Liebe Leserin, lieber Leser
Berlin, Metropole im Wartestand, kommt kulturell immer mehr in Fahrt, undüberall regt sich freudiges Staunen. Noch bevor der Hamburger Bahnhof mitseinem Herzstück, der gewichtigen Sammlung des Bauunternehmers Erich Marx, eröffnet wird, traf ein Heimkehrer ein,der in seinem Gepäck 113 erlesene Kunstwerke der Klassischen Modernemitbrachte.Heinz Berggruen, 82, von den
Seite 3
Kaum Raum für Illusionen
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 8
Island komplett übergangen
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 8
Janssen nicht gerecht geworden
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 8
Bitte auf den Globus blicken
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 8
Der Jäger als Gejagter
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 8
Body Art
. Stolze Hähne und filigrane Blumengebinde zierten einst, intraditionellem Blauauf Weiß, bauchige Krüge und Schüsseln aus der russischen Provinz -jetzt prangen die folkloristischen Motive der "Gschel"-Keramik auf der Porzellanhautrussischer Fotomodelle, die dazu ländlich-sittliche Haartracht tragen: DerMoskauer Künstler Denis Trusewitsch übertrug die Dekors auf ihre nackten Körper,
Seite 10
Antony Gormley
, 46, mit dem Turner-Preis 1995 ausgezeichneter britischerBildhauer, nutzt seine Kunst, um Gegner zu Anhängern zu machen. Als eineBürgerinitiative im nordenglischen Gateshead 4000 Unterschriften gegen die Errichtung der gewaltigen Stahl-Skulptur "Engel des Nordens" sammelte,ließ Gormley seine Arbeit "Feld für die Britischen Inseln" in der Stadt zeigen- das Heer von 40 000 kleinen
Seite 10
Big Mama
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 10
Leuchtend und fesselnd
Auf der Großbaustelle Berlin setzten zwei Künstler eine wahre Materialschlachtin Gang: Mit 50 000 Meter pinkfarbenen Kunststoff-Tauen fesselte der GriecheJannis Markopoulos einen Altbau auf dem Gelände des künftigenParlamentsviertels. Der Deutsche Gerhard Merz fügte 2200 Leuchtstoffröhren zufluoreszierendenLichtsäulen zusammen und ließ sie am Potsdamer Platz von elf Baukränen
Seite 10
Kunstlabor
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 12
Goldiges Duo
. Die göttlichen Zwillinge Castor und Pollux, seit 1884 bronzeneTürsteher derMünchner Kunstakademie, strahlen in ungewohntem Ton: Eine bislang unbekannteStudentengruppe vergoldete sie, taufte die (laut griechischer Mythologie)Beschützer aller Jünglinge in "Die neuen Herren" um und will damit angeblich den autoritären Führungsstil des Direktoren-Duos Olaf Metzel und Otto
Seite 12
Mosaiken gegen triste Unterwelt
Immer wenn der Maler Piero Dorazio mit der römischen U-Bahn fuhr, überfiel ihnin den tristen Gängen einetiefe Melancholie. Alsobeschloß er, sich und seinenMitbürgern den Gang durch die Unterwelterträglicher zu machen: Er gründete das Projekt "Arte-Metro Roma", fandUnterstützung bei der Verkehrsgesellschaft und dem Nestle-Konzern und plant nun, 30 Stationen der "Metropolitana" mit
Seite 12
Dürers Erben
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 12
Geschenk
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 12
Konzertierte Aktion
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 14
Kunstolympiade
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 14
Der Hessentag
hat Gelnhausen ein monumentales Kunstwerk beschert: Der inGelnhausen geborene Bildhauer Claus Bury baute zum folkloristischen Meeting(Motto: "In Gelnhausen ist der Löwe los") die Installation "Wir sitzen alle ineinem Boot". Die fünf Meter hohe Schaukel aus Buchenholz besteht aus vierhalbkreisförmigenElementen, die mit Tannenstämmen gefüllt sind; die Großskulptur bleibt fürserste im
Seite 14
Zehn Gebote von Haring
Zehn Leinwände im Riesenformat 770 mal 500 Zentimeter hatte der amerikanischeGraffiti-Künstler Keith Haring ( 1958 bis 1990) 1985 für die Arkadengänge desMusee d'Art Contemporain in Bordeaux gemalt. Thema: die zehn Gebote. Denfrommen Inhalt hat Haring allerdings in den Zusammenhang der heutigenKultur gestellt und Zeit-Phänomene wie Fortschrittsglauben, Massenmedien,Politik und
Seite 14
Poesie aus Nägeln
Sein bisher größtes Nagelstruktur-Relief hat der Düsseldorfer Künstler GüntherUecker für das neugestaltete Foyer der DG Bank am Platz der Republik inFrankfurt/Main fertiggestellt: Auf einer weißgestrichenen, mit Leinen bespannten Holz-Fläche von über acht Quadratmetern erzeugen Tausende von Nägeln denoptischen Eindruck einer wellenförmigen Bewegung wie bei einem Kornfeld im Wind.
