Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 112
Ehemaliger documenta-Leiter soll nun vermitteln
Von
Ausstellungen: Jan Hoet als Koordinator der "Zeitwenden"
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Bei der "Konklave" genannten Zusammenkunft im Oktober 1997 auf dem Bonner Petersberg hatten Hoet und 32 weitere Kuratoren Vorschläge für die Kunstschau zur Jahrtausendwende gemacht und die Einsetzung von fünf internationalen Ko-Kuratoren gefordert (ART 12/1997). Zu den daraufhin Gewählten zählte auch der später zum Leiter der documenta 11 berufene Nigerianer Okwui Enwezor. Acht Monate später jedoch erhielten Enwezor und seine vier Kollegen vom Sprecher des "Zeitwenden"-Direktoriums, dem Journalisten Walter Smerling, die Kündigung - aus angeblich finanziellen Gründen. "Es tut uns schrecklich leid aber wir sind gezwungen, unsere Zusammenarbeit zu beenden." Nach vergeblichen Versuchen des "Zeitwenden"-Aufsichtsratsvorsitzenden Christoph Graf Douglas, die fünf wieder zurück ins Boot zu bekommen ("Meiner Meinung nach sind Sie nie entlassen worden."), soll nun Hoet versuchen, den Kontakt wieder aufzunehmen. Die Ko-Kuratoren habenjedoch in einem gemeinsamen Briefdeutlich gemacht, daß sie für "Zeitwenden" nicht mehr zur Verfügung stehen: "Die Entwicklungen der letzten Monate schaden der professionellen internationalen Kunstszene wie nichts anderes zuvor", heißt es in ihrem Schreiben.
Nun scheint auch der Hauptsponsor auf Distanz zu gehen: Schon vor mehr als einem Jahr hatte die Deutsche Telekom ihr Engagement für "Zeitwenden" verkündet _ auf den Anzeigen für die Ausstellung jedoch fehlt das Logo des Unternehmens. Stefan Koldehoff
