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Heftarchiv - Ausgabe: 4 / 1997

(93) Artikel in dieser Ausgabe von art - das Kunstmagazin

Liebe Leserin, lieber Leser

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Liebe Leserin, lieber Leser

Jetzt haben wir es also amtlich: Kunst ist nur Kunst, wenn sie rote Zahlenschreibt. Macht sie aber über den ideellen Genuß hinaus auch noch materiellenGewinn, soist sie Gewerbe- und das wird hierzulande mit Steuern gestraft. Punktum.Statuiert wurde dieses Exempel an Götz Adriani, dem Direktor der Kunsthalle inTübingen.Adriani, dem es dank Findigkeit, Fleiß und einem besonderen

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Kein sechster Zeh am Fuß

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Die Darstellung auf dem Bild "Die Morgentoilette" zeigt nicht einen Zeh zuviel! Das, was für den sechsten Zeh gehalten wird, ist derKleinzehenballen. Es mag sein, daß das Modell die Haltung des Fußes während des Malens ein wenigverändert hat und dadurch einmal die Außenkante mehr sichtbar wurde. Aktmalerkennen das Problem des Absinkens. Christa Remus, Malerin, Bonn

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Morbide wie im Leichenschauhaus

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Leeres Feld, nur wildes Gras

Aus meiner Sicht gibt es nur eine einzige seriöse und den gegebenenBewußtseinslagen in der BRD adäquate und gerecht werdende Lösung: ein Gebäudefür die vollständige Dokumentation der nunmehr zehnjährigen Diskussion um dieErrichtung des "Denkmals für die ermordeten Juden Europas", möglicherweise alsKern eines zukünftigen Museums. Ergänzt werden könnte ein solcher Ort deraktiven

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Musealisieren oder pflanzen?

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Seite 6

Nicht die Spur einer Ähnlichkeit

"Ein Mißverständnis - und daher unausrottbar", so steht es bei Kurt Tucholsky. Das trifft leider auch auf den sehr verdienstvollen Artikel von GerdPreslerüber die Berliner Malerin Jeanne Mammen zu. Dem Autor ist allerdings keineSchuld anzulasten, er hat nur den Fehlerübernommen, der seit 1991 durch die Literatur geistert und auf eine unglückliche Bemerkung in Annelie

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Kein Titel

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Leeres Feld, nur wildes Gras

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Bei Abbrucharbeiten

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Seite 8

Leuchtendes Gesetz

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Trüffel, Lachs

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Geständnis

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Umstritten

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Der Sarg zeigt, was im Leben von Bedeutung war

Seinem Onkel baute er einen Sarg, der aussah wie ein Boot, für Taxifahrerentwarf er ein letztes Ruhebett in Form eines Mercedes-Benz - die ungewöhnlichen Särge des Kane Kwei ( 1927 bis 1992) aus dem Fischerdorf Teshi in Ghanaführen vor Augen, womit der Verblichene zu Lebzeiten Anerkennung und Wohlstand errang. Der Bauer, der Zwiebeln anbaute, wird in einer

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Kunst am Bau.

Wer sich's leisten kann, beschäftigt eine Kunstkommission. Die SchweizerischeBankgesellschaft kann sich's leisten " und so bekam derdeutsche, in der Schweiz lebende Künstler Günther Förg den Auftrag, sich für die Niederlassung des Geldinstituts in Winterthur Ausgefallenes auszudenken.Die Wände des mit Glas überdachten Innenhofs färbte er mit einem Ton ein, dener "Grüne

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Alles Plastik

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Ankauf

Kühl und selbstbewußt blickt "Sonjoa von der Leinwand - Christian Schad (1894bis 1982) porträtierte die Dame aus dem Künstler- und Literatenmilieu 1928. Die Ikone der Neuen Sachlichkeit kam jetzt für 2,15 Millionen Mark in denBesitz der Berliner Neuen Nationalgalerie. Der Verein der Freunde derNationalgalerie kaufte es in der Hamburger GalerieBrockstedt. Der ehemalige AEG-Manager