Seite 15
Kontraste
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 15
Knallig
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 15
Madonna statt Lenin
Hammer und Sichel sind outin der Moskauer Untergrundbahn,berühmt für ihre luxuriöse Ausstattung, sollen die Insignien der Sowjetmachtdurch neue, dekorative Symbole ersetzt werden. Eine Station, genannt die"Römische", wurde jetzt nach den Ideen desitalienischen Architekten Giam Paolo Imbrighi ausgestattet. Nachdem dieFahrgäste beim Umsteigen von der Nachbarhaltestelle
Seite 15
Protagonisten
. Als der Galerist Benjamin Katz 1964 aus dem Berliner Kunsthandel Katz/Wernerausstieg, blieb er dennoch der Kunst treu. Mit der Kamera dokumentiert der 1939 in Antwerpen geborene Wahl-Kölner seitherdie der Szene auf Vernissagen, Partys und in Ateliers. Auch dieKunst-Ereignisse des Rheinlands wie die Aussteilungen "Westkunst"""Bilderstreit", "von hier aus" oder die Eröffnung des
Seite 15
Der Mann mit dem schonungslosen Blick
Seine verstörenden Ansichten vom Menschen irritieren Kunstszene und Publikum.Geschätzt als Porträtist des Hoch- wie des Geldadels, schildert der LondonerRealist in seinen Aktbildern unbarmherzig die Hinfälligkeit allen Fleisches -und spart sich selbst nicht aus VON Ein nackter Greissteht in einem weiten, vagen Innenraum. Sein hagerer, hochgewachsener Körpersteckt in offenen Schuhen.
Seite 18-33
Wird das Foto vogelfrei?
PRO Klare Grenzen ziehen zwischen Verwertung und kulturellen Zitaten HätteAndre Malraux Gerhard Pfennig gekannt, er hätte den Plan zu seinem museeimaginaire gleich wieder fallenlassen. Der wegweisende Gedanke, Kunstwerkealler Epochen mit Hilfe der Fotografieaufeinen gemeinsamen Nenner des stilistischen Vergleichs zu bringen, wäre ihmangesichts der Rechnungen der VG Bildkunst schnell
Seite 36-39
Wie seid ihr dem Tod begegnet?
Als ich dieses Bild zum ersten Mal vor drei Jahren sah, beeindruckte mich dasLamm: der silbrigweiße Pelzflaum, der zum Streicheln einlud; außerdem meinekleine Enkeltochter, gerade mal fünf Monate alt.Wenn ich heute den Raum im Wallraf-Richartz-Museum in Köln betrete, in demdieses Bild hängt, was an trübgestimmten Regentagen gelegentlich eine Flucht aus der Wirklichkeit ist,
Seite 40-41
Statt neuer Ideen am liebsten neue Bilder
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 44-56
Statt neuer Ideen am liebsten neue Bilder
4.ART-HERBSTSSALON Wieder haben sich elf Künstlerinnen und Künstler aus fünf Ländern, aufgespürt in Galerien und Kunstvereinen, bei Interviews und Kunstpreis-Präsentationen, den Weg in den ART-Herbst salon gebahnt. Darunter etliche erst nach langen Diskussionen und kollegialem Streit bei den Auswahlsitzungen in der ART-Redaktion. Dann fiel die Entscheidung meist zugunsten von Talenten, die anstelle optisch karger Recherchen und Prozesse noch Werke - also Bilder, Objekte und Installationen - anzubieten haben. Und so kommt es, daß sich hier die Malerei womöglich stärker behauptet als sonst auf der jungen Szene von heute
Seite 44
Sie kann es wirklich schaffen
Es mag sie freuen oder nicht: In einer Hitparade des Wochenblatts "Bunte"rangierte die documenta-Chefin Catherine David, 42, jüngst weit vor ClaudiaSchiffer und nur knapp hinter der britischen Königin. "Die französischeKunsthistorikerin", so die Begründung für ihren Platz 19 aufder "Neuen Weltrangliste der wichtigsten Frauen"",hat sich in nur wenigenMonaten als größte Expertin für
Seite 58
Die neuen Attraktionen im Ort der Stifter und Schenker
Reisen zur Kunst
Seite 62-69
Wie Vincent van Gogh mit Milch fixierte
