Diskriminierung der Stadt
Das Einkaufszentrum auf der grünen Wiese ist Pandoras Büchse der Stadtplanung. Alles für die Stadt und das Klima Unerwünschte befreit es aus seiner Kiste: massiven Autoverkehr, versiegelte Flächen, miese Energiebilanzen, Steuerausfall, Austrocknung städtischer Konsumzonen, Billigrausch, nervende Kinder, streitende Paare und schlechten Geschmack. Darum sollen nach aller politischen Vernunft die Gurkenkönige vom Land ihren Ramsch wieder im Zentrum verkaufen. Rosenstöcke und Schweinefleisch, Autoreifen und Akku-Schrauber, Dackelwelpen und Bierfäßchen gehören in die städtische Fußgängerzone mit ÖPNV-Anschluss. Nur Ikea nicht. Und warum? Wegen der Farben.
26 / 01 / 2010 - 16:09 Uhr - 10
Neue Nachbarn
Seit mir kürzlich mitten in der Nacht am Berliner Gendarmenmarkt ein Fuchs begegnet ist, rechne ich mit allem. Denn das wenig nervöse Tier, das sogar nach rechts und links blickte, bevor es die Straße überquerte, war für mich der letzte Beweis für den Sieg der Evolution über den Tierschutz. Ganz offensichtlich braucht der Fuchs keinen Waldrand und keine Erdhöhlen mehr, wenn er auch vor dem “Grill Royal” betteln und im Dämmstoff energieeffizienter Neubauten schlafen kann. Aber diese neue Nachbarschaft verlangt längerfristig doch ein anderes Mitdenken der Architektur für diese Migrantenbewegung, die weder eine Sozialwohnung noch Wohngeld beantragen will.
13 / 10 / 2009 - 18:36 Uhr - 2
Trotziger Imperativ
Seit ein paar Jahren geistert eine Parole durch Köln, die etwas Unmögliches verlangt: Liebe deine Stadt! So stand es in lieblicher Schreibschrift zunächst am Rhein vor dem Messegelände, dann als Schleife an verschiedenen Halbruinen der Nachkriegsmoderne, und aktuell bei Oper und Schauspielhaus zwischen Klosterfrau und Tunnel auf einem Dach. Kölner kennen das, Besucher freuen sich drüber. Aber liebt man deswegen Köln? Auf Befehl? < mehr >
10 / 09 / 2009 - 18:12 Uhr - 2

na den Termin muss man sich ja gleich rot im Kalender anstri...
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