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Buntes Glas für alle

Mit riesigen Fenstern bringt Brian Clarke Räume zum Leuchten. bei Architektenaus aller Welt genießt der englische Glaskünstler, 43, dafür hohes Ansehen:Seine kühnen, farbstarken Abstraktionen entwarf er unter anderem für NormanFoster, Zaha Hadid und Arata Isozaki; für die Auftritte der Pop-Musiker Paul und Linda McCartney tauchte er die Bühnen in magisches Licht. Clarke siehtseine

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Vom Tod

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In der Ausstellung "Lustmord" (bis 27. April, Kunstmuseum des Kantons Thurgauim schweizerischen Warth) beschäftigtsich die Amerikanerin Jenny Holzer mit Todeserfahrungen. Dem Künstlerbuch zurAusstellung liegen Disketten bei, mit denen HolzersParolen als Bildschirmschoner auf die Festplatte des Computers gespielt werdenkönnen (98 Mark, Cantz Verlag).

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Ein Muster

aus flächigen und linearen menschlichen Figuren, die, ineinander verkeilt, frei zu schweben scheinen, bedeckt Sofas und Litfaßsäulen, Werbeflächen undKrawattten, Teppichböden oder Unterhosen. Die Düsseldorferin Ute Reeh drucktees in verschiedenen Variationen auf Papier, Seide, Baumwollstoff, Porzellan, Velours oder Aluminium und schickt es überInternet (http:// www, artthing.

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Multiple-Box

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Seite 11

Freundliche Einladung, die Kunst zu besetzen

Der Fettstuhl von Joseph Beuys, der genagelte Stuhl von Günther Uecker, dieverpackten Stühle von Christo, der verhüllte Stuhl von Antoni Tapies: Was haben sie gemeinsam? Fett, Nägel, Tücher, Schnüre entfremdeten sie ihrem profanenZweck. Man darf auf sie schauen, sich aber nicht auf sie setzen. Mobiliarwurde Kunst.Was, bitte, sind dann die aus Moniereisen oder anderem

Seite 14-23

In Holland wird Baukunst zum Volkssport

Ob kühne Brücken oder stolze Museen, eine Universität mit Meditationsgartenoder Wohnhäuser voller Licht: Die jungen Architekten in Holland bauen auf einereiche Tradition, doch befreien sie sich von verstaubten Dogmen undKonventionen. Sie spielen mit Formen, erproben neue Materialien, nehmenRücksicht auf dieBedürfnisse des Menschen - und sparen dabei noch Geld- Sinnlichkeit

Seite 26-33

Ganz von Sinnen in Bonn

VON Es begann aufeiner Party in Berlin. Listig annoncierte mirdie Pressechefin der Bonner Bundeskunsthalle ein Eventihres Hauses, bei dem mir Kunst fast erspart bliebe und ich dennoch auf meineKosten käme. Wenigstens reinhören solle ich bei einem Kongreß der Kongresse.Titel: "Der Sinn der Sinne". Dauer: vier Tage. Dieses Meeting sei Quintessenzund Superlativ eines seit 1993

Seite 34

''Kunst trägt kein Frischhaltedatum''

''Kunst trägt kein Frischhaltedatum''Keine andere Ausstellung bestimmt schon im Vorfeld so stark die Diskussion aufder Kunstszene wie die documenta. Am 21. Juni wird in Kassel die d X, diezehnte Weltausstellung internationalerzeitgenössischer Kunst, eröffnet.Die Jubiläumsschau (bis 28. September) ist zugleich die letzte documenta indiesem Jahrhundert -

Seite 38-43

Der sachliche Blick

Noch immer gilt sein Buch mit 100 Aufnahmen und dem provokanten Titel "Die Welt ist schön" ( 1928) in der deutschen Fotografenszene als Bibelfotografischer Ästhetik. Die Kulturkritik dagegen verurteilte es gleich nachErscheinen alsParadebeispiel für die Verlogenheit des Mediums: In dem Buch entlarve sich, sohöhnte etwa Walter Benjamin, "die Haltung einer Photographie, die