Weiße Handschuhe beim Umgang mit Kunst sind Pflicht im fensterlosenKellertresor des Amsterdamer Van Gogh Museums. Während die wenigen Gemälde, die nicht in der ständigen Schausammlung gezeigtwerden können, dicht an dicht auf großen Schiebegittern hängen, lagern nebenanin 26 unscheinbaren Schachteln aus säurefreiem Karton Hunderte der wertvollstenund zugleich empfindlichsten Inkunabeln
Seite 72-76
Stets das härteste Holz gebohrt
VON Die Ausstellung im Dresdner Albertinum war noch nichteröffnet, da stieg ein schlanker Herr mit schlohweißem Haar auf die Leiter undpinselte an einem der großformatigen Gemälde herum. Den Museumsleuten verschlug es die Sprache, doch alle Aufregung war umsonst;Der Mann war der Künstler. "Im unteren Bereich war etwas nicht koscher",begründete Bernard Schultzespäter",und die
Seite 78-92
Design von Pesce
VON pesce stellt Fragen. Macht es heute noch Sinn, möchte der Designer wissen, wenn Kunst sich im Bildoder in der Skulptur mitteilt, in der einzig fürs Konzept realisiertenInstallation? Dient nicht längst das Konsumgut als eigentlicher Kulturträger?Wenn Gaetano Pesce über die komplexen Beziehungen zwischen Kunst und Konsumnachdenkt, dann geht es ihm nicht um eine triviale Warenwelt im
Seite 105-115
Schöne Welt - falsche Welt
Er ist ein Meister der perfekten Illusion: Mit haarfeinen Pinselstrichenzaubert Fritz Köthe verlockende Motive aus Werbung und Rennsport auf dieLeinwand; schnittige Autos, grell geschminkte Models mit glänzenden Lippen undgroßen Augen, fotografisch genau porträtiert, gehören zu seinem festenRepertoire. Doch die schöne Scheinwelt hat Risse.Durch geschicktes Spiel mit gemalten
Seite 116
Die Eleganz der Florentiner
Die Uffizien bereiten der Florentiner Kunst des frühen 16. Jahrhunderts einrauschendes Fest: Unter dem Motto "Werkstatt des Manierismus"zeigt das Museum 200 Arbeiten von Meistern wie Raffael, Michelangelo undBotticelli - im Mittelpunkt der Schau mit Leihgaben aus aller Welt stehen jedoch die Manieristen Jacopo da Pontormo (1494 bis 1557; ART 5/1994) und RossoFiorentino ( 1494 bis
Seite 116
Warhol trifft Beuys
Drei Institute arbeiten zusammen, um die 320 Werke der Stiftung Josef und AnnaFroehlich erstmals komplett in Deutschland zu präsentieren: Die StaatsgalerieStuttgart zeigt deutsche, der Kunstverein amerikanische Gegenwartskunst, dieKunsthalle Tübingen vereint Werke von Joseph Beuys, Cy Twombly und Andy Warhol.28. September bis 24. November. Katalog; 39 Mark. Anschließend;
Seite 116
Sammler des medialen Abfalls
Mao mit seiner roten Gefolgschaft geht am Pariser Arc de Triomphe spazieren,vietnamesische Truppen stürmen ein amerikanisches Wohnzimmer, ein weiblicherVampir und ein Seeräuber tummeln sich auf den Schlachtfeldern von Sarajevoallesim Werk des Isländers Erro ist auf Konfrontation angelegt. Mit grellenRiesen-Comics kommentiert der Maler, der bürgerlich GudmundurGudmundsson heißt, seit
Seite 117
Die ersten Europäer
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 117
Deftig und doch delikat
Lustige Zecher und tumbe Trottel, Diebsgesindel und kesse Dirnen_ derholländische Maler Jan Steen ( 1626 bis 1679) ist vor allem für seine deftigenGenreszenen bekannt. Eine Ausstellung im Amsterdamer Rijksmuseum will den Rufdes Malersaufpolieren: Sie zeigt Steen auch als Maler intimer Interieurs, delikaterPorträts und religiöser Szenen. Das Konzept der Schau lockte im
Seite 117
Aus dem Atelier ging der Blick auf ein leuchtendes ufer
Dresden: Kokoschka und Dresden
Seite 118
Aus dem Atelier ging der Blick auf ein leuchtendes Ufer
Regelmäßig verschwand Joan Miro ( 1893 bis 1983) aus seinem Atelier in Palma de Mallorca. Dann streunte er am Strand von Cala Mayor herum und zog durchdie Gassen undHäfen der Insel. Nach Stunden dann kehrte er heim, beladen mit rostigen Nägeln, Flaschenkorken,einem alten Strohhut oder einem Schildkrötenpanzer, den das Meer angeschwemmthatte."Für mich leben die Dinge",
