Ausgabe: 01 / 1996
Seite: 99
Die Aktskulpturen der Moderne sind nun ein Teil der Tuilerien
Von
Cartenbau: Umgebung des Pariser Louvre neu bepflanzt
Ende Oktober ist ein weiterer Bauabschnitt des Projekts "Grand Louvre" in Paris abgeschlossen worden: Die Carrousel-Gärten, so benannt nach dem ehemaligen Aufmarschplatz der Königswache, sind als "französisch-klassizistischer Garten im modernen Gewand" wiedereröffnet worden.
Mach den Plänen des belgischen Landschaftsarchitekten Jacques Wirtz, der die Erneuerung der Tuilerien-Gärten zwischen dem Louvre-Palast und dem Place de la Concorde leitet, entfalten sich vom "Kleinen Triumphbogen" aus fächerförmig angelegte Reihen von Eiben, die unregelmäßig gepflanzt und gestutzt sind und somit das strenge klassizistische Maß brechen. Die 17 zuvor freistehenden Aktskulpturen von Aristide Maillol (1861 bis 1944), die Kulturminister Andre Malraux in den sechziger Jahren nach einer Stiftung durch Maillols Modell Dina Vierny (ART 4/1995) am Eingang zum Tuilerien-Park aufgestellt hatte, wurden in die neue Gartenarchitektur integriert. Nach Abschluß des gesamten Tuilerien-Projekts - der nun fertiggestellte Abschnitt umfaßt 30 Hektar - sollen die Besucher des Parks von diesem vergleichsweise klassisch geordneten Teil des Gartens in Richtung Place de la Concorde und Jeu de Paume in zunehmend naturbelassene Bereiche wandern. Damit folgt Wirtz in freier Interpretation der ursprünglichen Gartenanlage, die Andre Le Notre im 17. Jahrhundert entworfen hatte. Robert Fleck