Seite 44-53

Von Kämpfen, Zweifeln und von Zärtlichkeit

VON GÜNTER ENGELHARD Härtetest auf dem Kölner Kunstmarkt im November 1996:Irritiert, neugierig, lauernd umkreisen viele von denen, die sonst recht gutwissen, wo's langgeht, die Koje der Münchner Galerie Thomas. Porträts sind dort zu sehen, herausfordernd farbgesättigte Frauenbildnisse mitein paar Männern dazwischen. Spontan freuen sich die ungelernten Kunstfreunde,und die gelernten

Seite 54-61

Expedition in die Vorzeit der Kunst

Der Amerikaner Carl Schuster ( 1904 bis 1969) war einer der eigenwilligsten und faszinierendsten Völkerkundler unserer Zeit. Er konzentrierte sich auf dieErforschung der ältesten Symbole derKulturgeschichte, studierte Artefakte aus Stein, Knochen, Elfenbein underkundete auf seinen Reisen, was an Traditionen lebendig geblieben war. Dabeiwaren ihm nicht nur die Gegenstände wichtig,

Seite 62-71

Offener Safe für 137 Juwelen

Am Anfang war das Testament. Darin vermachte Constantin Brancusi ( 1876 bis1957), der 1904 von Rumäniennach Paris gekommen war, seinen gesamten Nachlaß dem französischen Staat.Brancusis wichtigste Bedingung: Der Erbe möge sein Atelier in der ImpasseRonsin 11 " in dem der Bildhauer von 1928 bis zu seinem Tode gelebt undgearbeitet hatte, erhalten und interessierten Besuchern zugänglich

Seite 72-77

Der Schrott kam ins Museum

Das Tafelbild war ihm zu flach, die Wirklichkeit darauf abzubilden. So wurdeder Amerikaner Robert Rauschenberg mit Materialbildern zum Wegbereiter der Pop Art. Das Aktionsforum auf der Münchner Praterinsel zeigt nun 13seiner Hauptwerkeder sechziger Jahre, darunter das Schrott-Ensemble "Oracle" von 1965. RobertRauschenberg: Haywire _ Technologische Hauptwerke der sechziger

Seite 78

In Zeiten der Katastrophe

Die Schwerindustrie liegt damieder, die Arbeitslosigkeit hat das Ausmaß akutenNotstands erreicht: Für sorglosen Kunstgenuß und prosperierenden Markt ist inGlasgow weder Platz noch Zeit. Dennoch besitzt die gebeutelte Metropole imSüden Schottlands eine lebendigeKunsthochschule, eine höchst aktive Szene - und junge Künstler, die in Zeitender Katastrophe Themen finden und Wege, sie zu

Seite 78

Abstraktionen am Computer

Ersten Kontakt mit Pinsel und Farben hatte Albert Oehlen, 42, in Berlin: Daweißte er als Anstreicher Wände und Decken - doch fertigte er auch ersteZeichnungen und Collagen an. Von 1978 bis 1981 studierte Oehlen bei SigmarPolke an der Hamburger Hochschule für bildende Künste; schon 1981 hatte er seine drei erstenEinzelausstellungen. Seine heftigen Figurationen wurden zu Ikonen der

Seite 79

Schätze ans Licht geholt

Nur zwei Ausstellungen hatte die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter": ImGründungsjahr 1911 stellte der Expressionistenbund in München 43 Gemälde aus;1912 zeigte er 315 Grafiken und Aquarelle. Jetzt konzentriert sich auch eineAusstellung des Saarland Museums Saarbrückenganz auf das grafische Werk: Rund 55 Holzschnitte und Radierungen sowieZeichnungen und Aquarelle werden gezeigt, die sonst