Seite 118-121
Fabelwesen voller Frechheit und Poesie
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 122-123
Ein Rebell nimmt Maß an der Antike
Picasso und Dänemark, klagt Knud W. Jensen, Gründer des Museums Louisiana inHumlebaek, "das ist und bleibt eintrauriges Kapitel". Und betrübt erinnert er an das Jahr 1937, als im StatensMuseum for Konst zuKopenhagen erstmals eine Picasso-Ausstellung stattfand. Der damalige Direktorhätte nur zugreifen müssen, und Dänemark wäre günstig inden Besitz heute unschätzbarer Werke des
Seite 124-125
Vom Klosett in den antiken Götterhimmel
Bochum: Valerio Adami Erstmals nach 23 Jahren hat der italienische Maler und Zeichner im Museum Bochum wieder eine Werkschau in Deutschland
Seite 126-127
Für 18000 Mark verschwindet die Nike
Jedes Jahr das gleiche. Sobald die "Große Kunstausstellung" öffnet, leiern dieMünchner Zeitungen nach, was sie seit Jahren vorbeten. Daß es in diesem "Supermarkt" nichts Neues gebe, klagte die "Abendzeitung"; die "Süddeutsche Zeitung" sprach von einem "Gemischtwarenladen" und fand esüberflüssig, sich mit der Qualität zu beschäftigen. Doch genau das wäre es: Ineinem
Seite 128
Die Moderne geht auf Distanz
Der Gasometer von Oberhausen, fast 120 Meter hoch, ist ein Industriedenkmal und seit seiner Rettung vor drohendem Abbruch einer der Orte im einstigen"Revier", an dem die Künste mit dem Segen von Sponsoren für eine Weile lebenkönnen. Das grandiose Beispiel für die Möglichkeiten des Gasometers war 1994"Feuer &Flamme", die ebenso sinnreich wie pfiffig inszenierte Schau über Dreck und
Seite 129
Symbole für Faszination
Mit Themenausstellungen über verschiedene kunsthistorische Epochen hinweg wurde die Fondation Cartiervorzehn Jahren bekannt; zu diesen Wurzeln hat dieprivate Stiftung wieder zurückgefunden. Unter dem Titel "Wie ein Vogel" hatder leitende Kustos Herve Chandes eineSchau zusammengestellt, die zu den Attraktionen des Pariser Ausstellungssommerszählt: Thema der hervorragend
Seite 129
Heimat - auch ein Ort des Schreckens
Boris von Brauchitsch, zielstrebiger Leiter des neuen "kunsthauses kaufbeuren"(ART 7/1996), hat zwölf europäische Künstler zum Thema "Heimat" befragt - eineThemenausstellung, die zur Beliebigkeit auffordert. Und so wurde vermutlichmanches Werk eingereicht, das gerade auf Lager war. Beispielsweise beteiligensich die Fotografen Anna und Bernhard Blume mit ihren Großaufnahmen
Seite 129
Auch Rita Süssmuth soll es nicht 'Gräberfeld' nennen
Auch Rita Süssmuth soll es nicht 'Gräberfeld' nennenJoseph Beuys und der Deutsche Bundestag - ein deutsches Trauerspiel: DieBewerbung des einflußreichsten deutschen Künstlers der achtziger Jahre um einenSitz im Hohen Haus am Rhein verhinderten die Grünen von Nordrhein-Westfalen, die ihrem Parteimitglied Beuys (1921 bis 1986) zur Bundestagswahl von 1983einen sicheren
Seite 154-155
Ein privates Forum fördert die Bildhauerei
Der Stahlplastiker Erich Hauser, dreimaliger Teilnehmer der documenta in Kassel und Preisträger der X. Kunstbiennale in Sao Paulo 1969, hat sein Anwesenauf der Saline in Rottweil am Neckar in eine Stiftung umgewandelt. Das 30000 Quadratmeter große Ensemble aus zwei großen Werkstätten, zweiWohnhäusern und einem Skulpturenpark bleibt damit auch in Zukunft erhalten. Indie
Seite 155
Der Müll, die Stadt, die Kunst und die CDU
Wochenlang fuhren die Müllwagen von Offenbach als rollende Kunstwerke durch die Stadt - dann gab's Ärger. Manfred Stumpf, Professor für FigürlichesZeichnen und bekannt für seinereligiösen Sujets wie Palmzweige, Kreuze und Christusfiguren, hatte mit seinenStudenten Bildtafeln für die Lastwagen entworfen, da dachten derLandtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Stefan
Seite 156
