Ausgabe: 11 / 1994
Seite: 144
Eine neue Leitung für zwölf Jahre wird gesucht
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Museen I: Noch keine Lösung für Mönchengladbach
Seitdem sich der Kunsthistori-
ker Dierk Stemmler im Juni dieses Jahres hat beurlauben lassen (ART 2/1994), ist das Mönchengladbacher Museum Abteiberg ohne Direktor.Das wurde "zum Auslöser eines Konflikts, der schon lange schwelt", sagt Hannelore Kersting, seit neun Jahren als Kustodin im Haus.Unter Sparzwang werden bei der Stadt nun Modelle für eine neue Rechtsform diskutiert.Dem Kulturdezernenten Antonius Gathen schwebt eine Privatisierung nach dem Beispiel der Niederlande vor, wo die Verbindung aller Museen zum staatlichen Verwaltungsapparat gelockert wurde (ART 1/1994). "Es kommt uns darauf an, mehr Handlungsfreiheit zu bekommen", sagt Gathen, und verweist auf das neue Kunstmuseum Wolfsburg oder das Sammlermuseum Weserburg in Bremen."Für uns gibt es keine Vorbilder", hält Hannelore Kersting dagegen, "weil keines dieser Stifter-Museen aus einem kommunalen Zusammenhang kommt." Klar ist bislang nur, daß der neue Direktor oder die Direktorin nicht als Beamte aufLebenszeiteingestelltwerden sollen.Die Stelle wurde in der Ausschreibung auf zwölf Jahre befristet, für Kersting ein "akzeptabler Kompromiß".So sei für Ausbau und Pflege der Sammlung, die Johannes Cladders und Dierk Stemmler aufgebaut haben, die nötige Kontinuität gesichert. Derzeit zieht Oberkustodin Hannelore Kersting - nach Streichung der Stelle einer Museumspädagogin die einzige wissenschaftliche Fachkraft das Programm so gut wie möglich durch.Hilfe gewährt der Museumsverein, der Ankäufe fördert, Malkurse und Vorträge finanziert.
