28 / 02 / 2008
Designparcours
München
AUS GROSSMUTTERS NÄHKÄSTCHEN
Puzzles mit Häkeldeckchenmotiv, über das Interior-Design eines Cafés wuchernde Variationen des Kreuzstichs, zum Heimatpunk mutierte Trachtenmode – der diesjährige Designparcours in München schielt mit einem Auge in Großmutters Nähkästchen.
Um es also gleich vorwegzunehmen: Mit eher langem Gesicht wandert man als Besucher durch die bis auf wenige Lichtblicke angestaubte Veranstaltung. Bei den vorangegangen Designparcours durfte man idealerweise noch die berühmten Münchner Vertreter ihrer Zunft beschnuppern, etwa den Stardesigner Konstantin Grcic und die Modekonzeptualistin Ayzit Bostan. Doch die Angst vom Ideenklau geht um, kaum ein namhafteres Büro konnte sich dazu entschließen, die Türen für das Publikum zu öffnen. Der viel beschworene Glorienschein von der "Designstadt München" strahlt deshalb bei diesem Parcours ziemlich fahl ab.
Die Organisatoren verzetteln sich auf den über 40 Schauplätzen. Mehr noch: Die mit 1000 Euro prämierte junge Ausstellungsarchitektin Denise Fort hat es geschafft, den Hauptaustragungsort im ehemaligen Heizkraftwerk in der Müllerstraße in ein grauenhaftes Alternativkultur-Ambiente zu verwandeln. Sie ließ die alten Türen des Kraftwerks ausbauen, um sie als Präsentationsfläche für die Schaustücke zu nutzen. An jeder Einheit klebt jetzt penetrant ein Holztopf mit einer Grünpflanze wie zur Erinnerung an die Wohnspießigkeit der Siebziger. Stylish ist etwas anderes, Innovation ein weitgehendes Fremdwort. Im Forum junges Design wurde mit einer Häkelmaschine Silber zu tantenhaftem Schmuck verarbeitet (Emperatriz Lezama) oder folkloristische Mode durch angebliche "Punk"-Applikationen aufgepeppt (Sophie Vogelfrei).
28 / 02 / 2008
4 Leserkommentare vorhanden
Andrea
20:58
03 / 03 / 08 //
Vielleicht etwas offener mit dem Thema Generationen umgehen?-Danke!
Mir scheint das der Verfasser dieses Artikels mit einer ganz genauen Vorstellungen auf diese Ausstellung gegangen ist. Sie wurde nicht erfüllt und nun ist alles Mist! Oh, ein Runde Mitleid! Oder soll man darüber reden, als Marketing-Gang. Leider ist der Artikel sehr inkompetent.Ich habe die Austellung sehr possitiv empfunden gerade weil jeder Teilnehmer unterschiedlich mit dem Thema umgegangen ist. Und das das Ausstellungskonzeopt mit den Türen den Hintergrund trägt Material zu schonen und auf Recycling hinzuweisen, gerade im Bereich Messebau ist absolut Zukunftsweisend!
Erbengemeinschaft
14:21
04 / 03 / 08 //
ERBENGEMEINSCHAFT
Sehr geehrte Frau Sonna, leider durften wir Sie in unserer Ausstellung bisher noch nicht begrüßen, danke dass Sie uns hier trotzdem soviel Platz einräumen! Erbengemeinschaft, Amalienstr.51, Rgb, 80799 München, jew. 16-20 Uhr
Denise Fort
14:08
05 / 03 / 08 //
Die penetranten Blumentöpfe verkaufen sich gut!
Die Blumentöpfe hinterlassen nicht nur einen unglaublich sympatischen Eindruck,ihre Kompatibilität mit horizontalen und vertikalen Platten, ermuntert Besucher diese aus der Ausstellung heraus zu kaufen! -Danke für das tolle Feedback!!!
Emperatriz Lezama
22:18
11 / 03 / 08 //
Häkelmaschinen hergestellter Silberschmuck
Vorab eine Richtigstellung: Mein Schmuck ist nicht Häkelmaschinen hergestellt sondern von Hand. Sogar mit einer eigens entwickelten Häkelmasche (punto peruano, doble und triple argolla). Danke für's Feedback! emperatrizlezama.blogspot.com
