Ausgabe: 04 / 1997
Seite: 122
Im ''Kunstraum'' wird künftig die Kunst nur diskutiert
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Im ''Kunstraum'' wird künftig die Kunst nur diskutiert
seit wenigen Wochen sind Lioba Reddeker und Wolfgang Zinggl als Nachfolger von Stella Rollig und Markus Brüderlin im Amt - jetzt stellten die neuen österreichischen Kunstkuratoren ihre Pläne vor.
Lioba Reddeker, 35, Kommunikationswissenschaftlerin und Kunsthistorikerin, hatsich in den vergangenen Jahren mit der Rezeption zeitgenössischer Kunst und den Problemen des Kunstmarkts in Österreich befaßt; ihre Erfahrungen möchte sie in eine "gezielte Kunstvermittlungs-Kampagne" einbringen. Dazu will sie Reisestipendien für den Kritikernachwuchs zu Kunsthochschulen, Museen und Stiftungen im Ausland finanzieren, ein öffentlich zugängliches Künstler- und Kunstarchiv einrichten, Ausstellungsführungen auch für kunstferneInstitutionen anbieten und Künstler nicht nur "werkorientiert" fördern, sondern ihnen auch praktische Hilfe geben, etwa Information über Werkverträge oder Steuern. Wolfgang Zinggl, 42, Wiener Kunst- und Kulturkritiker, plant etwa, langfristige Recherchen für fundierte Berichte freiberuflicher Autoren zu finanzieren. Die Berichte sollen dann auf dem Zeischriftenmarkt angeboten werden, ein Teil des Erlöses soll, so Zinggl, in einen "Pool zurückfließen, um wiederum anderen Kollegen zugute zu kommen". Ansonsten will er sozialpolitische, kritische Kunst fördern, die sich der neuen Medien bedient. Den neuen Kunstkuratorennoch kurz vor dessen Rücktritt vom österreichischen Minister Rudolf Scholten ernannt steht ein Etat von 30 Millionen Schilling (rund 4,3 Millionen Mark) zur Verfügung. Den "Kunstraum" in Wien, in dem Markus Brüderlin noch Ausstellungen ausgerichtet hatte, will Wolfgang Zinggl künftig nur noch als Diskussionsforum für ein breites kunstinteressiertes Publikum nutzen. Alexandra Reininghaus
