Nachdem Adriàn Villar Rojas (1980) sein Heimatland Argentinien würdig auf der diesjährigen Biennale in Venedig vertrat, stellt er nun im Jardin des Tuileries aus. < mehr >
09 / 09 / 2011 - 2:28 Uhr - 1
Die Fußballweltmeisterschaft wirft in der Hauptstadt des Karnevals ihre Schatten voraus. Schwer bewaffnete schwarze Männer befreien dieser Tage die Slums von Rio de Janeiro (wo wir 2014 den Titel holen werden) aus den Klauen der Drogengangs, während die Kinder mit Wasserflaschen in der Hand neugierig zusehen. Unterstützt von Panzern und Hubschraubern säubern Armee und Polizei an den Hängen Rios ein Armenviertel nach dem anderen (bisher 14 Stück) von Dealern und Gangmitgliedern (bisher 35 Tote). Das Regime der Armutswirtschaft, wo die Skrupel- mit den Hoffnungslosen ihr Geld machen, soll rechtzeitig vor der WM verschwunden sein. Was daran Recht und Unrecht ist, lässt sich vom muggeligen Deutschland aus nicht beurteilen. Schon gar nicht in einem Blog zur Baukultur. Aber wenn die Frage auftaucht, was kann die Architektur dazu beitragen, dass es erst gar nicht so weit kommt, dann sind die selben Slums einen Hinkucker wert.
26 / 11 / 2010 - 19:06 Uhr - 0
Die Dominanz der Event-Philosophie geht davon aus, dass bei Großereignissen – wie etwa der Architekturbiennale in Venedig – nur das Spektakel beim medialen Endverbraucher ankommt. Und wir Journalisten sind diejenigen, die in der Regel garantieren, dass allein das hängen bleibt, was knallt, kesselt oder kunterbunt ist. Aber unter dem Gesichtspunkt von Lebenszeit und Energie verbringt der Berichterstatter wie der gemeine Besucher doch tatsächlich die allermeiste Zeit mit schlechten Beschilderungen und blöden Ideen, müden Füßen und wachen Aufsehern, Kleinscheiß und Füllstoff. Das Reden von der Sensation ist also tatsächlich korrumpiert von den Banalitäten, die man willentlich ausblendet, um nicht langweilig zu sein. Damit ist jetzt mal kurz Schluss. Denn was einen in den Tagen der Pressevorbesichtigung in Venedig tatsächlich beschäftigt, das ist die Frau, die einem die letzten vegetarischen Sandwiches wegschnappt, oder der ruandische Beitrag am Ende eines langen Fußmarsches.
06 / 09 / 2010 - 17:53 Uhr - 2
Ein Anfang ist gemacht: Porno-Bilder aus Grosny in Moskau auf der Werbe-Screen
In Tschetschenien haben sie es endlich begriffen. Um die russische Konsum-Diktatur zu bekämpfen, ist die terroristische Eskalation das falsche Mittel. Was es im Zeitalter der digitalen Selbstbefriedigung braucht, um ein selbstgerechtes System zur Erschlaffung zu bringen, sind Porno-Hacks auf Werbeschirmen. Als an einer Moskauer Ausfallstraße letzte Woche für Minuten ein Hardcore-Video lief, kam selbst der stockende Verkehr auf den verstopften Tangenten der Stadt noch zum Erliegen. Urheber des Angriffs, so fand die Staatsmacht schnell heraus, war eine Adresse in Grosny, die Stadt, die das russische Militär zu Schrott geschossen hatte, die heute aber wieder aufgebaut ist und sogar einen Fußballverein in der ersten russischen Liga hat.
03 / 02 / 2010 - 16:49 Uhr - 1

na den Termin muss man sich ja gleich rot im Kalender anstri...
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