Ausgabe: 01 / 1996
Seite: 6

Ehrendoktoren fallen auch nicht vom Himmel

Von

"Die Odyssee endete vor seiner Haustür" Lothar-Günther Buchheim bekommt nach jahrelanger Suche ein Museum für seine Sammlungen

Eine aufs Ganze gesehen gut verfaßte Summa. Um so bedauerlicher die dort zu lesende Feststellung: "Die Ruhrstadt stellte

ihm einen weitläufigen Museumstrakt in Aussicht und ernannte ihn en passant zum

Doktor und Professor ehrenhalber."

Es sollte doch jedem Redakteur bekannt sein, daß Städte weder zu Doktoren noch

zu Professoren ernennen können. Ferner sollte man wissen, daß auch Ehrenpromotionsverfahren Promotionsordnungen

unterliegen und zwingend an wissenschaftliche Leistungen gebunden sind. Diese hat Prof. Dr. h.c. Lothar-Günther Buchheim in vielfältiger Weise, insbesondere durch seine

Standardwerke zum Expressionismus, erbracht. Professor Buchheim erfüllte alle Bedingungen: die formalen, die

wissenschaftlichen sowie die Bedingung, über mehrere Sernester an der

Universität Duisburg gelesen zu haben. Der international besetzte Promotionsausschuß konnte in seinen Gutachen die

Verleihung des Doktorgrades h.c. an Professor Buchheim uneingeschränkt

befürworten. Prof. Dr. Hans Brög, damaliger Dekan des Fachbereichs 3 der Universität Duisburg, Viersen