Art Basel ohne Sprossen

Dieser Tage lädt die beschauliche Stadt Basel wieder einmal zur Kunst ohne Grenzen an den Oberrhein. Seit gestern sind an der etablierten Kunstmesse ART Basel interessierte und kaufkräftige Gäste willkommen, um KünstlerInnen und Galerien in ihrer Kulturarbeit zu unterstützen. Die Brandung der Kunst hat viele Biennalegänger nach Norden gespült, man sieht sich wieder – schon wieder – und feiert weiter mit bekannten Gesichtern. Wie der erholte Markt das unbegrenzte Angebot aufnimmt, wird sich Ende der Woche zeigen – neben der ART Basel gibt es die gewohnten Satellitenmessen, die Kollegen halten ihre Euphorie jedoch noch zurück. Markantes Symbol innerhalb von viel Bedeutungsschaumschlägerei ist die buchstäblich aufgeschäumte Skulptur „Scale of Justice Carried by Shore Foam“ des gehypten Künstlerduos Allora & Calzadilla (präsentiert von der Galerie Chantal Crousel). Ganz oben thront eine goldene Waage über den Besuchern. Sitzt quasi an der Spitze der Messlatte die ästhetische Justizia? Der Humor wird sonst leider recht klein geschrieben im Parcours der „Unlimited“ – es wurde konform aufgetischt in diesem Jahr, niemand wagt große Reibung, man könnte auch sagen: Auf Sprossen ist im gemischten Salat verzichtet worden. So bleibt zu wünschen, dass die kommende Ausgabe wieder mehr gepflegte Polemik ins spaßige Kunstspiel bringt.

14 / 06 / 2011 - 17:10 Uhr - 0

Gartenschauen

unheimlich freundlich: Simon Wachsmuth, Performance als Biene im Dämmerlicht, Foto: S.Baden

Das Frühlingserwachen hat die Kunst ins Freie katapultiert, wo ihre Schönheit auch einmal außerhalb von Museumswänden zu erleben ist. Ein ganz auserlesener Ort scheint derzeit der Garten zu sein, für dessen künstlerischen Kontext sich diese Woche zwei Ausstellungen und eine Aktion stark machen. In Berlin ist bis am Sonntag noch die Schau "Stay Hungry" in der Kleingartenkolonie am Potsdamer Güterbahnhof beim Gleisdreieck zu sehen, in Koblenz startet auf der Bundesgartenschau ein modisches Wochenend-Event "total en Vogue", bei dem der Künstler "le Suisse-Marocain" edlen Stoffen ein farbiges Tuning verpasst (Sa, 16-19h) und im Arp-Museum Rolandseck widmet sich die Ausstellung "Biomorph" ab Donnerstag der aktuellen Kunst, darunter Werke von Angelika Arendt. Das lockt in den Sonnenschein!

26 / 05 / 2011 - 1:06 Uhr - 0

Trier Creativ - junge Preisträger

Alexander Trierweiler, sein Wettbewerbsbeitrag zeigt die Porta Nigra, 2011, Foto: Volksbank Trier

Im 41. Internationalen Jugendwettbewerb »jugend creativ« der Volksbanken und Raiffeisenbanken werden bald international die jungen Preisträger ausgewählt. In Trier, der ältesten urbanen Anlage Deutschlands, fand vor kurzem eine regionale Auswahljury statt. Dort traf ich meinen ersten künstlerischen Trainer wieder, meinen ehemaligen Gymnasiallehrer Christoph Napp-Zinn, der heute in Trier am Humboldt-Gymnasium Kunst unterrichtet. < mehr >

25 / 04 / 2011 - 13:56 Uhr - 0

Votez pour Art Karlsruhe

Junger Sammlerinnen mit Porträts: Anneli Botz, le Suisse-Marocain, Seraphine Meya (OPEN SPACE LAB, Kunstverein Heidelberg), Foto: FGS

