Die kritische Revue der Kritik

Das Wort 'Revue' hat für mich immer zwei Bedeutungen und in diesem Titel kommen beides schön zur Geltung, was wohl auch dem gelungenen Aufttritt der schweizerischen Publikation zu verdanken ist.

Da gibt es die 'Revue' als Show, Ereignis und Erlebnis. Das wird man bei der Kunstkritik selten erleben, denn selbst die beste und populärste Kunst als Bildende Kunst kann am Ende dann doch nicht gleich ziehen mit der Filmkunst, wie sie uns gerade zwei Wochen hier auf der Berlinale präsentiert wurde.

Und Jeff Koons wird eben nicht Leonardo di Caprio, selbst wenn er sich umbenennen liesse in Leonardo Koons. Ist es das Geld, das dahinter steht oder die Größe und Vielfalt des Angebots und des Publikums? Aber vielleicht sollten wir uns mit dem Gegegebenem zufrieden geben.

Und dafür gibt es die Zeitschrift mit Niveau, die sich im Untertitel 'Revue' nennt, und das Niveau auch hält. Das ist auch notwendig, denn tatsächlich handelt es sich um eine Publikation, die sich dezidiert der Kritik der Kritik widmet.

Das hat schon was... der neue Klassizismus im Magazin-Design,

vertreten hier durch Marc Bally.


Gefunden habe ich das Heft anlässlich eines Besuch der dem Motto Buchladen ("Unser aller Motto: Motto") angegliederten Galerie im Rahmen des Berlin-Paris Galerienaustausches.

Das setzt sich hier sozusagen fort, denn das Heft erscheint in Lausanne (ja, ich weiß Lausanne liegt in der Schweiz, aber dort spricht man auch französisch) und wird vertrieben über verschiedene Buchhandlungen wie eben 'Motto'. Eine Homepage gibt es auch, hier. (P.S.: Wofür steht denn .tk ?)
Aber am Ende bewegt man sich mit derartigen Magazinen gewissermassen in Höhen, wo die Luft dünn wird. Aber eigentlich sollte sich die Kritik auch jenen Bereichen zuwenden, wo die Luft geschwängert ist von den Ausdünstungen des  Alltags und der Arbeit...und sei es die in der Redaktionsetage...

Als freier Autor ist man davon freigestellt, arm, aber unglücklich oder?

Das war Teil 1...

21 / 02 / 2010 - 16:23 Uhr - 7