Neulich, in den ersten kalten Novembertagen installierte der Berliner Künstler Ralf Schmerberg auf dem Hamburger Gänsemarkt einen Iglu aus 322 alten Kühlschränken. Im Inneren der von der Abwärme der Kühlschränke beheizten Kuppel standen vier Skulpturen, die die Berliner Künstlerin Isabel Ott aus Elektroschrott gebaut hatte. Sie hatte ihrem Bekanntenkreis über Monate hinweg alles nicht mehr benötigte Haushatsgerät abgenommen. Flohmärkte, Dachböden und Keller nach alten Mixern, Elektrogrills, Fussbadewannen, Videorekordern, Lichtorgeln und Tischventilatoren durchkämmt und zu vier „Altären der Verschwendung“ im Inneren des Iglus zusammengefügt.
06 / 12 / 2010 - 12:26 Uhr - 1
„Um vom Anderen wahrgenommen zu werden, muss ich mein Leben riskieren“ sagte Jean-Paul Sartre. „Wie würden Sie sich verhalten, wenn ein Vulkan in ihrem Wohnzimmer stünde?“ fragt Nelly Ben Hayoun. Die Absolventin des Royal College or Art’s Design Interaction Studiengangs war auf der Suche nach den Home Entertainment Trends der Zukunft, als sie erkannte, das sich der urbane Mensch von heutet nur unzureichend mit den Herausforderungen der Natur konfrontiert.
Es fehlt uns an physischen Erlebnissen, die wirklich in Erinnerung bleiben. Gerade in Zeiten sozialer Turbulenzen sollten Designer surreale Szenen schaffen, deren Absurdität uns vor Augen führt, was die Zukunft noch bringen könnte. Warum also nicht einen Vulkan fürs Wohnzimmer bauen? Eine Vulkanologin und ein Pyrotechniker standen Ben Hayoun zur Seite beim Entwurf des „semi-domestizierten Vulkans“. Man schliesst ihn an ganz einfach an eine Steckdose – lange Zeit verhält er sich ruhig und nicht undekorativ, doch jederzeit kann der schlafende Riese völlig unkontrolliert Funken sprühen, das Zimmer in einer Wolke von Staub und Asche einhüllen und seine Bewohner in Panik versetzen.
„The Other Volcano“ ist noch bis zum Dezember in der Ausstellung „What if…“ zu sehen, wo Studenten des Design Interaction Studiengangs ihre Arbeiten in den Schaufenstern des Wellcome Trust (215 Euston Road, London) zeigen.
23 / 11 / 2010 - 12:50 Uhr - 0
Das Trendthema Nachhaltigkeit brachte uns die staatlich geförderte Verschandelung von Dörfern mit Solarzellen, Sustainability-Blogs, die uns empfehlen, Wäscheleinen zu benutzen statt Trocknerautomaten – und nun dies: Design-Hühnerställe … < mehr >
13 / 10 / 2010 - 12:43 Uhr - 2
Bis zum Sonntag noch findet das London Design Festival statt. Und wie so oft bei den inzwischen inflationär auftretenden Designfestivals finden sich die Objekte, die die besten Geschichten erzählen nicht auf den grossen Messeevents sondern am Rande der Veranstaltung. Meine völlig subjektive Bestenliste:
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24 / 09 / 2010 - 15:35 Uhr - 0
Als meine Tochter etwa fünf Jahre alt war, hatte sie ihre Rosa-Phase. Alles, was sie anziehen, womit sie sich umgeben, was sie besitzen wollte, sollte rosa, pink, oder wenigstens rotglitzernd sein. Wenn wir einkaufen gingen und am Asia-Shop vorbeikamen, mussten wir jedes Mal vor dem Schaufenster halten, damit sie all die niedlichen Schreibblöcke, Plastikportemonnaies, Bleistifte, Waschlappen und Kinderpuschen mit dem großen Hello-Kitty-Katzenkopf ansehen konnte, mit dem Finger darauf zeigen und sagen konnte: „Mama, ich wünsche mir das, und das, und das, und das, und …“ Ich kann mich an ein Weihnachten erinnern, zu dem sie unter anderem Rollerblades, einen selbstgezimmerten Kaufmannsladen und ein Trampolin geschenkt bekommen hatte und auf die Frage, worüber sie sich am meisten gefreut hätte, den Badezusatz von Hello Kitty nannte.
Mit anderen Worten: Hello Kitty ist in einer bestimmten Zielgruppe eine ganz, ganz große Sache. Absolut naheliegend also, eine Kooperation mit Agip einzugehen. Der italienische Ölkonzern bringt jetzt Motorenöl unter Hello-Kitty-Lizenz auf den Markt. Da schnurrt der Motor wie ein Kätzchen. Leider nur in Japan.
