Leaving Las Moscow Nachspiel

Ungeschützter Sex im russischen Internet kann böse Folgen haben

Es hat ihn leider erwischt, den Porno-Piraten (siehe Beitrag “Leaving Las Moscow“). Putins Schergen haben ihn ausfindig gemacht, weil der gesamte Internet-Verkehr in Russland vom Inlandsgeheimdienst FSB gespeichert wird. So ist das Leben in einer nur mäßig als Demokratie getarnten Diktatur, die trotzdem nur drei Goldmedaillen in Vancouver gewinnen kann, dafür aber Homosexualität als gesetzteswidrig behandelt. Aber das sind andere Geschichten. Die ganze Geschichte zum Hacken von Werbe-Screens in Moskau und den finsteren Strafen in räudigen Verließen, die es dort dafür gibt, steht hier.

02 / 03 / 2010 - 10:26 Uhr - 0

Leaving Las Moscow

Ein Anfang ist gemacht: Porno-Bilder aus Grosny in Moskau auf der Werbe-Screen

In Tschetschenien haben sie es endlich begriffen. Um die russische Konsum-Diktatur zu bekämpfen, ist die terroristische Eskalation das falsche Mittel. Was es im Zeitalter der digitalen Selbstbefriedigung braucht, um ein selbstgerechtes System zur Erschlaffung zu bringen, sind Porno-Hacks auf Werbeschirmen. Als an einer Moskauer Ausfallstraße letzte Woche für Minuten ein Hardcore-Video lief, kam selbst der stockende Verkehr auf den verstopften Tangenten der Stadt noch zum Erliegen. Urheber des Angriffs, so fand die Staatsmacht schnell heraus, war eine Adresse in Grosny, die Stadt, die das russische Militär zu Schrott geschossen hatte, die heute aber wieder aufgebaut ist und sogar einen Fußballverein in der ersten russischen Liga hat.

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03 / 02 / 2010 - 16:49 Uhr - 1

Aus dem Kaffeesatz des Schwarzen Quadrats

Russische Avantgarde von englischem Koch: Managerschule in Moskau von David Adjaye

Kasimir Malewitsch war ein Mann von harten Prinzipien: “Wenn der Ingenieur tief in die Zukunft vordringt, bringt er von dort neue Vervollkommnung”, schrieb er vor hundert Jahren in seinem typisch apodiktischen Ton: “Der Künstler aber, der sich in die Vergangenheit vertieft, bringt nur das, was ist oder schon war.” Wie aber hätte es Malewitsch gefallen, wenn der Künstler-Ingenieur bei seiner Suche in der Vergangenheit auf eben Malewitsch stößt und seine Kunst neu in einem Bauwerk abbildet, wie es der englische Architekt David Adjaye gerade tut? Wäre dieser Mensch nach Malewitsch nicht nur ein nostalgischer Kasper ohne eigene Idee und Kraft? < mehr >

08 / 10 / 2009 - 13:50 Uhr - 0