Orchid Tree

Yilan Yuen, Orchid Tree

Orchid Tree ist ein Buchprojekt, an dem die Fotografin Yilan Yuen seit ein paar Jahren arbeitet. Es ist eine sehr persönliche Arbeit über ihre Familie, vor allem über die Frauen ihrer Familie. Yilan bedeutet „schöne Orchidee“, der Name ihrer Schwester „lilafarbene Orchidee“.  Und in der verästelten Struktur einer Orchideenpflanze stellt Yilan ihre Familie auf. Wie Zweige mit mehreren Blüten setzt sie Bilder von ihre Mutter, Großmutter und Schwester in Beziehung zueinander. In einer Familie, in der Männern immer ungeteilte Aufmerksamkeit und Wertschätzung geschenkt wurde, rückt Yilan in ihrer Anordnung die Frauen aus drei Generationen in den Vordergrund, was der Fotografin außerdem erlaubt, ihre eigene Position und Rolle auf der Familienlandkarte zu verorten. < mehr >

08 / 09 / 2014 - 13:05 Uhr - 0

Endstation Shanghai

Liz Hingley, line 5 Minhang Development Zone, 2013

Als die junge Fotografin Liz Hingley 2012 mit ihrer Serie über die Jones Family den Prix Virginia gewinnt, weiß sie bereits, dass sie im nächsten Jahr nach Shanghai ziehen wird. Mit der Arbeit an der Buchpublikation, die mit dem Fotografie-Preis verbundenen ist, will sie in der fremden Stadt beginnen. Es ist Hochsommer, der heißeste Sommer seit 140 Jahren, als Liz Hingley im Juli 2013 in Shanghai ankommt. Zwei Monate Zeit hat sie, um ihr visuelles Porträt der Megametropole für die Reihe Portraits de Villes im Pariser Verlag Les Éditions Be-Pôles einzureichen. < mehr >

12 / 11 / 2013 - 7:05 Uhr - 1

NO WAY! – Josef Ng ist der neue Direktor der Shanghai Gallery of Art

Gao Weigang, No Way!, Austellung in Shanghai, 2013, courtesy Shanghai Gallery of Art

Seit Jahren pendelt Josef Ng, Spezialist für asiatische zeitgenössische Kunst, zwischen Beijing, Singapur, Bangkok und Hongkong hin und her, bis er einen Anruf aus Shanghai erhält... Im Dezember 2012 übernahm er die Direktion der renommierten Shanghai Gallery of Art. < mehr >

24 / 09 / 2013 - 14:00 Uhr - 0

Maleonn und sein Studio Mobile

Maleonn, Studio Mobile, 2013, courtesy MD Gallery Shanghai

Die neue Fotoserie von Maleonn trägt den Titel „Studio Mobile“. 10 Monate lang ist der Shanghaier Künstler durch ganz China gereist und hat in 50 Städten Leute für eine Porträtaufnahme auf seine wandernde Bühne eingeladen. Als 2011 die Künstler- und Galeriengemeinschaft, kurz „696“ genannt, mitten im Zentrum von Shanghai wegen Generalrenovierung endgültig geschlossen wird und Maleonn schweren Herzens aus seinem Atelier ausziehen muss, entsteht die Idee eines mobilen Studios. Er baut einen Minibus zu einem Atelier auf Rädern um, mietet einen zusätzlichen Bus für sich und sein sechsköpfiges Team und beginnt nach mehreren Monaten Vorbereitungszeit seine Reise durch die nahen und fernen Provinzen Chinas. < mehr >

12 / 08 / 2013 - 11:19 Uhr - 0

Fei Qing - Auf Umwegen

Wang Dawei, Diary, 2009, courtesy fq projects

Bevor Fei Qing 2008 die fq projects Galerie eröffnet, hat sie schon in einem Hotel gearbeitet, ihre eigene Bar geführt, einen Kleidungsladen aufgemacht, mit kubanischen Zigarren gehandelt und einen Bürojob ausprobiert. Ihre Eltern üben keinen Druck auf sie aus, als sie nach dem Schulabschluss noch keinen klaren Berufswunsch vor Augen hat. Sie vertrauen darauf, dass ihre kreative Tochter mit der Zeit ihren Weg finden wird. Eine Freiheit, die im leistungsorientierten System nicht viele junge Chinesen genießen. Mit 27 geht Fei Qing nach England, um in Burnemouth am Art Institute Fotografie und Film zu studieren. Sie jobbt nebenbei in einem Pub und italienischem Restaurant, ihre Karriere aber - das ist nun sicher - wird sie im Kunstbetrieb machen. In London nimmt sie am Christie’s Education Programm teil und arbeitet in einer Galerie, erst in London und dann in Shanghai. < mehr >

22 / 07 / 2013 - 10:45 Uhr - 0

Das zweite Gesicht

Susanne Junker, „ID-Identity“, # ID_I1O1991, 60 x 80 cm, Lambda print, Shanghai 2012

