Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 118
Kunstwerke im Fitneß-Club und in der Hotelbar
Von
Kommerz: Britischer Arts Council vermietet seine Bilder
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Jetzt fürchten Kritiker fortschreitende Kommerzialisierung. Mit dem Amtsantritt des Unternehmers Gerry Robinson als ehrenamtlicher Vorsitzender geriet der Arts Council im Mai 1998 in die Schlagzeilen. Der in Irland geborene Sonntagsmaler leitet den erfolgreichen Freizeitkonzern "Granada". Seine dort mit Erfolg praktizierte Politik der Gesundschrumpfung wandte Robinson sofort auf den Arts Council an: Er speckte die Bürokratie ab, organisierte die Entscheidungsgremien neu, schloß die Dokumentarfilm-Abteilung und verstärkte den Einfluß regionaler Ableger der Behörde. Viele bezweifeln, daß marktwirtschaftliche Prinzipien eine glückliche und dauerhafte Ehe mit der Kulturförderung eingehen können. Robinson jedoch macht unbeirrt weiter, obwohl er gleichzeitig eine Erhöhung der staatlichen Kultursubventionen um das Vierfache fordert.
Michael O'Dwyer jedenfalls, Manager des Londoner "Marriot"-Hotels, ist hocherfreut "über die einmalige Chance, gute Kunst einem breiten Publikum zu zeigen". Und der Arts Council hofft, von dem Projekt noch weiter zu profitieren: Die Hayward Gallery im Kulturzentrum South Bank, die seine Sammlung verwaltet, liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt. Hans Pietsch