Die Bilder der Wendezeit stehen Investoren im Weg
Die Grenzen waren gefallen, da kamen Künstler und bemalten die Reste derBerliner Mauer. Die Euphorie der Wendezeit hat sich gelegt, die "East SideGallery", eine 1300 Meter lange, denkmalgeschützte Freiluftgalerie zwischen Hauptbahnhof undOberbaumbrücke, verfällt. Ihre Rettung würde rund 23 Millionen Mark kosten.Weil von offizieller Seite nichts passiert, griff jetzt der Künstler
Seite 156
Millionenpoker um Berliner Postfuhramt
Das "Grand Palais" von Berlin sollte der Martin-Gropius-Bau werden (ART10/1995); der frühere Kultursenator Ulrich Roloff-Momin stellte sich das Hausals eine Art zweite Bundeskunsthalle vor, als Station für alle wichtigenGroßausstellungen, von denen zu viele an Berlin vorbeigezogen waren. Die großen Pläne, bei denen ihn auch das Kuratorium unterstützte, das dieMittel im Rahmen des
Seite 156
Weniger Tradition, dafür geräumiger und billiger
gin Jahr nach den Querelen im Vorstand des "kunstraum münchen e.V" (ART 6/1995) hat der Verein neue Räume bezogen. Seit dem 1 " Septemberresidiert erin einer 200 Quadratmeter gro-ßen ehemaligen Fabriketage im Hinterhaus der Münchner Goethestraße 34."Neue Formen ästhetischer Theorie und Praxis", so teilte der Vorstand im Juliden Mitgliedern mit, "verlangen ein
Seite 157
Hier begann die Karriere der 'Jungen Wilden'
Hier begann die Karriere der 'Jungen Wilden'Die großen Museen im Berliner Stadtzentrum lagen noch in Schutt und Asche, daherrschte im Haus am Waldsee schon reger Betrieb. Im Januar 1946 wurde in einer ehemaligen Fabrikantenvilla im Bezirk Zehlendorf mit Zeichnungen von Käthe Kollwitz die erste Kunstausstellung eröffnet. Esfolgten die Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff, Max
Seite 157
'Money Money', eine ganz starke Performance
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 158
Die Schätze der Baronin gehen ins Schanghai-Museum
Eine "gelehrige Schülerin" im Sammeln von Kunst nannte Baron Hans HeinrichThyssen-Bornemisza seine spanische Ehefrau Carmen. In den letzten Jahren hatsie immerhin so viel Kunst zusammengetragen, daß siejetzt zum ersten Mal mit ihrer Kollektion an die Öffentlichkeit gehen konnte.Rund 100 Werke von Canaletto bis Kandinsky (so auch der Titel der Ausstellung)waren ein halbes Jahr
Seite 158
Den Querulanten zum Trotz eine 'glückliche Lösung'
Den Querulanten zum Trotz eine 'glückliche Lösung'Heun Monate nachdem der Wettbewerb um die Gestaltung des Holocaust-Mahnmals auf dem Judenplatz ausgeschrieben wurde, sieben Monate nach derJuryentscheidung zugunsten des Entwurfs der britischen Künstlerin RachelWhiteread, zwei Monate nach der Bewilligung der Kosten seitens des WienerGemeinderats und drei Monate vor der
Seite 159
'Arbeit ist alles, und Kunst ist wichtiger als Leben'
'Arbeit ist alles, und Kunst ist wichtiger als Leben'Sein Programm stand schon vor der ersten öffentlichen Aktion fest: "DasPublikum wird weitgehend ignoriert, obwohl es nicht ignorant ist", schrieb Keith Haring 1978. "Die Menschen sind der Kunst gegenüber offen, wenn sich dieKunst ihnenöffnet." Kurze Zeit später wurde der Kunststudent aus Pennsylvania mit
Seite 160
Sogar die Perücke von Warhol spielt eine Rolle
Aufstieg und Niedergang seines Kollegen Jean-Michel Basquiat ist das Thema desersten Spielfilms von Julian Schnabel. New Yorks Maler-Star der achtziger Jahre hat ihn in nur 32 Drehtagenfertiggebracht. Mit einem Miniatur-Etat von drei Millionen Dollar und vielenprominentenDarstellern zeigt er, wie Basquiat als erster farbiger Künstler vomGraffiti-Sprayer (Pseudonym "Samo") zum Darling
Seite 160
Im Zentrum steht ein Raum ohne Wände und Türen
