Wie lang dauert Jetzt?

Susanna Hertrich, "Chrono Shredder", 2007/11

Eine Ewigkeit für ein Kind, das an Silvester auf Mitternacht wartet. Viel zu kurz, wenn man kein Taxi bekommt gerade dabei ist, einen Flug zu verpassen. Lang genug, um das Vergehen der Zeit als Kunst zu inszenieren. „How long is now?“, die erste Ausstellung der neuen Hamburger Galerie „The quick brown fox jumps over the lazy dog“ zeigt Design-Kunst, die zeigt, wie die Zeit vergeht. < mehr >

20 / 11 / 2011 - 12:34 Uhr - 0

Ausgrabungen aus einer fiktiven Gegenwart

Excavations by De Intuitiefabriek

Archäologische Funde haben eine besondere Aura: sie sind fragil, oft brüchig oder halb zersetzt. Sie liegen aufgebahrt auf dunklen Stoffen in den Vitrinen von Museen, um ihre Geschichten zu erzählen von alten Kulturen und anderen Lebensbedingungen. < mehr >

08 / 10 / 2011 - 11:36 Uhr - 0

Miss Maple und die Textilskulpturen

Accordion Cabinet von Elisa Strozyk und Chistian Neeb

Elisa Strozyk ist eine zurückhaltende junge Frau aus Berlin, die ungewöhnliche Dinge produziert. Dinge, die man unbedingt anfassen will, um sie zu begreifen. Zum Beispiel „Wooden Textiles“. < mehr >

03 / 10 / 2011 - 9:52 Uhr - 1

Natur als Sehnsuchtsort

Marta de Menezes: "In the beginning there was the word", gesehen in "Second Nature", Mailand 2011

Seltsam: je schneller der Mensch die Natur zerstört, desto öfter trifft man sie im Designkontext an. Auf dem Wege in die gezielte Selbstauslöschung haben wir die Fischzucht fürs Wohnzimmer erlebt (Local River, Mathieu Lehanneur 2008), ernsthaft über die Anschaffung eines Kräutergarten fürs Autodach nachgedacht (Bacsac, 2007) und brav von kompostierbaren Picknicktellern gegessen (Eco Ware, Tom Dixon, 2005). Nun gehen wir einen Schritt weiter. Statt unserem schlechten Gewissen gegenüber sterbenden Fischbeständen und ausgebeuteten indischen Reisfarmern mit selbst gezogenen Möhren und fairem Konsumverhalten zu begegnen, inszenieren wir Natur als Sehnsuchtsort. Sie darf nun ins Wohnzimmer und wird zum Ornament.
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22 / 09 / 2011 - 21:55 Uhr - 1

Fünf Dinge!

Es gibt die Anekdote von Niels Bohr, der in einem Gespräch mit Werner Heisenberg über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion von einem Bekannten erzählt, der ein Hufeisen über der Eingangstür seines Hauses angebracht hat. „Aber bist du denn so abergläubisch?“ wird er gefragt, „Glaubst du wirklich, das dir das Glück bringt?“ Und antwortet „Natürlich nicht! Aber man sagt, das es auch hilft, wenn man nicht daran glaubt.“ Die Geschichte ist bezeichnend für den modernen Menschen. Natürlich lassen wir uns nicht so einfach auf materielle Dinge reduzieren. Natürlich glauben wir nicht an die magischen Fähigkeiten von Erbstücken und Glücksbringern. Unser magisches Verhältnis zu Dingen ist viel zu selbstverständlich: das geerbte Schmuckstück von der Tante, die Schuhe, in denen wir etwas besonderes erlebt haben und sie deswegen niemals wegwerfen würden, die Erstausgabe unseres Lieblingsautors, die wir uns geleistet haben, obwohl wir gerade kein Geld hatten und die immer vorne im Regal stehen wird…

Von der Stecknadel bis zum Auto soll jeder Europäer etwa 10.000 Dinge besitzen. An die meisten von ihnen verschwenden wir keine Gedanken. Sie sind einfach da, erfüllen ihren Zweck, werden wieder weggeworfen oder verschwinden aus unserem Alltag, ohne das wir es wirklich bemerken. Manche aber sind uns wichtig, werden mit Bedeutungen, Wünschen oder Geschichten aufgeladen, können vielleicht sogar manchmal unser Leben verändern.

Für die Sammlung an Kleinigkeiten, die große Geschichten erzählen, haben die Berliner Journalistin Okka Rohd, die Wiener Art Direktorin Karolina Stasiak und ich ein Projekt begonnen: Fünf Dinge ist eine website, auf der Menschen ihre fünf liebsten Gegenstände beschreiben. Seit Mitte August sind wir online und freuen uns über Besucher und jeden, der uns seine Dinge mitteilen will!

06 / 09 / 2011 - 22:46 Uhr - 0

Brutaler Wohnen

Gewalt als Dialog, harmonische Detonationen und ein Sitzmöbel, das aus der Asche geboren wird: Drei Designer, die konstruktiv kaputtmachen und den Zufall mitspielen lassen

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05 / 05 / 2011 - 21:54 Uhr - 0

Die gefälschte Biographie

Das schöne an alten Möbeln sind ja die Spuren von Leben, die an ihnen haften. In das Holz unseres Esstisches zum Beispiel, den mein Mann vor Jahren auf dem Dach eines schrottreifen Polos aus der Provence importiert hat, haben Unbekannte in grauer Vorzeit mit dem Fingernagel böse Wörter wie „AC/DC“ eingeritzt. < mehr >

05 / 03 / 2011 - 13:00 Uhr - 0

Let it grow

Haar ist ein interessantes Material. Auf dem Kopf getragen, symbolisiert es Verführung, Schönheit, Begehren. (Foto: Thomas Rusch) < mehr >

17 / 02 / 2011 - 14:05 Uhr - 1

Die Stühle des Bösen

Die Welt ist voller ungemütlicher Sitzgelegenheiten. Manche Entwürfe sind noch ein wenig schlimmer – sie machen mir Angst. < mehr >

29 / 01 / 2011 - 15:25 Uhr - 0

Verschwendung ist Schönheit

"Progress" von Isabel Ott (Foto: LjupchoTemelkovski)

Neulich, in den ersten kalten Novembertagen installierte der Berliner Künstler Ralf Schmerberg auf dem Hamburger Gänsemarkt einen Iglu aus 322 alten Kühlschränken. Im Inneren der von der Abwärme der Kühlschränke beheizten Kuppel standen vier Skulpturen, die die Berliner Künstlerin Isabel Ott aus Elektroschrott gebaut hatte. Sie hatte ihrem Bekanntenkreis über Monate hinweg alles nicht mehr benötigte Haushatsgerät abgenommen. Flohmärkte, Dachböden und Keller nach alten Mixern, Elektrogrills, Fussbadewannen, Videorekordern, Lichtorgeln und Tischventilatoren durchkämmt und zu vier „Altären der Verschwendung“ im Inneren des Iglus zusammengefügt.

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06 / 12 / 2010 - 12:26 Uhr - 1