22 / 05 / 2012 - 22:38 Uhr

Guido Schlimbach: Zensur oder wider die Sau am Kreuz der Kunst-Station Sankt Peter Köln ?

Burkhard Maus

Martin Creed "Sorge Dich nicht" - Kirchturm der Kunst-Station Sankt Peter Köln

In der Kunst-Station Sankt Peter Köln rumort es. Eine im Jubiläumsjahr (25 Jahre Kunst-Station Sankt Peter) geplante Ausstellung mit Exponaten von  Siegfried Anzinger gibt den Anlass hierzu. Wenige Tage vor der Eröffnung wurde sie nun abgesagt.Behauptungen, der künstlerische Leiter der Kunst-Station Guido Schlimbach (45) würde hier Zensur üben und missfallende Gemälde des Österreichers nicht aufhängen wollen, wurden laut.
Aber mit der Begrifflichkeit der Zensur – und schnell landet man  dann bei der entarteten Kunst – zu hantieren, ist in diesem Falle wohl leichtsinnig, kennt man die Historie dieses Kirchenhauses, das sich der Kunst verschrieben hat und mit zum Teil ungewöhnlichen Expositionen und renommierten internationalen und heimischen Künstlerinnen und Künstlern auf grosses Kunstinteresse stiess. Nicht selten wurden hierbei Wagnisse eingegangen. Den Konflikt zum herrschenden Klerus scheute man nicht.
Der Artist Siegfried Anzinger war eingeladen, das Gotteshaus mit seinen Kunstwerken zu bespielen. Sie sollten sich mit mit der Theologie und Kunstgeschichte auseinandersetzen. Und so war die Kunst-Station frohgestimmt, mit diesem Maler einen Künstler gefunden zu haben, der sich diesem Dialog stellen würde. Offensichtlich stiessen zwei Gemälde auf Vorbehalte Schlimbachs, der in Sorge um jüngere Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher ist – wie sollte man denn Kindern zum Beispiel erklären, was ein am Kreuze hängendes Schwein mit dem “Pendant”  Jesus zu tun hätte, würden diese Malereien in der Taufkapelle und in der Räumlichkeit des Altars ihren Platz finden ?

Guido Schlimbach - Kunst-Station Sankt Peter Köln ("Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen")

Dieses Unterfangen würde doch wohl kein gutes Resultat ergeben.
Anzinger pochte aber darauf, die umstrittenen Werke als Bestandteil der Ausstellung auch gerade dort zu hängen – oder eben kein einziges seiner Bilder würde über die Schwelle des Kirchenportals gelangen. Denn der Künstler schien auf den Vorschlag Schlimbachs, die beiden Kunststücke anderen Ortes innerhalb der Kirche zu präsentieren, nicht eingehen zu wollen, was die Kunst-Station sehr bedauerte. Und so kam es zu diesem Fiasko -  aber nicht zu einer Zensur durch den künstlerischen Leiter Guido Schlimbach.

Warum denn Anzinger überhaupt eingeladen worden war, scheint wohl niemanden zu interessieren. Und das ist keine Petitesse.

22 / 05 / 12 - 22:38 Uhr

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