Plagiarius 2013
Oscar der Fälschungen
VON HYÄNEN UND ANDEREN KOPISTEN
Diesen Oscar will niemand haben: "Plagiarius" nennt sich der alljährlich verliehene "Oscar der Fälschungen", ein seit 30 Jahren vom Design-Professor Rido Busse ausgelobter Preis für das frechste Abkupfern von Entwürfen. Auch dieses Jahr hatten die Juroren keine Probleme, würdige Kandidaten zu küren.
Neu ist indes, dass diesmal ein ganzer Staat auf dem imaginären Siegertreppchen steht, und zwar auf der Poleposition: das Emirat Katar. Das schmückte die Al-Waab-Straße in der Hauptstadt Doha mit gleich 1000 Kopien der extravaganten Straßenlaterne "Latina" der spanischen Designerin Beth Gali – geht’s noch dreister?
Deutsches Traditionshaus auf Platz 2
Auf Platz zwei landete diesmal auch kein asiatisches Unternehmen, die jahrelang ein Monopol für die ersten Plätze gepachtet zu haben schienen, sondern ein deutsches Traditionshaus: Die Galeria Kaufhof GmbH, Köln, brachte unter der Etikett der Eigenmarke "Galeria home" die Porzellanserie "Isola" der Firma Porcelanas da Costa Verde SA, Vagos, Portugal heraus. Dass auch Design-Ideen für alltägliche Gegenstände oftmals nur durch Abkupfern entstehen, beweisen etwa eine Gehrungsschere, ein Fenstersauger, Keramik-Messerschärfer, Silikonförmchen oder putzige Eierbecher.
"Hyänen-Preis" für Massenplagiat
Auf den Entwurf des Küchenschneidegerät "swizzzProzzz sP20" der Schweizer Firma "swizzzProzzz AG", Beckenried stürzten sich gleich mehrere Fälscher und Plagiatoren: Zhejiang, VR China/Frankreich; Ningbo, VR China; Tsubasa Corp. Tokio, Japan; Kowell Industry Corporation, Goyang, Südkorea; unbekannter Plagiator aus Taiwan; Ningbo Haishu Lihui Export & Import Co., Ltd., VR China. Sie bekamen, gemäß dem Ernährungsverhalten der getüpfelten Aasfresser (Wikipedia: "Sie jagen anderen Fleischfressern deren Beute ab") den "Hyänen-Preis".