Seite 79

Schrille Jünglinge am Totempfahl

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Seite 79

Eine Reise durch die Bilderflut

Die Kunsthalle zeigt einen neuen Zyklus von 366 Zeichnungen des 1953 geborenenAmerikaners Robert Longo ist berühmt geworden als Hansdampf in allen Medien, als einer, der auf Risiko lebt und arbeitet, der ständig Neues erprobt undBewährtes aufs Spiel setzt. Die Stationen einer Karriere aus dem Bilderbuch hat Longo in Rekordzeitdurchlaufen: als Jugendlicherein Problemkind, als

Seite 80-85

Der Glanz im Mantel der Marchesa

Das Geschäft lief glänzend. Im 17. Jahrhundert war Genua eines der reichstenHandelszentren Europas, und dieadligen Kaufleute umgaben sich mit Kunstsammlungen und aufwendigen Neubauten.Einziger Fehler der Pracht: Anders als vergleichbare Stadtrepubliken wieVenedig oder Florenz hatte Genua nie selbst eine nennenswerte Künstlerschulehervorgebracht; Maler und Architekten mußten meist von

Seite 86-87

'Ich gehe in den Granit hinein'

'Ich gehe in den Granit hinein'Eine Eröffnungsfeier gab es nicht: "Was soll der Quatsch", meinte der Bildhauer und Steinmetz Ulrich Rückriem, 58, "da steht man doch bloß blöd rum." DerAmsterdamer Museumsdirektor Rudi Fuchs sei ganz seiner Meinung gewesen _also wurde Rückriems erste Ausstellung im Stedelijk Museum "einfach nuraufgemacht".Fuchs, so lobt der Künstler,

Seite 88-89

Mit den Augen eines Sehers

Seine poetischen Metaphern für die Gewalten der Natur, für Liebe, Tod undZerstörung hat Enzo Cucchi als Zeichner entwickelt. Als Maler großformatigerBilder und als Bildhauer wurde er in den achtzigerJahren einer der Stars der italienischen "Transavanguardia". Jetzt bereicherter sein Repertoire um ein neues Motiv und eine alte Technik. Das Motiv ist dasAuge, die Technik das Fresko, an

Seite 90-91

Mordopfer mit der Hand am Gemächt

Piet Mondrian ist sein erklärtes Feindbild: Abstraktion hält der 1928 in Wiengeborene Alfred Hrdlicka für die Kapitulation des Künstlers vor Fotografie undFernsehen. Der virtuellen Realität setzt er Menschenbilder von bedrohlicherMaterialitätentgegen; oft bleiben Teile des Steinblocks unbearbeitet - wie zur Erinnerung an den Kampf des Bildhauers mit dem Marmor und an die Kraft, die

Seite 92

Das Leben liegt allein in den Augen

"Einer Plastik von Giacometti kann man sich nicht nähern", schrieb Jean-PaulSartre im Jahr 1948. Tatsächlich war Alberto Giacometti (1901 bis 1966)jahrzehntelang bemüht, mitseinen Skulpturen ein Gefühl von Distanz zu vermitteln. Aus der Nähe, so hat er einmal erklärt, werde das Interesse am Schauen durchdie Lust zur Berührung verdrängt.Der Künstler wollte darstellen, was er

Seite 93

Von der Magie ins Dickicht der Zahlen

Eine nüchterne Zahlenkolonne bezeichnet, was anders kaum darzustellen wäre: die amourösen Höchstleistungen eines "Übermannes". Der gleichnamige Roman von Alfred Jarry inspirierte den Katalanen Joan Miro1925 zu dem Gemälde "Die Addition". Vor einem malerisch-verschwommenen Farbraum vermitteln einzelne verschlüsselte Elemente Motive des Textes, darunter die Anzahl der Liebesakte und

Seite 94

Erlösung im Diesseits

Zwischen geschnitzten Madonnen aus der Zeit der Gotik und dem Konzept der"sozialen Plastik" von Joseph Beuys scheinen Welten zu liegen. Die Ausstellungbringt beides zusammenund entwickelt daraus einen produktivenDialog.Seit 1956 ist das Kölner Schnütgen-Museum für kirchliche Kunst in derCäcilienkirche untergebracht; der Raum hilft, die Erinnerung an dieursprüngliche Funktion

