Ausgabe: 11 / 1994
Seite: 116
Von Ökologie bis Kauderwelsch
Von Alexandra Reininghaus
Linz: Netz Europa
Mit Ironie und vielen Zitaten haben sich über 100 Studenten aus acht europäischen Kunsthochschulen mit dem Thema Europa auseinandergesetzt.Ihre Arbeiten, Resultate eines fast drei Jahre dauernden Projekts, waren zuerst in Linz zu sehen und sollen im nächsten Jahr auch in Barcelona, Düsseldorf und Zürich gezeigtwerden.Der Organisator der Schau "Netz Europa", Hellmuth Gsöllpointner von der Linzer Hochschule für künstlerische und industrielle Gestal-Mng, hat es geschafft, in den Räumen der oberösterreichischen Landesgalerie und in zwei Stockwerken der Austria Tabak-Werke eine abwechslungsreiche und dennoch klar gegliederte Schau zu arrangieren.
Neben Eurodesign liefern vor allem Ökologie und Kommunikation den Arbeiten der jungen Künstler das Thema, wobei oft die Grenzen zwischen Design, Architektur und bildender Kunst überschritten werden.Die Linzerin Ella Riedel setzt sich mit den "Tabuzonen" europäischer Museen auseinander.Ihre Fotodokumentation ist den in Depots versteckten Schätzen gewidmet.Doch ehe dem Besucher Einblick in ein temporäres Kunstlager gewährt wird, muß er auf Schienen montierte Stellwände verschieben.Für den Prager Studenten Milan Peric ist Sprache das europäische Thema.In einem Labyrinth läßt er ein aus acht Sprachen zusammengesetztes Kauderwelsch erklingen. Zwar überzeugen nicht alle Arbeiten dieser zehn Millionen Schilling (rund 1 "4 Millionen Mark) teuren Schau, doch den meisten deutschen, spanischen, österreichischen, tschechischen, britischen und italienischen Kunst-Studenten ist es gelungen, originelle Schlaglichter aufEuropa zu werfen."Netz Europa", Katalog: 360 Sehilling.Nächste Station: Barcelona, April 1995.
