20 / 02 / 2013 - 1:00 Uhr

Neo Rauch in Bruxelles (BOZAR) – Demiurg mit fester Stimme

Burkhard Maus

Neo Rauch "Zähmung" (détail)

Erstmals stellt Neo Rauch im französisch-flämischen Raum aus. Es hätte noch mehr werden können, doch die Wände konnten weitere Gemälde nicht verkraften, obwohl er viel von sich zu erzählen hat – mit und  durch seine Kunstwerke.Denn das, was Kurator Harald Kunde, Direktor des Museums Kurhaus in Kleve, mit Unterstützung des Galeristen Gerd Harry Lybke für die Ausstellung  “The Obsession of the Demiurge” zusammentrug und nun zu einer doch gewissen Retrospektive konzipierte, ist gewaltig.

Neo Rauch "Händler I", "Händler II", "Die Wahl", "Regel" (v.l.n.r.)

Fein strukturiert lassen sich die Jahre des bisherigen Schaffens und Schöpfens von Neo Rauch nachvollziehen – es geht um den Zeitraum  1993 bis 2012. Geschöpft hat er – und auch weiterhin – aus den Tiefen seiner Gedankenwelt.

Neo Rauch "Schwieriges Gelände", "Signal", "Last", "Durchblick", "Lot" (détail) (v.l.n.r.)

Rauch, Jahrgang 1960, studierte in Leipzig Malerei bei Arno Rink. Seine Inspirationen für die Gemälde findet er unter anderem in der Musik. Claude Debussy hat es ihm angetan, manchmal auch Independent-Musik, manchmal auch die Stille. Aus der Versunkenheit und durch das Erlebte entstehen Rauchs Werke, ob kleine Zeichnungen oder auch großformatige Gemälde von fünf mal drei Metern. An das Format fühlt er sich nicht gebunden. Beeindruckend sind seine Arbeiten, ob als riesige oder auch kleinere Exponate. Davon konnten sich bestimmt schon viele aus der Kunstgemeinde bestätigen, die seine monographischen Ausstellungen zum Beispiel in der Kunsthalle Zürich, Haus der Kunst München, Bonnefantenmuseum Maastricht, Albertina Wien, Kunstmuseum Wolfsburg, Max Ernst Museum Brühl,  Museum Frieder Burda, Kunstsammlung Chemnitz und Museu de Arte Sao Paulo besuchten.

Neo Rauch "Konspiration" (détail)

Neo Rauch

Wohl erstmalig in der Öffentlichkeit beteiligte sich der Künstler an einer Gruppenausstellung 1988 im Lindenau-Museum Altenburg – mit seinem Exponat “Der Schrei”. Betrachtet man seine Gemälde, so sind sie doch keineswegs laut, vielmehr sind mit fester Stimme seine Gedanken zu hören und seine Erlebnisse zu erfahren. Denn auch seine Gemälde signalisieren keine Lärmkulisse, kein lautes Rufen, die die Besucherinnen und Besucher zusammenfahren ließen oder gar das Weite suchten. Er nimmt sie mit, lässt sie Anteil nehmen.

Neo Rauch "Reaktionäre Situation", "Das alte Lied" (détail), "Kommen wir zum Nächsten" (v.l.n.r.)

Neo Rauch "The Obsession of the Demiurge" (Blick in die Ausstellung, détail)

Neo Rauch "Zähmung"

Neo Rauch "Nest" (l.), "Abendmesse" (r.)

So lädt das Palais des Beaux-Arts in Bruxelles bis zum 19.Mai 2013 ein, die Welt von Neo Rauch zu besuchen, seinen Gedanken nachzugehen, vielleicht bei sich Reminiszenzen festzustellen, die die Chance auch für neue Erkenntnisse aus zwischenzeitlich Erlebten beinhalten könnte, wo man mit sich phasenweise haderte, weil Unwissenheit zu keiner Klarheit fand, die aber die grossartigen Malereien des  stillen und höflichen Artisten jetzt vermitteln könnte.

Neo Rauch "Kalimuna", "Übertage", "Revo" (détail) (v.l.n.r.)

Neo Rauch
“The Obsession of Demiurge”
Palais des Beaux-Arts
Rue Ravensteinstraat 23
1000 Bruxelles
Telephon 003225078200
www.bozar.be

(montags geschlossen, sonst 10h bis 18h, donnerstags bis 21h)
20.Februar bis 19.Mai 2013

20 / 02 / 13 - 1:00 Uhr

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