Seite 95-96

Nebensachen als Füllstoff

Was hat Rainer Maria Rilke mit der Nike von Samothrake zu schaffen, was mit der Venus von Milo? Wenig_ doch Gipsabgüsse der beiden Skulpturen, über die der Dichter (1875 bis1926) in einem Brief an seine Frau ganze vier Sätze notiert hat, dominieren dasalte Atelier in der Münchner Villa Stuck. Nur in einer verkleinerten Versionwird dagegen Auguste Rodins "EhernesZeitalter" gezeigt,

Seite 95

Eine Rolex von den Zinsen

Auf Eisenquadraten von Carl Andre hatten 30 Paar "Mondrian Boots" aus derBoutique ihren Laufsteg gefunden. Der Angriff der Schuhmode auf die MinimalArt, inszeniert von der GenferShopping-Künstlerin Sylvie Fleury, war der vordergründigste Beitrag zu einerSuche nach Vorbildern oder Sparringspartnern der aktuellen Kunst: RenateDamsch-Wiehager, die Leiterin der Galerie der Stadt Esslingen

Seite 96

Wie man mit Bildern Budgetlöcher stopfen kann

Ausgeschlossen, sprach Jeroen Giltay, Hauptkustos für Alte Kunst am Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen. Er verhandelte über eine Japan-Tournee vonMeisterwerken seines Hauses. Mehr oder weniger freudig gab er 60 Bildern dieReiseerlaubnis, aber dasPrunkstück der Sammlung, versicherte er dem japanischen Partner, werde dasMuseum nicht verlassen-"nur über meine

Seite 116-117

Künstlerhäuser vereinen sich

Die deutschen Künstlerhäuser wollen künftig gemeinsam ihre Interessen gegenüber politischen Gremien wie etwa der Europäischen Union, aber auch gegenüberSponsoren wahrnehmen. Vertreter von 20 Häusern, die Aufenthaltsstipendien anmeist jüngere Künstlervergeben, vereinbarten bei ihrem Arbeitstreffen in der Stuttgarter AkademieSchloß Solitude eine verstärkte Kooperation. Der neue

Seite 118

Denkmalschutz für den Direktor

Wenn es um die Aufgaben ines Museums geht, kann er bockig werden, der HerrDirektor. Verwahrt sich gegen multimediale Spektakel, interaktive Spielereienund denfaulen Zauber "objektloser" Inszenierungen. Meint, daß der Zirkus eine Sachesei und das Museum eine andere " nämlich derOrt, an dem Originalwerke bewahrt und den Menschen nahegehracht werden. Und bis zu seiner Pensionierung solle

Seite 118

In Zeiten finanzieller Not lernt die Kunst schwimmen

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Seite 118

Die neue Konkurrenz ist eine Herausforderung

Am 24. Oktober eröffnet in Karlsruhe das Zentrum für Kunst undMedientechnologie/ ZKM in den ehemaligen IWKA-Hallen (ART 2/1997) mit dem Museum für Neue Kunst unddem Medienmuseum. Die neue, von Heinrich Klotz geleitete Konkurrenzbietet den anderen Museen der Stadt Anlaß, ihre Position zu klären. ART-Korrespondentin Ruth Händlersprach mit Klaus Schrenk, dem Direktor

Seite 119

Im alten Kurhaus trifft der Schüler auf den Lehrer

Vom Cafe auf der Dachterasse fällt der Blick auf die barocken Gartenanlagen.Unter der Regierung des Statthalters Johann Moritz von Nassau-Siegen ( 1604 bis 1679) hat sich Kleve zur Gartenstadt entwickelt, an der auch andereeuropäische Residenzen sich orientierten.Moritz kultivierte seine Extravaganz. So funktionierte er Kanonenrohre zuMonumenten für den Frieden um. Eines