Wieder einmal liegt die Art Karlsruhe hinter uns und es ist die Gelegenheit, unsere Eindrücke Revue passieren zu lassen. In diesem Jahr lag unser Fokus auf der Pop-Art, mit Werken von fast schon als Klassiker zu bezeichnenden Künstlern dieser Richtung wie Christof Kohlhöfer oder Alain Jacquet. Der eindeutige Publikumsmagnet war jedoch eine Wandinstallation des französischen Künstlerkollektivs Musée Igor Balut, eingerichtet von den beiden Künstlern Kit Brown und David Hardy dit le Suisse-Marocain aus Paris.
< mehr >

15 / 03 / 2011 - 16:54 Uhr - 0

KAMEHAMEHA - Orth für aktuelle Kunst, Aulich-Merkle Stiftung

Abb.: Samara Golden
Yes no party, standard, 2009
C-Print auf Aludibond hinter Plexiglas
109 x 142 cm

KAMEHAMEHA
14. Februar bis 17. April 2011
Eröffnung: Samstag, 12.02.2011, 19.00 Uhr

Beteiligte Künstler: Claus Carstensen, Christian Ertel, Ulises Figueroa, Samara Golden, Agustín González, Indra, John Isaacs, Christof Kohlhöfer, Masahiko Kuwahara, Dirk Meinzer, Musée Igor Balut, Kinay Olcaytu, Tai Ogawa, Donna Stolz

Die von den jungen Karlsruher Galeristen Lukas und Sebastian Baden kuratierte Ausstellung “KAMEHAMEHA” befasst sich mit aktuellen Energieschüben in der zeitgenössischen Kunst. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit verschiedenen Medien wie Malerei, Fotografie, Skulptur und Installationen.

Für die Ausstellung werden Werke ausgewählt, die von einem intensiven Umgang mit Materialität, leuchtenden Farben und beherzten Statements geprägt sind.

Pop-Art, Manga, Fluxus und Folklore fließen zusammen und bilden den produktiven Hintergrund dieser energiegeladenen künstlerischen Ausdrucksformen. Der Titel der Kunstausstellung ist programmatisch gewählt. Er vereint die Exotik Hawaiianischer Könige und die Angriffsmetapher aus dem Japanischen Dragon Ball Manga. Der stetige Kampf gegen Widersacher und die Notwendigkeit der künstlerischen Behauptung bilden die Vektoren eines Kraftfeldes, das in dem für europäische Ohren lautmalerischen “KAMEHAMEHA” eine vieldeutige und explosive Verwendung findet.

Kontakt:

Orth ­ für aktuelle Kunst, Aulich-Merkle Stiftung
Frankfurter Straße 59
63067 Offenbach am Main
Telefon 069 810044

+++

11 / 02 / 2011 - 11:28 Uhr - 1

Wien ist schöner!

Gilad Ratman, Alligatoriver, 2006, Video 21 min., Ed. 5, videostill

In der jüngsten August-Ausgabe der ART wendet sich die Titelgeschichte der jungen Szene in Wien zu. Wie immer, wenn es in den Underground geht, schaffen es die Scouts, unbekannte Trüffel ans Licht zu bringen. Dass ihnen dabei die eine oder andere Kostbarkeit entgeht, mag geschmäcklerisch anmuten. Wir ergreifen trotzdem die Chance zum erweiterten Update zwischen Karlsruhe und Wien. < mehr >

27 / 07 / 2010 - 15:20 Uhr - 0

Sendungsbewusstsein – die Kunst im Radio

Abb. Im Stuttgarter Studio mit der Moderatorin Franziska Storz (Foto: FGS)

Was haben Galeristen zu sagen? Auf Einladung von SWR Redakteurin Ellinor Krogmann sprachen Lukas und Sebastian Baden in der Sendung Dschungel | Machete mit Franziska Storz über das tägliche Business in der Galerie, sportliche Hintergründe, familiäre Abgründe und das Ehebündnis mit der Kunst. < mehr >

