21 / 08 / 2007
Teehaus im Museumsgarten
MAK Frankfurt
WEIßE BLÜTE AUS HIGH-TECH-TEXTIL
Ein riesengroßer, zerquetschter Golfball? Eine Tennishalle für Kleinwüchsige? Ein mobiler Plastik-Iglu? An alles Mögliche denkt man, wenn man das merkwürdige Gebilde sieht, das im Garten des Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt/Main gestrandet ist. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Teehaus – entworfen von dem japanischen Architekten Kengo Kuma. Im traditionellen Teehaus aus Bambus fällt milchiges Licht durch pergamentbespannte Fensteröffnungen, hier sorgt weißer Kunststoff für diffuse Beleuchtung. Kuma, Spezialist für flexibles Bauen, nennt solche Objekte “weak architecture”.
Das futuristische Teehaus kann dennoch den Poeten im Museumsmenschen erwecken. Dieses luftgetragene Gebilde, durch ein Ventilationssystem aktiviert, erwächst “wie eine weiße Blüte aus High Tech Textil”, wie es in einer Pressemeldung des Museums heißt. Der Herd allerdings ist elektrisch beheizt, eine LED-Technik ermöglicht auch Teetrinken bei Nacht, die Hülle ist für alle Fälle beheizbar.
Im Inneren freilich geht es ganz klassisch zu: Dort läuft die Teezeremonie, für die neun Tatami-Matten bereitliegen, ganz nach den jahrhundertealten traditionellen Regeln ab.
21 / 08 / 2007