Seite 120-121

Einblicke in den vergessenen Alltag der Arbeiterklasse

Hamburgs Bürgermeister Henning Voscherau stimmte 1989 dagegen - verhindernkonnte er es nicht: Nach 16 Jahren politischer Kämpfe und dank beständigenEngagements von Förderverein, Arbeitskreisen, Gewerkschaften undKulturhistorikern hat in der Hansestadt zu Jahresbeginn das "Museum der Arbeit"eröffnet (Maurienstraße 19, Mo 13-21, Di-Sa 10_17, So 10-18, Telefon 29842364).Für rund 13

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Im ''Kunstraum'' wird künftig die Kunst nur diskutiert

Im ''Kunstraum'' wird künftig die Kunst nur diskutiertseit wenigen Wochen sind Lioba Reddeker und Wolfgang Zinggl als Nachfolger von Stella Rollig und Markus Brüderlin im Amt - jetzt stellten die neuenösterreichischen Kunstkuratoren ihre Pläne vor.Lioba Reddeker, 35, Kommunikationswissenschaftlerin und Kunsthistorikerin,hatsich in den vergangenen Jahren mit

Seite 122

Barnes erzürnt seine Nachbarn

Die berühmte Barnes-Collection in Merion (Pennsylvania) hat seit ihrerWelttournee auch daheim Erfolg - und das paßt den Nachbarn nicht. 100000Besucher kamen 1996 und lockten viel Verkehr in die ruhige Wohngegend, in derdas Museum liegt. Ein Gericht verfügte jetzt, daß die Öffnungszeiten vondreieinhalbaufzweieinhalb Tage pro Woche reduziert oder pro Tag 500 Dollar Strafe gezahltwerden

Seite 122

Ein Ort der Andacht für entführte Deckengemälde

Vor 26 Jahren baute die Kunstmäzenin Dominique de Menil in Houston eine Kapelle für die mystischen Wandgemälde von Mark Rothko (ART 7/1996), jetzt ließ sicnach Entwürfen ihres Sohnes Francois de Menil eine zweite Kapelle für diebyzantinischen Fresken aus dem 13. Jahrhundert errichten, die 1983 in denBesitz der texanischen Familie gekommenwaren.Damals waren der Menil-Stiftung

Seite 122

Statt neuer Erkenntnis Fehlerhaftes über van Gogh

seit nunmehr vier Jahrzehnten macht sich der Niederländer Jan Hulsker, ehemals Generaldirektor im Kulturministerium von Den Haag, um das Werk des MalersVincent van Gogh verdient. Hulsker hat als erster die 796 meist undatiertenBriefe des 1853 geborenenKünstlers in eine logisch begründete zeitliche Reihenfolge gebracht. Er schrieb eine Biografie der Brüder Vincent und Theo van Gogh und

Seite 123

Kampf dem Kitsch - notfalls gegen die Staatsmacht

Seit langem schon schimpfen und scherzen die Moskauer über die zunehmende"Zeretelisierung" ihrer Stadt: Gemeint sind riesige Kitsch-Skulpturen desgeorgischen Bildhauers Surab Zereteli (ART 7/1995), die ohne öffentlicheDiskussion an prominenten Orten aufgestellt werden. Die gewaltigen Kostensteigern den Unmut einer Bevölkerung, deren Gehälter,Renten und Stipendien oft verspätet oder gar

Seite 124

Mit Polizeischutz rückten Bagger gegen die Stadtmauer

Rrankreichs Archäologen schlagen Alarm: Die Regierung will die beamtetenWissenschaftler in die Privatwirtschaft entlassen und die gesetzlichenRegelungen zum Bodendenkmalschutz lockern. Käme es dazu, so warnen dieBetroffenen, bliebe kein Instrument, um vor großen Bauvorhaben archäologische Untersuchungen durchzusetzen. Die Zulassung vonArchäologen läge im Ermessen der Bauunternehmer.

