Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 116
Die Greuel der Nazis prägten sein Kunstempfinden
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Eröffnung: Museum für Armando in Amersfoort
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In der restaurierten Elleboog-Kirche von Amersfoort hat der Niederländer jetzt ein eigenes Museum bekommen.
Auch Berlin, wo er seit 1979 lebt, hatte Interesse an der Sammlung gezeigt - doch entschied sich Armando für die Stadt, in der er seine Jugend verbracht hat: Der 1929 als Herman Dirk van Dodeweerd geborene Künstler wuchs in unmittelbarer Nähe eines Nazi-Durchgangslagers auf. Der Terror und die Greueltaten, die er mit ansehen mußte oder hinter dem Stacheldraht vermuten konnte, prägten ihn; später wurden sie zur unerschöpflichen Inspirationsquelle.
Seine Bilder beschränken sich auf Weiß, Grau und Schwarz; Gewehre, Zäune, Fahnen oder Räder sind immer wiederkehrende Motive. 20 seiner Arbeiten sind jetzt zusammen mit der monumentalen Bronzeskulptur "Der Feldzug" im Kirchenschiff ausgestellt; sie bilden den Grundstock der Kollektion. Hinzu kommen als permanente Leihgabe 200 weitere Arbeiten, darunter auch Gedichte, Manuskripte sowie CDs und Videos von Musik-, Film- und Fernsehproduktionen.
Initiator und Direktor des neuen Museums ist Paul Coumans vom Kunstzentrum "Zonnehof `, das Armandos Werk 1993 erstmals umfassend präsentierte. Daß sein neues Haus zum Mausoleum mit einer starren Kollektion werden könnte, fürchtet Coumans nicht: Mit einem jährlichen Budget von umgerechnet 270000 Mark will er auch Arbeiten verwandter Künstler ankaufen sowie Wechselausstellungen, Lesungen und Theatervorstellungen organisieren. Außerdem versprach Armando, dem Museum nach seinem Tod einen Großteil seiner Werke zu vermachen - und sein Schaffensdrang ist ungebremst. Kerstin Schweighöfer
