14 / 09 / 2012 - 16:45 Uhr

Kassel Last Minute – Auf Wiedersehen dOCUMENTA

Baden Brothers

Anri Sala, Clocked Perspective, 2012, Painted aluminum and fiberglass clock, case, metal clockwork, steel pillar, Clock: 400 x 280 x 30 cm; dimensions when installed: 660 x 280 x 30 cm, Courtesy Marian Goodman Gallery, New York, Paris; Hauser & Wirth, Zurich/London/New York, Commissioned by dOCUMENTA (13) and co-produced with Marian Goodman Gallery, New York, Paris, and Hauser & Wirth, Zurich/London/New York Photo: Lewin Quel

Anri Sala, Clocked Perspective, 2012, Painted aluminum and fiberglass clock, case, metal clockwork, steel pillar, Clock: 400 x 280 x 30 cm; dimensions when installed: 660 x 280 x 30 cm, Courtesy Marian Goodman Gallery, New York, Paris; Hauser & Wirth, Zurich/London/New York, Commissioned by dOCUMENTA (13) and co-produced with Marian Goodman Gallery, New York, Paris, and Hauser & Wirth, Zurich/London/New York Photo: Lewin Quel

Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören.  Ob sich die dOCUMENTA (13) an das profane Sprichwort halten wird? Diesen Donnerstag haben wir uns ein letztes Mal auf der dOCUMENTA (13) umgetrieben und einige Stationen nachgeholt. Also in letzter Minute. Diese – zum Ende jeder Ausstellung gestauchte – Besucherwarteschlangenzeit hat der Künstler Anri Sala in seinem Kunstwerk „clocked perspective“ technisch und ästhetisch kompliziert in Szene gesetzt, gut zu sehen durch ein Fernrohr der Orangerie. In einer zwar erhellenden, aber wenig unterhaltsamen Talkrunde mit Hans-Ulrich Obrist und dem Uhrwerkbauermeister Hans Siebeneicher wurde das universelle Format des Kunstwerks messbar gemacht: Das perspektivisch verzerrte Ziffernblatt macht die Diktatur der Zeit und des Raumes sichtbar und unsicher. Wie wird unsere Existenz überhaupt in ihren Dimensionen erfahrbar  und vermessen? Unter dem Niveau der Hochkulturtraumainterpretation lässt sich auf dieser dOCUMENTA (13) kein Kunstwerk erleben. Nach 97 Tagen Stationen-Schnitzeljagd und Kunst-Edutainment erlauben wir uns nun die Zeit für eine Bilanz. Dafür räumen wir viel Platz frei und übergeben das Wort an den Kritiker und Kunsthistoriker Christian Saehrendt, selbst gebürtiger Kasselaner und Bestsellerautor, der jüngst mit seinem Buch „Kassel. Ist das Kunst oder kann das weg? Documenta-Geschichten, Märchen und Mythen“ das Ausstellungswesen seiner Heimatstadt pointenreich nacherzählt hat.

14 / 09 / 12 - 16:45 Uhr

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