Doktor Helena Vilimkova achtet streng auf die Regeln: In einem der berühmtesten Häuser der Klassischen Moderne darf nicht fotografiert werden. Und werdie Villa Tugendhat _ das frühe Meisterwerk Ludwig Mies van der Rohes - im tschechischen Brünn betreten will, muß graue Stoffbeutel über seineSchuhe ziehen.Als das junge Fabrikanten-Ehepaar Greta und Fritz Tugendhat um
Seite 161
24 Seiten zum Mitnehmen
Als "neues Monatsblatt für alle" (Chefredakteur Karlheinz Schmid) berichteteine vom Regensburger Verlag Lindinger + Schmid publizierte "Kunstzeitung", vonder im September erstmals 200000 Exemplare in 800 Kunstinstituten, Galerien,Hotels und Universitäten Deutschlands, Osterreichs, der Schweiz, Liechtensteinsund Luxemburgs gratis verteilt wurden, über die Kunstund Ausstellungsszene. Das
Seite 162
'big spender' gesucht
'big spender' gesuchtRund 350 Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Objekte haben der HamburgerGalerist Thomas Levy und seine Freunde zusammengetragen, um sie zugunsten desAidshilfe-Vereins "big spender" versteigern zu lassen. Die Arbeiten, unteranderem von Max Beckmann, Otto Dix, Max Ernst, Man Ray,Hannah Höch und Mel Ramos, können ab 21 " Oktober von 11 bis 17 Uhr im Hamburger
Seite 162
Von der Galerie ins Museum
Über das eigene Ausstellungsprogramm hinaus etwas in Bewegung setzen - diesesZiel hat Angelika Harthan in den letzten zehn Jahren konsequent verfolgt. Zuihren Erfolgen zählt die Stuttgarter Galeristin, seit Frühjahr 1996 imVorstand des Bundesverbandes Deutscher Galerien, deshalb ihr Engagement für dieMaler Gerhard Fietz und Michael Burges, die nach mehreren Galeriepräsentationenmit
Seite 162
Kurz mitgeteilt
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 162
Größer, jünger und mit Freiflügen für Museumschefs
Programmatischer Neustart im Provisorium: Nach fünfjähriger Krise versucht die Pariser Kunstmesse "Fiac" vom 2, bis zum 7. Oktober wieder Anschluß an dieinternationale Szene zu finden. Von 144 Galerien kommen über die Hälfte aus dem Ausland. Weil die Rotunde des Grand Palais noch immer wegen Baufälligkeitgeschlossenist, stellen die Kunsthändler wieder in der Zeltstadt "Espace Eiffel"
Seite 162
Eingriff mit Wildschweinen
Eine Rotte bronzener Wildschweine will der Essener Künstler Carl Emanuel Wolff, 38, am Anfang der Rua Sao Caetano aufstellen lassen. Wolff, derMeisterschüler von Gotthard Graubner war, repräsentiert Deutschlandvom 5. Oktober bis 8. Dezember auf der 23. Biennale von Sao Paulo. SeinKonzept sieht vor allem Installationen und Eingriffe im öffentlichen Raumund im Geschäftsleben der
Seite 163
Amtsantritt in Jerusalem mit schönen Gruß an Kairo
karriere james snyder uebernimmt das israel museum
Seite 163
Denkmalschutz
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Rangliste
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Medien-Archiv
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Nachlaß
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Sammlung
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Erfolg
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
Sündenbock
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 164
sammlung
. Das J. Paul Getty Museum in Malibu hat eine der bedeutendstenPrivaten dergriechischen und römischen Antike bekommen. Gut 300 Arbeiten aus der Zeit von2600 vor bis 400 nach Christus aus dem Besitz des New Yorker Galeristen Lawrence A. Fleischman und seiner Frau Barbarasollen in die des Museumsintegriert und vom Jahr 2000 an gezeigt werden. Der Wert der in über 40
Seite 164
Kein Titel
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Denkmalschutz. Die 1911/1912 errichteten Hamburger Deichtorhallen sind unterDenkmalschutzgestellt worden. Seit 1988 werden die ehemaligen Markthallen am Rande derhistorischenSpeicherstadt und des Freihafens als Ausstellungshäuser genutzt.
