Ausgabe: 12 / 1994
Seite: 159

Restaurierung und Pflege bewahren das Leben in den Städten

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Fachmessen: Die "denkmal '94" war eine Europa-Premiere

Als Austauschplatz für "Know-

how über Methoden, Werkzeuge und Materialien zur Erhaltung" baulicher Zeitzeugnisse verstand Peter Canisius, Präsident der deutschen Unesco-Kommission, die erste europäische Messe für Denkmalpflege und Stadterneuerung in Leipzig. 490 Aussteller aus 14 Ländern waren zur "denkmal '94" in die LeipzigerMesse gekommen, wo sie in fünfHallen und im Freien ihre Produkte vorstellten. Allein 173 Aussteller präsentierten Bau- und Restaurierungsmaterialien - etwa einen neu entwickelten, abwaschbaren Fassaden-Schutzfilm gegen Luftverschmutzung und mutwillige Schmierereien. 122 Firmen informierten über Instandsetzungs- und Restaurierungstechniken, darunter die Dresdner Architekten- und Ingenieursgesellschaft, die bei der Wiederherstellung der sächsischen Kunstakademie und dem Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden federführend ist.

Eine Sonderschau befaßte sich mit Projekten zur Wiederbelebung alter Stadtkerne.In der "Unwirtlichkeit der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Vorstädte", so meint Peter Canisius, hätten "Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einen Nährboden" gefunden, neue Urbanität sei deshalb gefordert. Das Leipziger Amt für Stadtsanierung und Wohnungbauförderung lud die Messebesucher zu einer Exkursion ein.Gezeigt wurden die 1888 vom "Verein zur Erbauung billiger Wohnungen" mit Sozialeinrichtungen, Spielplätzen und Gärten errichteten "Meyerschen Häuser": Die 502 Wohnungen umfassende Anlage wird jetzt für 80 Millionen Mark restauriert, ebenso das "Waldstraßenviertel" aus Spätklassizismus und Gründerzeit.Dafür erhielt Leipzig den ersten Preis eines Städte-Wettbewerbes vom Bundesbauministerium und der deutschen Stiftung Denkmalschutz.