Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 122-123
Wieder Mal: Sotheby's
Von
Wieder Mal: Sotheby's Robert Lacey: Sotheby's Die Kunst der Auktionen. Eine Ertalesgeschichte. Wilhelm Heyne Verlog München. 400 Seiten, 80 Schwarzweiß-Abbißungen. 58 Mark
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Robert Laceys Geschichte des Londoner Auktionshauses Sotheby's beginnt und endet damit, daß Menschenviel Geld füreigentlich wertlose Gegenstände ausgebensehr zur Freude des Auktionators.
Dazwischen jedoch ist wieder nur zu lesen, was schon in so vielen Büchern erzählt wurde: 200 Jahre Auktionsgeschichte, vom Londoner Buchhändler Samuel Baker, der im 18, Jahrhundert das Haus gründete, bis zum Amerikaner Alfred Taubman, dem heute ein internationaler Konzern mit Milliardenumsatz gehört. Der noch immer andauernde Konkurrenzkampf mit dem Rivalen Christie's kommt nur am Rand vor, keine Skandale werden aufgedeckt, und selbst über die schillemde Figur Peter Wilson erfährt man nichts Neues: Der radikale Modernisierer zerrte in den fünfziger Jahren den verschlafenen Betrieb ins 20. Jahrhundert; seine Methoden dabei wären der Analyse wert.
Doch Lacey interessiert vor allem Klatsch und Tratsch der oberen Zehntausend. In den siebziger Jahren machte er ein Vermögen mit einer Biografie von Königin Elisabeth II., gefolgt von Büchern über Persönlichkeiten wie Henry Ford und Grace Kelly. Der erfolgreiche Autor bewegt sich in eben den Kreisen, die er porträtiert; ihm fehlt die notwendige Distanz. Seine Geschichte des Londoner Auktionshauses jedenfalls vermittelt wenig neue Einsichtenund dürfte ihm kaum Reichtümer einbringen. Hans Pietsch
