Ausgabe: 11 / 1994
Seite: 147

Verschollene Meisterwerke als Staatsgeheimnis gehütet

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Beutekunst: Eremitage zeigt deutsches Vorkriegseigentum

Es soll der glanzvolle Auftakt

einer Ausstellungsserie in der St.Petersburger Eremitage werden: Rund 70 Gemälde von Impressionisten und Post-Impressionisten wie Claude Monet, Edgar Degas, Honore Daumier, Auguste Renoir, Camille Pissarro, Vincent van Gogh und Paul Cezanne werden im März 1995 erstmals öffentlich gezeigt, Ausstellungen mit Zeichnungen, Aquarellen und Pastellen dieser Künstler sollen folgen.Die Werke stammen vor allem aus den deutschen Privatsammlungen Krebs und Gerstenberg.Ende des Zweiten Weltkriegs wurden sie von sowjetischen Truppen als Kriegsbeute nach Leningrad geschafft.Im Zentrum der Schau: "Place de la Concorde" von Degas aus der Berliner Sammlung Gerstenberg.Das Gemälde, durch Reproduktionen bekannt, galt lange als verschollen. Der Aufenthaltsort der Werke wurde in der UdSSR als Staatsgeheimnis gehütet.Während eines New-York-Besuchs im Oktober kündigte Eremitage-Direktor Michail Piotrowski die Ausstellung an und betonte, selbst er habe die Kunstschätze erst 1991 zu Gesichtbekommen.Etwaige Rückforderungen, sagte er, seien eine "juristische Frage, die vor Gericht erörtert werden muß".