10 / 05 / 2012 - 0:40 Uhr
Daniel Buren – Excentrique(s) et cercles colorés au le Grand Palais
Burkhard Maus
Abschied von den Linien, den markanten Streifen in der Öffentlichkeit und für sie konzipiert ?
Das könnte sein. Denn mit “Excentrique(s) – Travai in Situ” entfernt sich der bedeutende französische Künstler von ihnen. Zuletzt noch in Metz und davor in der Synagoge von Stommeln nutzte er dieses Ausdrucksmittel, das ihn viele Jahre umgebene und begleitende Symbol für seine Kunst.
Stets Kunst für alle Menschen und nicht eventuell für einen elitären Teil ersann und entwickelte Buren sein Exponate. Das zeichnet ihn auch aus. Sich entfernen aus dem Zentrum, Kreise ziehen, die sich berühren und letztlich multiplizieren, farbliche Verschmelzungen – das könnte auch der Hinweis auf einen gesellschaftlicher Anspruch geben, der Solidarität untereinander, gleich welcher Hautfarbe und sonstiger Couleur zu leben gilt. Und das könnte politische Aktualität signalisieren.
Nach Anselm Kiefer, Richard Serra, Christian Boltanski und Anish Kapoor ging nun an den in Boulogne-Billancourt geborenen Artisten die Stafette, mit Monumenta 2012 das Herz des Grand Palais, La Nef, zu erfüllen.
Dies wiederum ist ihm gelungen.
Über Auswahl der Farben entschied nicht der Künstler. Sie waren seitens des Produkteurs vorgegeben, über ihre Anordnung aber der Künstler. Dass die colorierten Kreise je nach Lichteinfall, ob durch Sonne am Tage oder auch nächtens, interessante Bilder schaffen und in ihre Vielseitigkeit dem regulären rustikalen und kalt wirkenden Boden hierdurch eine neue Oberfläche schenken, die ein Association an Holzmaserungen zulassen, werden das kunstinteressierte Publikum dort auch zum Verweilen einladen.
Aber eine Installation hat Buren, der Bildhauer, damit nicht geschaffen. Es sind Skulpturen. Auf den ersten Blick und oberflächlich multipliziert. Nähert man sich ihnen, wirkt jede anders. Licht und Farbe verursachen dies. Und der Boden reagiert auf seine Art. Aber alles ist vereint. Alles verbindet sie, wie die Kreise, die durch das Grand Palais schweben.
Aber diese Rundungen birgen kein Zufälligkeit in sich. Formen dieser Art finden sich auch an der Konstruktion des Grand Palais wieder. Buren nahm sich der Architektur der Umgebung an. Der Raum und sein interimsweiser Inhalt sind untrennbar.
Buren, Jahrgang 1938, zeigte sich bereits dreimal auf der documenta (5, 6 und 7). Als Konzeptkünstler, Maler und Bildhauer hinterliess bereits auch bleibende Eindrücke. Nach dem Besuch im Grand Palais empfiehlt, durch die Tuileries zu flanieren, um im Cour d’Honneur du Palais Royal seine reizvolle Präsenz “Les Deux Plateaux” zu erleben.
Grosser Bahnhof für Daniel Buren: Francois Hollande, Marthine Aubry -Vorsitzende der Parti Socialiste und vielleicht zukünftige Madame la Premier ministre, Frédéric Mitterrand – Ministre ministère de la culture et de la communication, Fabrice Hergott – Directeur du musée d’Art moderne de la ville de Paris , Jean-Paul Cluzel, Président des Grand Palais, Jean-Hubert Martin, Jean-Jacques Aillagon – Ministre ancien de la culture et de la communication, Pascal Marthine Tayou, das Kunstsammlerpaar Lorenza und Marco Pallanti, Claude Lévêque, der den französischen Pavillon anlässlich der Biennale in Venedig 2009 bespielte, und andere ehrten den im Grand Palais gastierenden Artisten.
Die Ausstellung offeriert ein kulturelle Programm von Concert über Lesung bis Theater.
ARTE strahlt am 3.Juni 2012 um 15h35 ein Special über die Monumenta aus und zeigt von Heinz-Peter Schwerfel den Film “Monumenta 2012 avec Daniel Buren”.
Monumenta 2012 – vom 10.Mai bis 21.Juni 2012 – magnifique
Nef du Grand Palais (Porte Nord)
Avenue du Président Winston Churchill
75008 Paris
www.monumenta.com
10 / 05 / 12 - 0:40 Uhr






































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