Seite 124

Der Konzertsaal hat die Form einer antiken Arena

Weimar ist Klassik, und Weimar ist Bauhaus. doch schon sechs Jahre nach ihrerGründung 1919 durch Walter Gropius wanderte die Avantgarde-Schmiede aus derkonservativen Residenzstadt Weimar nach Dessau ab. Gleichwohl möchten dieKölner Architekten Thomas van den Valentyn und S. Mohammad Oreyzi ihrenneomodernen Neubau für das Musikgymnasium im WeimarerBelvedere-Park als Hommage an das

Seite 125

Kurz mitgeteilt

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Seite 126

Häuser suchen neue Nutzer

Rund 600 denkmalgeschützte Bauwerke im Land Brandenburg sind vom Verfallbedroht. Für 53 dieser Schlösser und Herrenhäuser sucht die Landesregierung nun Käuferoder Pächter, die sowohl ein Konzept dafür haben, wie die Baudenkmale ihrerhistorischen Bedeutung entsprechend genutzt werden können, als auch das nötigeGeld für die Restaurierung. Angeboten werden etwa das Gutshaus in der

Seite 126

War die Schau ein Erfolg, geht das Geld an die junge Kunst

Längere Öffnungszeiten - von 10 bis 20 Uhr - kann die Stuttgarter Staatsgalerie den Besuchern ihrer Großausstellung "Magie der Zahl" (siehe Seite 94)bieten; seit die Schausammlungen in Alt- und Neubau des Museums im vergangenen Jahr neu eingerichtet wurden, informiert über jedes Werk ein Begleittext.Die besucherfreundlichen Extras verdankt das Haus der Daimler Benz AG, die ihr

Seite 126

New York wird Stammsitz für die Alten Meister

Als das alteingesessene Londoner Kunsthandelshaus Wildenstein sich vor vierJahren mit einem Anteil von 40 Prozent in die New Yorker Galerie Pace einkaufte, verfolgte es hochfliegende Pläne: Die Kundenlisten des englischenAltmeister-Spezialisten wurden mit denen des amerikanischen Avantgarde-Händlerszusammengelegt, um Pace/Wildenstein eine marktbeherrschende Position auf demKunstmarkt zu

Seite 126

Kein Titel

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Seite 127

Jung und erschwinglich

Die "Art Frankfurt", sagt Marianne El Hariri, die Organisatorin der Kunstmesse, stehe "für junge, erschwingliche Kunst, die nicht bereits auf allen Messendieser Welt gezeigt wird". Rund 150 Aussteller beteiligen sich an der neuntenAuflage der "Art" (26. April bis 1. Mai). Den Schwerpunkt, zu sehen auf derunteren Ebene von Halle 1, bilden Arbeitenauf Papier. Auf der oberen Ebene

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Zum ersten Mal in Hamburg

Die Kunst- und Antiquitäten-Messe Herrenhausen, seit 28 Jahren in Hannoveretabliert, findet in diesem Jahr zum ersten Mal unter dem Titel "Fine Art" inHamburg statt (Hallen 10, 11 und 12 der Hamburg Messe, 12, bis 20. April). Die Träger, die Verbände der Kunst- und Antiquitätenhändler Niedersachsens undNorddeutschlands, folgcn dem Beispiel von Düsseldorf und Köln und werden dieMesse nun

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Zufriedene Händler und ein neuer Besucherrekord

Mit 180 000 Besuchern konnte die "Arco" in Madrid im Februar einenBesucherrekord feiern; auch freuten sich die Galeristen über gute Verkäufe aufder sechstägigen Messe, die in diesem Jahr der Kunst Lateinamerikas eingroßzügiges Forum bot. Besonders lebhaft war das Geschäft im unterenPreisbereich, und erstmals seitJahren fühlten sich auch die ausländischen Teilnehmer nicht

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Design

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Run auf Johns

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Bilanz

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Stiftung

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Lotto für Kunst

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Wiedergefunden

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Beutekunst

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Wiedergefunden

Das Gemälde "Ansicht eines Hafens" von Caspar David Friedrich, im Dezembervergangenen Jahres aus dem Schloß Charlottenhof im Park von Sanssouci gestohlen, ist wieder aufgetaucht. Die Polizei entdeckte das unbeschädigte Bild ineiner Garage in Potsdam. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen, einer vonihnen habe der Polizei denHinweis auf die mutmaßlichen Komplizen gegeben, heißt es.