Seite 164
Kein Titel
Sündenbock. Leonid Wawakin, Chefarchitekt der Stadt Moskau, wurde vonBürgermeister JuriLuschkow entlassen. Wawakin, seit zehn Jahren im Amt, stolperte über eine vonihm genehmigteSkulpturengruppe des bislang umjubelten Bildhauers Surab Zereteli. Die Arbeit"Tragödie der Völker", so Kritiker, zerstöre die architektonischeEinheit des Moskauer Siegesparks und verfremde seine Botschaft.
Seite 164
Rangliste.
Sotheby's war auch 1995 das erfolgreichste Auktionshaus der Welt.Mit einem Jahresumsatz von 1 "67 Milliarden Dollar rangiert das Unternehmen vor seinen Konkurrenten Christie's (1,47 Milliarden Dollar) und Phillips (93,9Millionen Dollar). Erstmals unter den ersten zehn konnte sich das BerlinerAuktionshaus VillaGriesebach behaupten. Mit einem Umsatz von umgerechnet 19,9
Seite 164
Kein Titel
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Nachlaß. Das Archiv der Hochschule für Gestaltung im Ulmer Museum übernimmt den Nachlaßdes Designers Otl Aicher. Aicher, der 1991 starb, hinterließ in seinem Haus inRotis im Allgäu Dokumente, Fotografien und Entwürfe aus rund 35 Jahren. Das Material soll aufgearbeitet und öffentlich zugänglich gemacht werden.
Seite 164
Kein Titel
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Medien-Archiv. Alle Filmund Tondokumente, die mit und über Joseph Beuysentstanden sind willdas neugegründete Berliner "Medien-Archiv Joseph Beuys" sammeln. Die StiftungPreußischer Kulturbesitz - Nationalgalerie Berlin verwaltet dasArchiv, an dessen Aufbau sich der Nachlaß Beuys, die Staatlichen Museen zuBerlin und die VG Bild-Kunst beteiligen.
Seite 164
''Heimsuchung'' für Leipzig
''Heimsuchung'' für LeipzigMit Hilfe der Kulturstiftung der Länder konnten Gemälde von Rogier van derWeyden ( 1400 bis 1464) und Peter Paul Rubens ( 1577 bis 1640) zu einem nichtgenannten Millionenbetrag für deutsche Museen gesichert werden. Van der Weydens "Heimsuchung Mariens" gehörte seit 1820 zur Sammlung Speck vonSternburg und geht an das Leipziger Museum der
Seite 164
Kein Titel
Erfolg. Unter dem Signet des Stuttgarter Büros von Günter Behnisch setzte sichderdreißigjährige englische Architekt David Cook bei einem internationalenArchitekturwettbewerb gegen die Spitze seiner britischen Kollegen durch.Vorausgesetzt, die Millenniumskommission des staatlichen Lottos steuert 75Prozent der Bausumme bei, soll Cook das rund 230 Millionen Mark teure Zentrumder
Seite 164
Ämter und Würden
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 165
Gestorben
. Der Schweizer Maler und Bildhauer Martin Disler starb im Alter von47 Jahren an den Folgen eines Hirnschlags. * Dietrich Bühler, Gründer und Herausgeberder in Sindelfingen erscheinendenKunstzeitschrift "Zyma Art Today", ist im Alter von 66 Jahren . * Derfranzösische Architekt Bernard Zehrfuss ist im Alter von 85 Jahren. Sein bekanntestes Werk ist das Unesco-Gebäude in Paris, das
Seite 165
Auftrag
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
. Der aus China stammende und in den USA lebende Architekt Ieoh MingPei, 79, hat den für den Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums inBerlin bekommen. Im Frühjahr 1997 will Pei, Baumeister der Louvre-Pyramide,seinen Entwurf fürdas voraussichtlich 140 Millionen Mark teure Projekt vorstellen.
