Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 117

Den Studenten gefällt ihr neues Gebäude nicht

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Architektur: Philippe Starck erweitert Pariser Kunsthochschule

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Seinen ersten öffentlichen Bau in Paris mußte Philippe Starck gemeinsam mit dem Architekten Luc Arsene-Henry entwerfen zur Zusammenarbeit war der Star-Designer gezwungen, weil er kein Diplom in Architektur besitzt. Herausgekommen ist ein knapp 6000 Quadratmeter großes Gebäude, dessen Kosten von umgerechnet 14,9 Millionen Mark das Kulturministerium trug. Tagsüber ist nach außen nur eine monumentale, fensterlose Mauer aus weißem Material zu sehen abends aber dringt von innen Licht durch den "abgeschalteten Bildschirm", wie Starck die Fassade nennt. Der Passant, so erläutert er, solle die Arbeitsintensität erahnen, die im Gebäude herrsche. Die dem Garten zugewandte Seite des Hauses ist ganz aus Glas.

"Eine Feuermauer als Fassade einer Kunsthochschule ist Unsinn", behaupten die Professoren; der Architekturkritiker Manuel Delluc bemängelt, daß Starck die fatale Neigung habe, aufalle Gegenstände seinen narzißtischen Stil anzuwenden. Und Frederic Edelmann kritisiert in "Le Monde" das Gebäude als innenarchitektonisch "wenig funktionell".

Das Haus an der Rue d'Ulm, mitten im Quartier Latin, muß in seiner Nachbarschaft mit klassizistischen Denkmälern wie dem Pantheon konkurrieren - vielleicht ist Starcks Architektur deshalb so pompös geraten, In der Innengestaltung dagegen zieht sich der sonst so genial verspielte Designeraufdie amerikanische Minimal Art eines Dan Flavin zurück: Ein mit rotem Neonlicht beleuchteter Gang führt in vergleichsweise kleine Arbeitszimmer; das über die Gartenseite eindringende Tageslicht wird durch eine phantasielose Raumaufteilung verschenkt. Robert Fleck