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Keine Stiftung

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Prozeß.

Fred Forest hat seinen Rechtsstreit gegen das Pariser Centre Georges Pompidou(ART 12/ 1995) in letzter Instanz verloren: Der Medienkünstler hatte gefordert,das Kunstzentrum solle die Preise aller Ankäufe seit Bestehen des Hausesveröffentlichen. Das oberste Verwaltungsgericht hatte sich aufein "Gesetz zumSchutzindustrieller Geheimnisse" berufen. Forest muß dem Centre jetzt 10000

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Restauriert

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Vandalismus

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Gestorben

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Ämter und Würden

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Preise

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Urteil

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Kunstraub

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Hoffnung bis zum Schluß

Die Straße, an der er sterben sollte, hat er noch selbst fotografiert: Darollen Panzerwagen über die staubige Piste, ein grausam zerstückelter Kämpferder Vietminh liegt am Wegesrand die Soldaten der französischen Expeditionskorps im Indochinakrieg nehmen kaum Notiz von ihm. Stunden später, am 25. Mai 1954, lag auch Robert Capa zerfetzt in einem Reisfeld: Der in Budapestgeborene

Seite 130

Ein Denkmal für den Freund

"Ich unschuldige mich, das es unmöglich wurde ihnen bilder von Italien zuschicken. Sie wurden alle verkauft", schrieb Asger Jorn im November 1957 inseinemcharmanten Dänendeutsch an Otto van de Loo. Der hatte kurz zuvor seine Galeriein München eröffnet und den Künstler, den er in Paris kennengelernt hatte, eingeladen, 1958 bei ihm auszustellen."Ich habe dann", schrieb der

Seite 130

Malerfürst aus den Bergen

Der Bauer hat ein Gesicht wie aus Holz geschnitzt, sein Körper gleicht einemknorrigen Baumstamm. Die Schüssel vor ihm ist leer, neben ihm steht der Sohn,die Frau wendet demBetrachter den gebeugten Rücken zu. Ganz in sich versunken, die Hände gefaltet, warten sie in monumentalerZeitlosigkeit. "Das Tischgebet" nannte Albin Egger-Lienz dieses 1923entstandene Gemälde.Die Bildwelt

Seite 130-131

Klassiker der Kunstliteratur

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Seite 131

Auf den Stand der Forschung gebracht

15 Jahre lang hat der US-Maler Andrew Wyeth an einer Serie von 240Temperabildern, Aquarellen und Zeichnungen gearbeitet, die er angeblich sogarvor seiner Ehefrau versteckte. Die Werke - viele Aktezeigen alle dieselbe Frau. Das Modell heiße Helga, verriet der Maler 1986, als die Bilder längst zurbegehrten Handelsware geworden waren. Reporter erkundeten die Beziehungzwischen dem

Seite 131

Klassiker der Kunstliteratur

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Seite 131

Kurz angekündigt

15 Jahre lang hat der US-Maler Andrew Wyeth an einer Serie von 240Temperabildern, Aquarellen und Zeichnungen gearbeitet, die er angeblich sogarvor seiner Ehefrau versteckte. Die Werke - viele Aktezeigen alle dieselbe Frau. Das Modell heiße Helga, verriet der Maler 1986, als die Bilder längst zurbegehrten Handelsware geworden waren. Reporter erkundeten die Beziehungzwischen dem

Seite 131

Der Fotograf als Essayist

Kein Zweifel - die Bilder sind schön; ihre ästhetischen Reize unverkennbar,selbst wenn sie Schreckliches zeigen. Es sind Fotografien aus dem Magazin"Geo", die Zeugnis ablegen von einerpublizistischen Erfolgsstory. Bedeutende Fotografen haben dazu beigetragen, von Sebastian Salgado bisHans-Jürgen Burkhard, von Guido Mangold über Gilles Peress zu Timm Rautert; und die Redakteure von

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Vom Leben des Herrn Pfarrer

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