Frankfurter Buchmesse: Centre national du livre d'arts

Frankfurt Buchmesse (Halle 6.1) (détail) - © Burkhard Maus

Bücher der Kunst - Kunstbücher  - Frankreich ist in Frankfurt am Main präsent. < mehr >

09 / 10 / 2014 - 3:14 Uhr - 1

Le Louvre-Lens (léger?) ou l' art vient à la campagne

Le Louvre-Lens: Raymond Hains (v.) reflet (détail), (h.) Stade Bollaert-Delelis (détail)

Le Louvre-Lens ist da. Mit viel Kunst im Gepäck. Das macht Mut und gibt Zuversicht.

Le Louvre-Lens (détail)

Der Stadt und Region gingen es 'mal besser. Lens, wichtigstes Steinkohlerevier Frankreichs genoss entsprechende wirtschaftliche Beachtung. Lediglich pyramidenförmige Gebilde von Steinkohle gen Himmel bieten sich nun als Reminiszenz an. Im ersten Weltkrieg trieben die Deutschen ihr Unwesen dort und im nachfolgenden tauchten sie wieder da auf.

Le Louvre-Lens (détail)

Und nun das, eine Agonie ? In Frankreich war man sich eigentlich - neben anderer kultureller Vorzüglichkeiten das leibliche Wohl und auch die Visualität von Bekleidung und Film betreffend - der Kunst verpflichtet. Daher verwundert es kolossal, dass die herrschenden Kreise  nach zwei Jahrzehnten wohl es wagten, dem Etat für die Künste Einschränkungen aufzuerlegen.  Aber um Glück fällte die Entscheidung über die Planung des Louvre in Lens der frühere Präsident Jacques Chirac.

Le Louvre-Lens (détail)

Gewiss, dass Lens in den Genuss dieses neuen  Museum gekommen ist, gilt nicht als Wohltat der Regierungen. Es resultierte aus dem Selbstverständnis Frankreichs, der Kunst mit Würde und Respekt zu begegnen und nicht als Konkursmasse in ökonomisch ungünstigen Zeiten zu verwenden.

Erblickt man in der Ferne das Gebäude  von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, ist die Vermutung, es handelt sich wohl um einen funktionalen Lagerhallenbau, verständlich. Überrascht werden die Besucherinnen und Besucher dann, wenn sie vor dem Museum Le Louvre-Lens stehen. Denn der Bau, schnörkellos, ohne Machtgehabe und Arroganz lädt einfach ein. Einfach so. Menschen, die vielleicht noch nie ein Kunsthaus betreten haben, fühlen sich auf Anhieb angenehm berührt. Denn dieser zunächst wirkende Zweckbau mit Flachdach, die erste Dependance des Louvre, aber eigenwillig, soll jegliche eventuelle Hemmungen gegenüber einem Museumsbesuch und der Kunst verhindern. Das ist dem Architekturpaar Kazuo Sejima und Ryue Nishizawa phantastisch gelungen. So luftig, wie die lang-gestreckten Bauteile, sich in Glas- und Aluminium-Fassaden abwechselnd, wirken  und so deplatziert  das Kunsthaus sicherlich auch in der Nachbarschaft des Fussballstadiums auch sich empfinden könnte, so verdient das Musée du Louvre du Lens  allemal  Souveränität in der Bevölkerung.

Kazuo Sejima (r.), Ryue Nishizawa (l.), (SANAA) - les architectes

Leicht sind die Ausstellungsbereiche zu erkunden.
Le Louvre in Lens, dirigiert von Xavier Dectot,  gibt sich mit zwei Inauguration-Ausstellungen die Ehre: Als Eröffnungsausstellung zeigt das neue Museum die Geschichte der Renaissance und speziell die Revolutionen anhand des europäischen Kunstgeschehens in der Zeit zwischen 1400 und 1530. Den anderen Part nimmt die Grande Galerie ein, ein Parcour durch die Zeit der Kunst von 3500 vC bis in das 19. Jahrhundert, den man nicht im Galopp, vielmehr im Schritttempo nehmen sollte.

