek, "mit ausgeglichenem Etat neu starten".
Der Mannheimer Gemeinderat hat jetzt beschlossen, externe Prüfer einzusetzen, um die "haushaltstechnische Abwicklung der Sonderausstellungen der letzten Jahre" zu beleuchten und das Ausmaß des Schadens festzustellen. Auch die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Ermittlungen anstellt. Ruth Händler
