Clemens en August

Mode

Kollektion am Wasserrohr
Mantel aus der neuen Kollektion von Clemens en August
KOLLEKTION AM WASSERROHR
Zweimal im Jahr packt das in München ansässige Team von Clemens en August die Frühjahrs- oder Herbstkollektion ein, um sie in europäischen Kunsthäusern anzubieten
// SANDRA DANICKE

Menschen aus der Kunstszene haben einfach das größere Stilbewusstsein, glaubt Alexander Brenninkmeijer, dessen 2004 gegründetes Modelabel „Clemens en August“ bei Insidern Kultstatus genießt. Auch, weil man die lässig-eleganten Kollektionen nicht einfach im Laden kaufen kann. Zweimal im Jahr packt das in München ansässige Team von Clemens en August die Frühjahrs- oder Herbstkollektion ein, um sie in europäischen Kunsthäusern an schlichte Wasserrohrkonstruktionen zu hängen. Jeweils drei Tage dauert der Verkauf, wer ihn verpasst, muss ein halbes Jahr warten.

Jedes Modell, der im Stil von Helmut Lang oder Neil Barrett gehaltenen Mode, ist in jeder Größe nur ein bis maximal fünf Mal vorhanden. Die Preise sind ungewöhnlich niedrig, weil Brenninkmeijer die Kosten von Werbung, Ladenmiete, Modenschauen und Händlermargen komplett einspart. Der Name „Clemens en August“ (en ist holländisch für und) verweist übrigens auf die Gründer der Textilwarenkette C&A, aus deren Familie Brenninkmeijer stammt. Auch sie waren im 19. Jahrhundert zunächst als fahrende Händler unterwegs gewesen. Bei C&A ist man darüber gar nicht begeistert und will Brenninkmeijer den Namen streitig machen. Derzeit läuft im schweizerischen Zug ein Verfahren.

Die Clemens-en-August-Tour startete in den Berliner Kunst-Werken. Es folgen am 26. September das g27 in Zürich, am 3. Oktober das Haus der Kunst in München, am 5. Oktober das 20th Century Theatre in London, am 11. Oktober das MAK in Wien und die Galleri Susanne Ottesen in Kopenhagen, am 18. Oktober der Kölner Kunstverein, das Kunsthaus Hamburg sowie Beck & Eggeling New Quarters in Düsseldorf. Geöffnet jeweils 11 bis 20 Uhr.

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1 Leserkommentar vorhanden

ramon p.

11:23

05 / 04 / 09 // 

Designer?

Die Idee von Clemens en August des reisenden Händlers finde ich sehr gut. Was mir einfach immer fehlt ist ein eigenständiges(n) Design(er), eine Seele in den Bekleidungsstücken. Aber vieleicht wird dies ja auch gar nicht erwartet. Sondern einfach aktuelle Bekleidung die von einem Händler produziert und verkauft wird. Es verwirrt mich einfach wenn Namen wie Helmut Lang fallen, warum werden solche Vergleiche gezogen? Das liest man oft bei clemens en august, auch die Verbindung mit Kostas Murkudis, aber ich muss wirklich sagen, meiner Meinung hat dies absolut nichts miteinander zu tun. Wenn man in den Artikeln von Clemens en August im Gespräch über Design nicht immer solche Vergleiche ziehen würde wäre sie vieleicht interessanter, und man sollte bei den Fragen über die Idee des Designs und Stils mehr fordern und forschen; oder gar nicht darüber reden.