Designparcours

München

Aus Grossmutters Nähkästchen
Erbengemeinschaft: Eine Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften früherer Generationen. Nina Mangold, Tanja Erdmann und Christine Albrecht zeigen gemeinsame Arbeiten. (Foto: Designparcours)

AUS GROSSMUTTERS NÄHKÄSTCHEN

Es war vielleicht doch keine so gute Idee, den 6. Münchner Designparcours unter das Motto der "Generationen" und ihres Dialogs zu stellen. Anstelle substantieller Gestaltungsvorschläge für die Zukunft erwartet einen nun vor allem bekanntes Formengut in neuen Techniken. Über die Leistungsschau des Münchner Designs verbreitet sich der Muff der "guten, alten Zeit.
// BIRGIT SONNA

Puzzles mit Häkeldeckchenmotiv, über das Interior-Design eines Cafés wuchernde Variationen des Kreuzstichs, zum Heimatpunk mutierte Trachtenmode – der diesjährige Designparcours in München schielt mit einem Auge in Großmutters Nähkästchen.

Um es also gleich vorwegzunehmen: Mit eher langem Gesicht wandert man als Besucher durch die bis auf wenige Lichtblicke angestaubte Veranstaltung. Bei den vorangegangen Designparcours durfte man idealerweise noch die berühmten Münchner Vertreter ihrer Zunft beschnuppern, etwa den Stardesigner Konstantin Grcic und die Modekonzeptualistin Ayzit Bostan. Doch die Angst vom Ideenklau geht um, kaum ein namhafteres Büro konnte sich dazu entschließen, die Türen für das Publikum zu öffnen. Der viel beschworene Glorienschein von der "Designstadt München" strahlt deshalb bei diesem Parcours ziemlich fahl ab.

Die Organisatoren verzetteln sich auf den über 40 Schauplätzen. Mehr noch: Die mit 1000 Euro prämierte junge Ausstellungsarchitektin Denise Fort hat es geschafft, den Hauptaustragungsort im ehemaligen Heizkraftwerk in der Müllerstraße in ein grauenhaftes Alternativkultur-Ambiente zu verwandeln. Sie ließ die alten Türen des Kraftwerks ausbauen, um sie als Präsentationsfläche für die Schaustücke zu nutzen. An jeder Einheit klebt jetzt penetrant ein Holztopf mit einer Grünpflanze wie zur Erinnerung an die Wohnspießigkeit der Siebziger. Stylish ist etwas anderes, Innovation ein weitgehendes Fremdwort. Im Forum junges Design wurde mit einer Häkelmaschine Silber zu tantenhaftem Schmuck verarbeitet (Emperatriz Lezama) oder folkloristische Mode durch angebliche "Punk"-Applikationen aufgepeppt (Sophie Vogelfrei).

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4 Leserkommentare vorhanden

Andrea

20:58

03 / 03 / 08 // 

Vielleicht etwas offener mit dem Thema Generationen umgehen?-Danke!

Mir scheint das der Verfasser dieses Artikels mit einer ganz genauen Vorstellungen auf diese Ausstellung gegangen ist. Sie wurde nicht erfüllt und nun ist alles Mist! Oh, ein Runde Mitleid! Oder soll man darüber reden, als Marketing-Gang. Leider ist der Artikel sehr inkompetent.Ich habe die Austellung sehr possitiv empfunden gerade weil jeder Teilnehmer unterschiedlich mit dem Thema umgegangen ist. Und das das Ausstellungskonzeopt mit den Türen den Hintergrund trägt Material zu schonen und auf Recycling hinzuweisen, gerade im Bereich Messebau ist absolut Zukunftsweisend!

Erbengemeinschaft

14:21

04 / 03 / 08 // 

ERBENGEMEINSCHAFT

Sehr geehrte Frau Sonna, leider durften wir Sie in unserer Ausstellung bisher noch nicht begrüßen, danke dass Sie uns hier trotzdem soviel Platz einräumen! Erbengemeinschaft, Amalienstr.51, Rgb, 80799 München, jew. 16-20 Uhr

Denise Fort

14:08

05 / 03 / 08 // 

Die penetranten Blumentöpfe verkaufen sich gut!

Die Blumentöpfe hinterlassen nicht nur einen unglaublich sympatischen Eindruck,ihre Kompatibilität mit horizontalen und vertikalen Platten, ermuntert Besucher diese aus der Ausstellung heraus zu kaufen! -Danke für das tolle Feedback!!!

Emperatriz Lezama

22:18

11 / 03 / 08 // 

Häkelmaschinen hergestellter Silberschmuck

Vorab eine Richtigstellung: Mein Schmuck ist nicht Häkelmaschinen hergestellt sondern von Hand. Sogar mit einer eigens entwickelten Häkelmasche (punto peruano, doble und triple argolla). Danke für's Feedback! emperatrizlezama.blogspot.com