Seite 165
Auftakt
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 165
Schenkung
. Während seiner langjährigen Tätigkeit in der Kunststation St. Peter in Köln hat Pater Friedhelm Mennekes eine beachtliche Sammlungzeitgenössischer Kunst aufgebaut. Nun haben die Jesuiten der NorddeutschenProvinz dem Diözesanmuseum in Köln die Sammlung und das dazugehörende Archiv übertragen. Neben Arbeiten von Eduardo Chillida, Alfred Hrdlicka und Jürgen Brodwolf umfaßt die
Seite 165
ämter und würden
. Henry-Claude Cousseau, 50, wurde zum ersten Generaldirektorder Museen vonBordeaux ernannt. Cousseau war von 1985 bis 1995 Direktor des Kunsthistorischen Museums inNantes. * Jean Lacambre, Gründungsdirektor der Museumsbibliothek im PariserCentrePompidou, wurde zum Generaldirektor der staatlichen Museen der Provence und derCote d'Azur ernannt. Auf dem neugeschaffenen Posten
Seite 165
Preise
. Der mit 40000 Mark dotierte Shakespeare-Preis 1997 der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. geht an den britischen Maler Howard Hodgkin.* Der MalerHelmut Dorner erhielt den mit 36000 Mark verbundenen "Prix Eliettevon Karajan". * Die Bildhauerin Isolde Frepoli wurde mit dem MelittaFörderpreis BildendeKunst (20000 Mark) ausgezeichnet. * Den Hans-Meid-Preis für
Seite 165
Eine Freude für Herz und Augen
"Au ich ka scheeni Note mole" führt Jean Tinguely in einer seinerunnachahmlichen, mit Federflausch und bunten Klebebildchen dekoriertenBriefcollagen dem "lieben Paul" anschaulich vor und wünscht "Guet's Neu's" zum)ahreswechsel 1973/74. Es war der Beginn einer langen Freundschaft zwischen dem in Fribourg lebendenEisenplastiker und dem 10 Jahre älteren Basler Dirigenten Paul
Seite 166
Spiegelbilder urbanen Daseins
Edouard Manet war so modern, daß seine Gegner gern auf die Kühnheit seinerMalerei reagierten, indem sie ihn als Anarchisten, als eine fragwürdige, mitÖlfarben beschmierte Existenz beschrieben. Emile Zola dagegen porträtierte denKünstler als jemanden, der die moderneGesellschaft liebe und "in den duftenden, leuchtenden Genüssen des Abendsgeheime Wollust" fände.Unanfechtbar
Seite 166
Eine Locke von der Zarin
Für Schnupftabak hatten die Romanows offenbar eine besondere Schwäche. Peterder Große (1672 bis 1725), Kaiserin Anna ( 1693 bis 1740) und auchKaiserin Katharina II. ( 1729 bis 1796) nahmen gern eine Prise - und so wuchsim Laufe der Zeit diebedeutendste Tabaksdosenkollektion der Welt. Heute gehören die kleinen,kostbaren Kästchenoval, kreisrund, rechteckig,manche sogar achteckig und je
Seite 166-167
Von der Technik bis zum Humor
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 167
Würmer aus der Nase gezogen
Wie ticken Sammler? In seinem Buch "Obsession _ Collection" hat es GerhardTheewen, Verleger,Kunstwissenschaftler ("Joseph Beuys. Die Vitrinen") und selber ein Sammler "der vielfältigsten Art", 1994 inGesprächen mit Museumsbeamten, Galeristen und Privatleuten erkundet. Demnächstwill er auf die Akademien losgehen, danach auf dieAusstellungsmacher. Enzyklopädisch und im Dialog erforscht
Seite 167
Schrille Frauen, harte Kerle
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Auftakt. Der Dresdner Kunstverein begann mit der Eröffnung der Ausstellung"Respect 1"von Jörg Immendorff(bis 6. Oktober) seine Ausstellungstätigkeit imResidenzschloß. Da der Verein über keine eigenen Räume verfügt, wird er mitzeitgenössischerKunst an verschiedenen Orten der Stadt gastieren.
Seite 167
kurz angekündigt
[Dieser Artikel ist leider nicht im Volltext verfügbar]
Seite 167
