Die armen Verwandten des Spektakels – Die Wahrheit über die Architekturbiennale

Die Dominanz der Event-Philosophie geht davon aus, dass bei Großereignissen – wie etwa der Architekturbiennale in Venedig – nur das Spektakel beim medialen Endverbraucher ankommt. Und wir Journalisten sind diejenigen, die in der Regel garantieren, dass allein das hängen bleibt, was knallt, kesselt oder kunterbunt ist. Aber unter dem Gesichtspunkt von Lebenszeit und Energie verbringt der Berichterstatter wie der gemeine Besucher doch tatsächlich die allermeiste Zeit mit schlechten Beschilderungen und blöden Ideen, müden Füßen und wachen Aufsehern, Kleinscheiß und Füllstoff. Das Reden von der Sensation ist also tatsächlich korrumpiert von den Banalitäten, die man willentlich ausblendet, um nicht langweilig zu sein. Damit ist jetzt mal kurz Schluss. Denn was einen in den Tagen der Pressevorbesichtigung in Venedig tatsächlich beschäftigt, das ist die Frau, die einem die letzten vegetarischen Sandwiches wegschnappt, oder der ruandische Beitrag am Ende eines langen Fußmarsches.

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06 / 09 / 2010 - 17:53 Uhr - 2

Prunkkitsch und plastischer Größenwahn: Die Länderpavillons der Architekturbiennale 2010

Globalisierung gibt es überhaupt nicht. Kulturelle Gleichschaltung? Diktatur der Marken? Mc Brain und TV Gaga? Alles Quatsch! Ein erschöpfender Bummel durch die Länderpavillons der diesjährigen Architekturbiennale zeigt vor allem eins: nationale Beharrungskräfte. Wenn die Länder in den Gardini von Venedig zeigen, worauf sie stolz sind, dann bestätigen sie vor allem Vorurteile und tun das, was sie schon immer taten. Brasilien zeigt Oscar Niemeyers Nachfolger, Finnland seine Schulbauten, und Venezuela ist geschlossen. Hier eine kleines Bilderrätsel: Erkennen Sie das Land an Hand seiner Verschrobenheit.

Zunächst, zum warm werden, etwas ganz Leichtes:
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27 / 08 / 2010 - 11:46 Uhr - 2

Aus dem Kaffeesatz des Schwarzen Quadrats

Russische Avantgarde von englischem Koch: Managerschule in Moskau von David Adjaye

Kasimir Malewitsch war ein Mann von harten Prinzipien: “Wenn der Ingenieur tief in die Zukunft vordringt, bringt er von dort neue Vervollkommnung”, schrieb er vor hundert Jahren in seinem typisch apodiktischen Ton: “Der Künstler aber, der sich in die Vergangenheit vertieft, bringt nur das, was ist oder schon war.” Wie aber hätte es Malewitsch gefallen, wenn der Künstler-Ingenieur bei seiner Suche in der Vergangenheit auf eben Malewitsch stößt und seine Kunst neu in einem Bauwerk abbildet, wie es der englische Architekt David Adjaye gerade tut? Wäre dieser Mensch nach Malewitsch nicht nur ein nostalgischer Kasper ohne eigene Idee und Kraft? < mehr >

08 / 10 / 2009 - 13:50 Uhr - 0