Die Frauen, die sich auf die kurze Online-Anzeige „Frauen für Kunstprojekt gesucht“ melden, lädt Susanne Junker zu einem Fotoshooting in ihr Shanghaier Atelier ein. Sie bittet die Frauen sich zu schminken - blind. Anstatt vor einem Spiegel sitzen sie vor einer Fotokamera. Ohne weitere Vorgaben, Anleitung oder Erklärungen greifen die Frauen zum Make-up. Sie haben eingewilligt, sich bei dem intimen und privaten Moment des „Sich-schön-machens“ beobachten zu lassen. Dass es bei Susanne Junkers Projekt nicht um ein glamouröses Fashion-Shooting geht, ist klar. Das Schminken an sich ist kein besonders graziler oder schmeichelhafter Prozess. Mitunter wirkt es geradezu brutal, wie im Gesicht herumgefuhrwerkt wird, die Haut abgedeckt, gepudert oder bemalt, die Lippen, Lider und Wimpern gezogen, gebogen, getuscht und gefärbt werden. < mehr >

31 / 05 / 2013 - 11:42 Uhr - 0

Pearl Lam

Pearl Lam, Photo Coutesy of Julian de Hauteclocque Howe

Pearl Lam ist eine schillernde Persönlichkeit der Shanghaier Kunstszene. Die elegante und extravagante Dame vertritt in ihrer Galerie am Bund etablierte Namen wie Zhang Huan, Shao Fan oder Zhu Jinshi. Mit der Eröffnung einer zweiten Galerie 2012 im renommierten Hongkonger Pedder Gebäude direkt unter der Gagosian Gallery kam es zur Umbenennung von Contrasts Gallery zu Pearl Lam Galleries. Ein dritter Standort in Singapur ist für dieses Jahr geplant. < mehr >

18 / 04 / 2013 - 4:51 Uhr - 0

Davide Quadrio und wie es zur Gründung von BizArt kam

Davide Quadrio, Shanghai, October 2012

Davide Quadrio, aka Dado, ist ein wichtiger Kenner und Macher in der Shanghaier Kunstszene. Heute gibt es in Shanghai viele private Museen, Galerien und Kunstprojekte, internationale Galeristen, Kuratoren und Museumsdirektoren. Die rasante urbane Entwicklung, die vielen Ausländer, Restaurants, Cafés und Bars aus aller Welt machen das Leben für Ausländer in der Metropole Shanghai relativ einfach zugänglich. Als der Italiener Davide Quadrio Anfang der 90er als Student nach China kam, um die tibetanische Architektur zu erforschen, war das Leben, Studieren und Reisen für Ausländer ein unvergleichlich großes Abenteuer. Als er 1997 ganz nach Shanghai zog, hatte die Stadt nichts von ihrem heutigen glamourösen Charme. Ganz zu schweigen von einer regen zeitgenössischen Kunstszene. 1999 gründete Davide Quadrio BizArt und schuf mit der ersten non-profit Kunstinstitution in Shanghai eine ungewöhnliche Plattform mit neuartigen Perspektiven für die zeitgenössische Kunst. < mehr >

11 / 02 / 2013 - 10:04 Uhr - 0

Keine kleinen Fische

Huang Yong Ping, Two baits, 160x300x800 cm, 2001, exhibition view: Time Traveler at Rockbund Art Museum 2012, courtesy Rockbund Art Museum

Shanghai trägt das Meer in seinem Namen und ist eine der wichtigsten Hafenstädte Chinas, aber man sieht oder riecht das Meer nicht. Und Möwen gibt es auch keine. Dafür aber große Fische, die ohne voneinander zu wissen, in einen Dialog treten.

Im Rockbund Art Museum sind zwei monumentale Fische von Huang Yong Ping Teil der Ausstellung „Time Traveler“. Eigentlich sind es keine Fische, sondern Köder. Ihre Oberfläche glänzt und schimmert wie vielfarbige Schuppenhaut. Die Schwanzflossen fehlen und an den Körperenden sind zwei überdimensionale spitze Angelhaken verankert. Auf der Bauchseite ist das Fleisch aufgerissen, und wer es wagt, seinen Kopf ins Innere zu stecken, sieht das goldgelbe Innere. In einem Bauch sind zwei Messer versteckt, im anderen zerknittertes, beschriebenes Papier. < mehr >

04 / 12 / 2012 - 9:15 Uhr - 0

Auf dem Weg ins Nirwana

Rock Carving, Baoding Shan, Dazu

China, Provinz Sichuan. Zwischen Chengdu und Chongqing, im Kreis Dazu liegt ein 31 Meter langer Buddha auf dem Weg ins Nirwana. Am Felsabhang von Baoding Shan hat der Mönch Zhao Zhifeng ihn im 12. Jahrhundert in Stein hauen lassen. 1999 wurden die fünf Standorte der sogenannten Felsskulpturen von Dazu auf die Liste des UNESCO-Welterbes gesetzt.

Frühmorgens, bevor das Gedrängel losgeht und Lautsprecheransagen in die Natur blöken, ist der beste Zeitpunkt, um sich in den Anblick der 10 000 Skulpturen an den Steinwänden und in den Grotten von Baoding Shan zu vertiefen. Weit über 70 Jahre lang hat es gedauert, die Figuren aus dem Stein herauszuarbeiten. Die Reliefs sollten als Vorbild und Ratgeber dienen und die Lehren des Buddhismus erläutern, die Zhao Zhifang nach der Rückkehr von langen Reisen in seinem Heimatort zu vermitteln suchte. < mehr >

26 / 11 / 2012 - 7:53 Uhr - 1