Ausgabe: 01 / 1996
Seite: 104

Das strenge Messepalais wurde zum Kunstzentrum

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Museen: Ein Haus für die Moderne in Prag

Die Sammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie in Prag sind endlich aus dem Magazin erlöst: Mitte Dezember eröffnete im Messepalais das neue Museum für Moderne Kunst; damit ist die böhmische Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart lückenlos der Öffentlichkeit zugänglich.

Der eindrucksvolle Bau (Dukelskych hrdinu 47; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr) beherbergte damals eines der größten Handelszentren der Welt. Die Architekten Oldrich Tyl und Josef Fuchs errichteten ihn 1925 bis 1929 im funktionalistischen Stil aus Beton, Eisen und Glas. 1974 wurde das Messepalais bei einem Brand schwer beschädigt und blieb seitdem ungenutzt. Die Pläne für die umfassende Renovierung entwarf Architekt Miroslav Masak, der sich eng am ursprünglichen Entwurf orientierte. Jetzt ist das renovierte Haus vor allem der tschechischen Kunst ab 1900 gewidmet - von Jugendstil und Kubismus bis zur konzeptuellen Kunst von Stanislav Kolibal (ART 2/1995) orier der Postmoderne von Jiri David. Zu sehen ist außerdem eine bereits in den zwanziger Jahren gegründete Sammlung französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit Gemälden von Claude Monet Paul Gauguin, Paul Cezanne, Georges Braque oder Pablo Picasso. Hinzu kommen Werke von Künstlern aus anderen europäischen Ländern, so von Edvard Munch und Paul Klee, Joan Miro und Antoni Tapies. Die erste Etage des Museums bleibt vier Wechselausstellungen pro Jahr vorbehalten: die Eröffnungsschau ist dem tschechischen Bildhauer Otto Gutfreund (1889 bis 1927) gewidmet. Simona Mehnert