Xavier Dectot, Directeur du musée du Louvre-Lens

Le Louvre-Lens - Grande Galerie - La Galerie du Temps: Le parcours (détail)

Dort, wo Grande Galerie - La galerie du temps (Ausstellungsdauer 5 Jahre) mit der Exposition  "Un Parcour inédit à travers l'histoire de l'art" untergebracht ist, treffen verschiedene Kulturen behutsam auf einander. Passend zu jeder Kulturhistorie begegnen entsprechende Belege für ihre Zeit den Gästen des Hauses. In drei Sprachen (Französisch, Englisch und Flämisch) erklären sie sich und ihre Herkunft. Das macht es  bekömmlich, Zusammenhänge nachzuvollziehen und die Fülle der Exponaten wirkt nicht erdrückend und ermüdend, weil alles so leicht wirkt. Auch die Architektur der Halle und ihres Bodens und Deckenkonstruktion leisten ihre Beiträge zum Verständnis der ausgestellten Kunstepochen.

Le Louvre-Lens Grande Galerie - La Galerie du Temps: Le parcours (détail)

Der andere in Aluminium gehüllte Flügel beherbergt die Renaissance (12.Dezember 2012 bis 11.März 2013) . Die Zeitgeschichte wirkt geordnet aber nicht aufdringlich. Aber auch ihr Besuch erwartet Zeit.
Der Louvre in Lens gibt sich mit zwei Ausstellungen die Ehre: Beide Expositionen gleichen Zeitreisen, die sich zu beginnen lohnen.

Le Louvre-Lens - La Galerie d' Exposition Temporaire:"Renaissance. Révolution dans les arts en Europe 1400-1530" (détail)

Le Louvre-Lens - La Galerie d' Exposition Temporaire:"Renaissance. Révolution dans les arts en Europe 1400-1530" (détail)

Le Louvre-Lens - La Galerie d' Exposition Temporaire:"Renaissance. Révolution dans les arts en Europe 1400-1530" (détail)

Henri Loyrette, Président-directeur du Louvreu musée

Dann erschliesst sich noch als Ergänzung zu den ausgestellten Themen der Grande Galerie der Glaspavillon. Die Werke beschäftigen sich mit dem Zeiterleben.

Le Louvre-Lens - Le Pavillon de Verre (détail)

Die drei riesigen Figuren vom  grossartigen französischen Künstler Raymond Haines wirken dagegen grotesk und folkloristisch,  werden ihm an dieser Stelle nicht gerecht.

Le Louvre-Lens - u. a. (l.) "La géante Iris Cert, messagère des arts"

Le Louvre-Lens lèger ? Man könnte es munkeln. Nein, das wäre unseriös, hinsichtlich der Architektur und der ausgestellten Werke. Le Louvre-Lens, auch keine Halle für auszulagernde Depotstücke aus Paris. Le Louvre-Lens, eine Selbstverständlichkeit der Gesellschaft an die Gesellschaft.

Le Louvre-Lens (détail)

Und das ist nur in Frankreich (noch) möglich. Bravo!  Félicitation de la population. Félicitation Kazuyo Sejima et Ryue Nishizawa, Xavier Dectot, Henri Loyrette et les équipes.

Musée du Louvre-Lens  - ab 12.Dezember 2012
Rue Paul Bert
ou
Rue Georges Bernados
62301 Lens
www.louvrelens.fr

05 / 12 / 2012 - 0:06 Uhr - 1

Tony Cragg - the fine artist

Tony Cragg

Tony Cragg wird mit dem Cologne Fine Art Preis 2012 gewürdigt. < mehr >

25 / 09 / 2012 - 22:27 Uhr - 1

Jean-Michel Othoniel -  Calme et silence

Jean-Michel Othoniel

Wer durch Paris flaniert und sich vom Louvre aus dem Palais Royal nähert, passiert den "Kiosque des Noctambules" von Jean-Michel Othoniel zwangsläufig. < mehr >

