Ausgabe: 04 / 1997
Seite: 126

War die Schau ein Erfolg, geht das Geld an die junge Kunst

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Längere Öffnungszeiten - von 10 bis 20 Uhr - kann die Stuttgarter Staatsgalerie den Besuchern ihrer Großausstellung "Magie der Zahl" (siehe Seite 94) bieten; seit die Schausammlungen in Alt- und Neubau des Museums im vergangenen Jahr neu eingerichtet wurden, informiert über jedes Werk ein Begleittext. Die besucherfreundlichen Extras verdankt das Haus der Daimler Benz AG, die ihr Kultursponsoring zunehmend zweckgebunden einsetzt.

So entlastet der Konzern beispielsweise die beiden großen Kunstinstitute der Region im Management. Zur Renoir-Ausstellung 1996 in der Tübinger Kunsthalle beauftragte das Unternehmen eine Agentur mit der gesamten Öffentlichkeitsarbeit vom Leporello bis zur Tourismus-Werbung - eine Vorfinanzierung auf Risiko, die Kunsthallen-Chef Götz Adriani jedoch zurückzahlen konnte, als die Schau auch wirtschaftlich ein Erfolg wurde. Vollständig von Daimler vorfinanziert war die Ausstellung zum Werk von Max Beckmann in der Stuttgarter Staatsgalerie. "Das Kultursponsoring des Hauses", sagt Hans J. Baumgart, Kurator für den Kunstbesitz des Unternehmens und, zuständig für Kunst- und Kultursponsoring, "ist im Gegensatz zum Sponsoring im Sportbereich auch in kritischen Zeiten nicht gekürzt worden, und daran wird sich nichts ändern." Baumgart will ein breites Spektrum kultureller Initiativen durch Vorfinanzierungen oder Bürgschaften unterstützen. "Wenn wir nur guten Namen hinterhergelaufen wären und uns per Scheckausstellenengagiert hätten", sagt er, "wären mit Beckmann, Cezanne uder Renoir die Gelder für ein paar Jahre verspielt gewesen." Die rückfließenden Mittel erlauben die Förderung kleinerer Institute, etwa derVilla Merkel in Esslingen, deren Ausstellungszyklus zur internationalen "Zero"-Bewegung von Daimler unterstützt wird, oder auch derjungen Kunst. So finanzierte Daimler Benz im vergangenen Jahr ein vierwöchiges Gastspiel, mitdem sich die Stuttgarter Akademie Schloß Solitude und ihre Stipendiaten in Berlin präsentierten. Ruth Händler Daimler-Kurator Hans J. Baumgart