Die Dominanz der Event-Philosophie geht davon aus, dass bei Großereignissen – wie etwa der Architekturbiennale in Venedig – nur das Spektakel beim medialen Endverbraucher ankommt. Und wir Journalisten sind diejenigen, die in der Regel garantieren, dass allein das hängen bleibt, was knallt, kesselt oder kunterbunt ist. Aber unter dem Gesichtspunkt von Lebenszeit und Energie verbringt der Berichterstatter wie der gemeine Besucher doch tatsächlich die allermeiste Zeit mit schlechten Beschilderungen und blöden Ideen, müden Füßen und wachen Aufsehern, Kleinscheiß und Füllstoff. Das Reden von der Sensation ist also tatsächlich korrumpiert von den Banalitäten, die man willentlich ausblendet, um nicht langweilig zu sein. Damit ist jetzt mal kurz Schluss. Denn was einen in den Tagen der Pressevorbesichtigung in Venedig tatsächlich beschäftigt, das ist die Frau, die einem die letzten vegetarischen Sandwiches wegschnappt, oder der ruandische Beitrag am Ende eines langen Fußmarsches.
06 / 09 / 2010 - 17:53 Uhr - 2

na den Termin muss man sich ja gleich rot im Kalender anstri...
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