11 / 03 / 2012 - 22:49 Uhr - 0

Henri Cartier-Bresson:  Le moment décisif et une grande partie x100

Henri Cartier-Bresson "Derrière la gare Saint-Lazare" (r)

Dass seinen Photographien nicht einer Auflagenbeschränkungen unterlagen, darauf hat der berühmte Photographie-Künstler stets geachtet. Dass es immer noch so gehandhabt wird, nach seinem Ableben vor sieben Jahren, spricht für die Haltung vor ihm und dem würdevollen Umgang seines Erbes, einem Konvolut wunderbarer Photographien. < mehr >

11 / 11 / 2011 - 23:55 Uhr - 0

Pia Müller-Tamm - grandios

Pia Müller-Tamm

Dem Land Baden-Württemberg ist ein grosser Wurf gelungen, indem die Landesregierung für die Besetzung der vakanten Leitung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe Pia Müller - Tamm auswählte. < mehr >

11 / 08 / 2011 - 0:36 Uhr - 0

Anthony Cragg - finest things in the head

Anthony Cragg - "Large Standing Figure" (détail)

Es gibt auch neue Skulpturen des bekannten Bildhauer zu sehen.  Aber auch frühere Exponate ziehen  stets Besucherinnen und Besucher an. < mehr >

24 / 02 / 2011 - 0:24 Uhr - 0

La 37ème Foire d'Art Moderne et d' Art Contemporain de Paris

La Fiac 2010

Die Architektur der Foire 2009 war ungewöhnlich und durch die Hochbauten attraktiver. Aber von solchen Äusserlichkeiten sollte gewiss nicht auf die Qualität der Kunstware geschlossen werden, die immerhin 195 Galerien 2010 offerierten. Auch in diesem Jahr kann der Besuch sowohl im Grand Palais als auch im Innenhof des Louvre als lohnend bezeichnet werden. < mehr >

24 / 10 / 2010 - 2:33 Uhr - 0

Art goes Unterground in Köln

Heimo Zobernig, Tue Greenfort, Werner Reiterer - Katharina Grosse fehlte

Die Idee, Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs künstlerisch zu gestalten, ist gewiss keine Neuigkeit. Für Köln allerdings.

Die Stadt, früher zumindest Europas Kunstmetropole, liess in letzter Zeit kaum etwas aus, was ihrem Renommée nicht hätte Schaden können. Die Konsequenzen: Galerien wanderten ab, suchten ihr Heil in der Flucht - zwanghaft nach und in Berlin. Der Stern der Art Cologne verblasste, das Gebäude der Kunsthalle machte man dem Erdboden gleich und letztlich verschwand das Stadtarchiv mit seinen Schätzen unter der Erde. Dass nun auch der Abriss des Schauspielhauses beschlossener Sache wurde, stellte in kulturpolitische Hinsicht keine Überraschung dar. Köln füllte Zeitungsseiten und war und blieb im Gespräch, zog Hohn, Spott und Häme auf sich. Also doch noch 'was ausser Karneval - immerhin. Wäre da nicht das Museum Ludwig mit seinem excellenten Statthalter und dessen glücklicher Hand für interessante Exposition - als "Ehrenrettung" gewesen, Köln hätte nur noch mit dem Museum für Schokolade punkten können.
Aber genug des Negativen. Seien wir versöhnlich. Die Immigration der Galerien ist offensichtlich obsolet. Die Art Cologne 2009 brachte schon Erfolge, ebenso die Cologne Art Fine Antiques bewies positive Entwicklung. < mehr >

19 / 01 / 2010 - 22:38 Uhr - 0

La France s' ennuie -  La grève générale des musées ?

Jeu de Paume

Vielleicht schon morgen ohne Personal - ohne Besucherinnen und Besucher ? < mehr >

02 / 12 / 2009 - 1:15 Uhr - 0