Ausgabe: 12 / 1994
Seite: 157
Junge Künstler suchen den Dialog mit der Architektur
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Initiativen: "Interventionen" im Sprengel Museum Hannover
Gocar wurde 1911/12 ein neuer Abschnitt in der Prager Baugeschichte eingeleitet: Der Kubismus hatte von der Malerei auch aufPlastik, Architektur und das Kunstgewerbe übergegriffen.
Die engen Verknüpftungen zwischen den Gattungen belegt die neugegründete Sammlung, die in Gocars Haus untergebracht ist.Neben den Bildern von Bohumil Kubista, Emil Filla und Otakar Kubin umfaßt die Kollektion Plastiken von Otto Gutfreund, Architekturentwürfe von Pavel Janak, Bedrich Feuerstein und kunstgewerblichtfelder huschen vorbei. Flüchtig sind die Fassaden bekannter Bauten der Moderne zu erkennen, zum Beispiel das 1971 bis 1977 von Renzo Piano und Richard Rogers errichtete Centre Pompidou in Paris.Die im Kreis wandernden Wahrzeichen des Fortschritts sind Diaprojektionen des Düsseldorfers Mischa Kuball, 35. Mit seinen Lichtinstallationen eröffnete das Sprengel Museum Hannover die von der Stadtsparkasse geförderte neue Ausstellungsreihe "Interventionen".Viermal im Jahr sollen sich junge Künstler "mit der teilweise schwierigen Architektur des Hauses auseinandersetzen", erläutert der Sprengel-Direktor Ulrich Krempel."Brachliegende Zonen des Museums sollen aktiviert, verkrustete Sehgewohnheiten aufgebrochen werden."Gleichzeitig, so hofft Krempel, "wird das Museum als Ort des Wandels, nicht nur des Bewahrens erfahrbar". Die Architektur von Peter und Ursula Trint, die sich aus dem 1979 eröffneten Stammhaus und einem 1992 fertiggestellten Erweiterungsbau zusammensetzt, mit ihren Nahtstellen zwischen altem und neuem Gebäudeteil, zwischen Unter- und Obergeschoß erscheint dem Ausstellungsmacher für künstlerische Eingriffe besonders geeignet.Bisher blieben diese Zonen meist unbenutzt. Die "Interventionen" werden abwechselnd von verschiedenen Mitarbeitern des Hauses betreut, alle Medien - Fotografie, Malerei, Skulptur und Video - sollen einbezogen werden, und die Künstlerliste wünscht sich Ulrich Krempel international.Vom 11 " Dezember an setzt Ludger Gerdes, 40, der durch anspielungsreiche Installationen in Gärten bekannt wurde, die Reihe fort, anschließend beschäftigt sich Norbert Radermacher, 41 " mit den stillen Winkeln des Museums.
