Ausgabe: 02 / 1999
Seite: 122
Wiederentdeckter Klassiker
Von
Markus Krause: Kori Hortung 1908-1967. Prestel-Verlag München. 280 Seiten, 1000 ildungen, davon 33 in Farbe. 148 Maric
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Zum 90. Geburtstag nun gibt das Bremer Gerhard Marcks Haus (vom 31 . Januar bis 11 . April) Einblick in das umfangreiche Werk des Bildhauers, dessen großes Thema die Metamorphose alles Lebendigen war. Mit seinen weich geschwungenen, biomorphen Formen galt Hartung nach dem Krieg als Symbolfigur für den Anschluß Deutschlands an die internationale Kunst. Auch Mitte der fünfziger Jahre, als er die bis dahin glatte Oberfläche seiner Plastiken aufriß und mit tiefen Schründen durchzog, gab er noch einmal den Ton an - gemeinsam mit Bernhard Heiliger und Otto Herbert Hajek, die zu ähnlichen Lösungen gefunden hatten.
Mehrere Kunsthistoriker versuchten vergeblich, eine Monografie des Künstlers zu erstellen. Bis zu seinem Tod 1967 fand der vielbeschäftigte Hartung keine Zeit, ein solches Vorhaben zu unterstützen. Nun endlich liegt eine detaillierte, solide recherchierte Werk- und Lebensbeschreibung vor, kombiniert mit einem Verzeichnis von 808 Plastiken. Kenntnisreich und einfühlsam zeichnet der Autor Markus Krause die künstlerische Entwicklung des Bildhauers nach, erläutert den historischen Kontext, zieht Querverbindungen, macht Einflüsse und Vorbilder deutlich und schärft den Blick für Hartungs Ausdruckskraft.
Das imposante Bildprogramm bestätigt, daß sich die meisten plastischen Werke immer noch am besten in Schwarzweiß abbilden lassen. Angelika Kindermann