03 / 08 / 2010 - 22:16 Uhr - 2
Die Rotterdamer Designerin Wieki Somers verwendet menschliche Asche, um daraus Toaster, Staubsauber und Körperwaagen herzustellen. Warum tut sie das?
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15 / 06 / 2010 - 17:28 Uhr - 1
Einer der wesentlichen Beiträge zu dieser Frage kommt in diesem Jahr vom chilenischen Architekten Alejandro Aravena. Getreu seinem Prinzip der „Irreducibility“ machte sich im Auftrag des Sitzmöbelherstellers Vitra auf die Suche nach einem Stuhl, an dem nichts mehr reduziert werden kann. Und landete direkt auf der wohl ältesten Sitzgelegenheit der Menschheit – dem Boden. < mehr >
26 / 05 / 2010 - 10:22 Uhr - 3
Tisch „Phantom“ (Edition von 9, Kohle-/Glasfaser-Verbundstoff, 3,00m x 1,20m x 0,75m) ist in der neu eröffneten Limited Edition Design Gallery im Hamburger Stilwerk zu sehen
Der Tisch ist das Herz des Hauses. Hier wird gegessen und getrunken, gestritten, gefeiert, geplant, diskutiert, erzogen und verhandelt. Und manchmal, wenn eine Runde von Freunden am Tisch sitzt und es später wird, entstehen Ideen, die für einen Moment die Welt verändern könnten. Am nächsten Tag werden die Ideen oftmals nüchtern betrachtet und wieder verworfen, aber der Moment ihrer Entstehung bleibt magisch. Ihm setzen die Designer des Berliner Architekturbüros GRAFT ein Denkmal, indem sie den Tisch wegzaubern. Die Beine verschwinden, die Platte ist nur noch als Form unter dem blendend weißen Tischtuch zu erkennen, das von einem heftigen Windstoss durcheinandergewirbelt wird. Und uns sagt: der Tisch ist nur ein Ort, aber die Gespräche, die wir an ihm führen, sind kostbare Schmetterlinge.
21 / 05 / 2010 - 14:25 Uhr - 0
Schon lange lieben wir die Dinge, mit denen wir uns umgeben. Längst sind Gegenstände mehr als nützliche Werkzeuge oder banale Statussymbole. Dinge haben Einfluß auf unser Befinden, erzählen unsere Geschichte. Wir glauben, das sie uns Glück bringen, können nicht ohne sie einschlafen, sind traurig, wenn wir sie verlieren. Neu ist, das Dinge nun auch eine Beziehung zu uns entwickeln können: emotional-interaktives Design ist auf dem Weg in unsere Wohnungen.
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15 / 05 / 2010 - 9:09 Uhr - 0
Ein Panther in New York (Foto: volido via Dezeen)
Das New Yorker Architekturbüro Volido hat ein simples Sofa konstruiert, aus Spanplatten und Akkustikschaum, das ohne Schrauben und Klebstoffe auskommt. Die Verbindung von Metallgestell und Spanplatten wird mit Kabelbindern gehalten. Soweit eine gute Idee für studentische Wohnbudgets und alle, die einen kleinkinderfreien Freundeskreis haben, denn Kinder können es nicht lassen, Schaumstoffkügelchen zu pulen. Das Sofa heißt „Panther“ , erinnert aber mehr an den Käfig als an das Tier, dessen Blick vom Vorübergehn der Stäbe müd geworden ist. Um die Kurve von Rilke zum Sofa zu kriegen, hat Volido ein Model mit animalischer Brustbehaarung auf dem Sofa platziert. Die Tüte über dem Kopf ist vielleicht ein Symbol für die Stäbe. Vielleicht verhüllt sie auch das Gesicht des Designers? Man weiß es nicht. Aber die Nebelmaschine holt alles raus.
13 / 05 / 2010 - 18:16 Uhr - 0

Die beste Kunst befand sich noch nie in Privatbesitz und auc...
Hallo liebe Redaktion, es tut mit leid, aber für eine ART...
Ich weiß gar nicht, warum´s hier so fein zugeht!? Ich als mi...
Hallo Herr Maus, Ihre Bilder sind fantastisch gut. Vielen ...
Guter Bericht mit ausgezeichneten Fotographien über die Werk...
Classes are fun for kids. Musclehedz A cartoon series, stret...
Klamauck mit ck? Und von welchen "Massen" gehen die Veransta...
Hallo Herr Maus, ich finde es sehr schade, dass Sie Ihre...
Hervorragende Ausstellung!...
allet jute men jong :D...