18 / 06 / 2010 - 11:54 Uhr - 1

Ich sehe was, was du nicht siehst

Uwe Breckner vor seinen Mini-Autoscootern (Foto: Volker Elsen)

Ein beliebtes Kinderspiel ist der Titel einer Ausstellung in der documenta-Halle in Kassel, die derzeit Werke von Künstlern mit Autismus zeigt. Und mit diesem Hinweis auf die besondere Lebenswelt der beteiligten Künstler haben die künstlerischen Leiter der Ausstellung, Volker Elsen und Katharina Dietz von der Initiative AKKU, eine durchaus griffige Metapher für die Produktionsverhältnisse der ausgestellten Kunstwerke gefunden. Eine Vielzahl von Werken und unterschiedlichen Medien ist in der Ausstellung zusammengekommen und beeindruckt sowohl durch die haptischen Qualitäten, die faszinierenden Text-Bild Kombinationen wie auch die oft bis ins allerkleinste Detail durchgearbeiteten Skulpturen. Im Rahmen der Ausstellung sollte am Samstag eine Expertenrunde mit Lis Marie Diehl, Stefan Wespil, Katharina Dietz, Beate Brieden, Jan Hoet, Volker Elsen, Daniel Niemann und mir in der Diskussion über die „Diversität im Kunstbetrieb“ die Chancen und Behinderungen von Künstlern mit Autismus in Argumente fassen. Es ergaben sich überraschende Einsichten. < mehr >

08 / 06 / 2010 - 22:37 Uhr - 1

Kunstpreis für ganz junge Künstler

Blick in die Jurysitzung im BVR Hauptgebäude in Berlin (Foto:BVR)

Es ist üblich, bei jungen Künstlern mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Jahrgang zu achten, um dann zu bemerken: Oh, soo jung, wo kommt der denn her? Nur Jahrgang 2003, das macht schon stutzig – wer will da wohin? Diese Generation und einige davor spielen mit in der jüngsten Kunstszene, deren Nachwuchspotential vom „jugend creativ“ Wettbewerb seit 40 Jahren ausgelotet wird. Länger gibt es in Deutschland nur die documenta und den Kölner Kunstmarkt, was die Top-Ten des internationalen Kunstmarktes angeht. Der BVR – jugend creativ Wettbewerb – ehrt schrittweise seine Preisträger aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Italien/ Südtirol bis zur höchsten internationalen Vergleichsebene. Vergangene Woche fand im BVR Headquarter in Berlin die Jurysitzung statt, an der ich auf besondere Einladung gerne teilgenommen habe. < mehr >

02 / 06 / 2010 - 22:33 Uhr - 1

Übermorgen Künstler, und vorher?

v.l.n.r.: Johan Holten, Kestutis Svirnelis (Stuttgart), Florian Klette (Stuttgart), Jasmin Werner (HfG Karlsruhe), Naneci Yurdagül und der Schauspieldirektor des Heidelberger Theaters, Jan Linders. Foto: S. Baden

Im Heidelberger Kunstverein, vergangenes Jahr ausgezeichnet mit dem AdKV-Preis für den besten Deutschen Kunstverein 2009, ist eine Ausstellung zu sehen, die das Potential der jungen Gegenwartskunst im Südwesten der Republik auslotet. Da die Stadt Heidelberg zwar die älteste deutsche Universität, aber keine Akademie der Bildenden Künste zu ihren Lehr- und Forschungsanstalten zählt, soll mit der Ausstellung „eine Brücke zur jüngsten Kunstszene in der Umgebung geschlagen werden.“ Unter der klugen Regie des dänischen Kurators Johan Holten, der mit zu den jüngsten Leitern deutscher Kunstvereine zählt, wurde eine Ausstellung zustande gebracht, für die aus vielen Bewerbern 26 Künstlerinnen und Künstler von Kunsthochschulen der Region ausgewählt wurden. < mehr >

25 / 01 / 2010 - 11:59 Uhr - 0